Mittwoch, 11.04.2012

NBA: Dallas Mavericks - Sacramento Kings 110:100

Die seltsamste Statistik des Jahres

Die Dallas Mavericks (32-26) besiegen die Sacramento Kings (19-39) im heimischen American Airlines Center mit 110:100 und feiern im Playoff-Rennen der Western Conference damit einen enorm wichtigen Pflichtsieg. Kurios und seltsam zugleich: Es ist der erste Mavs-Sieg in dieser Saison ohne Lamar Odom. Mavs-Boss Mark Cuban erklärt am Rande des Spiels die Hintergründe der Trennung.

Dirk Nowitzki erzielte beim Sieg gegen die Kings 15 Punkte
© Getty
Dirk Nowitzki erzielte beim Sieg gegen die Kings 15 Punkte

Es gibt Statistiken, die sind so seltsam, dass man sie unter gar keinen Umständen verstehen oder erklären kann. Bestes Beispiel: Gegen Sacramento feierte Dallas in dieser Saison den ersten Sieg ohne die Dienste von Lamar Odom. In Spielen, die Odom verpasst hatte, lautete die Bilanz der Mavs vor dem Kings-Spiel: 0-7!

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Egal wie schwach, desinteressiert und lustlos sich Odom in Dallas auch präsentierte, ohne ihn hatte Dallas bis zum Sacramento-Spiel nicht gewinnen können. Dass man jetzt den ersten Sieg ohne Odom feierte, einen Tag nach der Trennung vom amtierenden Sixth Man of the Year, ist wohl Ironie des Schicksals.

Odom kam immer zu spät

Odom hatte in seinem überaus enttäuschenden 50-Spiele-Gastspiel in Dallas die schlechtesten Zahlen seiner Karriere abgeliefert: 6,6 Punkte und 4,2 Rebounds in durchschnittlich 20,5 Minuten Einsatzzeit.

Außerdem soll er Gerüchten zufolge quasi ständig zu spät gekommen sein. Am Rande der Partie erklärte Mavs-Boss Mark Cuban, wie es letztlich zum Ende der Odom-Zeit in Dallas kam.

Nachdem Odom am Samstag in Memphis in der ersten Halbzeit wieder vier uninspirierte Minuten auf dem Parkett verbracht hatte, krachte es in der Pause. Und zwar gewaltig. Cuban und Odom gerieten aneinander und lieferten sich ein hitziges Wortgefecht.

"Bist du 'in' oder 'out'?"

"Ich habe ihn einfach gefragt, ob er ‚in' oder ‚out' ist? Ich glaube, er hat gedacht, dass wir Poker spielen. Ich habe einfach kein Commitment von ihm bekommen. Und das war dann das Ende", sagte Cuban.

Auf die Frage, ob es das erste Mal gewesen sei, dass er bei Odom eine solche Einstellung festgestellt habe, antwortete Cuban: "Nein, aber bei den ersten 17 Mal habe ich mich entschieden, dass ich versuche, ihm zu helfen und es alles ins Positive zu drehen."

Odom steht technisch gesehen immer noch im Mavs-Kader, wird aber für den Rest der Saison als "inactive" gelistet und ist nicht mehr beim Team. Head Coach Rick Carlisle machte klar, dass man die Sache abgehakt hat und sich total auf den schwierigen Saisonendspurt konzentriert.

Yi Jianlian läuft heiß

Einen guten Anfang haben die Mavs gegen Sacramento gemacht. Allerdings dauerte es eine Weile, bis Dallas seinen Rhythmus fand. Carlisle musste früh zwei Auszeiten verbraten, nachdem die Kings schnell auf 8:2 und 14:7 davon gezogen waren.

Zum Ende des ersten Viertels (25:27) waren die Mavs dann aber voll in der Partie - und im zweiten Viertel kam dann plötzlich Produktivität aus völlig unerwarteter Richtung. Stichwort: China-Power.

Yi Jianlian, der in den letzten Wochen überhaupt gar keine Rolle mehr gespielt und fast gar keine Minuten bekommen hatte, traf innerhalb von nur fünf Minuten vier lange Jumper und gab den Mavs so einen Schub.

Nowitzki mit schwacher Quote

"Yis Minuten waren ganz entscheidend. Er hat uns richtig Energie gegeben", lobte Carlisle seinen Bankspieler.

Bis zur Pause erspielten sich die Mavs eine 7-Punkte-Führung (57:50) und gaben den Vorsprung in der Folge nicht mehr aus der Hand, auch wenn die Kings lange dran blieben und nach einem 8:0-Lauf, abgeschlossen von einem Dreier von Jimmer Fredette, sechseinhalb Minuten vor dem Ende nur mit 5 Zählern (87:92) zurück lagen. Dallas behielt aber die Nerven und fuhr letztlich recht souverän den dringend benötigten Pflichtsieg ein.

Es war eine ausgeglichene Mannschaftsleistung der Mavs - sechs Spieler punkteten zweistellig. Dirk Nowitzki lieferte 15 Punkte (4/14) und 8 Rebounds, Rodrigue Beaubois erzielte ebenfalls 15 Zähler. Jason Terry und Delonte West steuerten jeweils 13 Punkte zum Erfolg bei.

54 Punkte der Mavs-Bank

Brendan Haywood sammelte in nur 16 Minuten 11 Punkte, 5 Rebounds und 3 Blocks. Shawn Marion legte mit 10 Punkten und 14 Rebounds ein Double-Double auf. Spielmacher Jason Kidd kehrte nach vier Spielen Pause wegen einer Leistenzerrung in die Lineup zurück und verbuchte 7 Punkte und 7 Assists.

Schlüssel zum Sieg war die Energie und Produktivität der Mavs-Bank (54 Punkte) - außerdem dominierte Dallas die Bretter (56:40-Rebounds), griff sich 17 Offensiv-Rebounds ab und ging elfmal mehr an die Linie als die Kings (21/28 zu 9/17).

DeMarcus Cousins füllte das Boxscore mit 25 Punkten, 18 Rebounds, 6 Steals, 3 Assists und 2 Blocks - der Big Man war klar der beste Mann bei Sacramento. Marcus Thornton, Isaiah Thomas und Tyreke Evans erzielten jeweils 16 Punkte für die Kings, die auswärts weiter gar nichts reißen (5-24) und die fünfte Niederlage in Folge kassierten.

4 Auswärtsspiele in 5 Tagen

Dallas bleibt trotz des Sieges auf Rang 7 im Westen, der Vorsprung auf Phoenix auf Rang neun beträgt eineinhalb Spiele. Der Sieg war umso wichtiger, da die Mavs 6 der letzten 8 Spiele auswärts bestreiten müssen.

So stehen jetzt erst mal vier Auswärtsspiele innerhalb von nur fünf Tagen auf dem Programm: @Golden State (Donnerstag), @Portland (Freitag), @Lakers (Sonntag) und @Utah (Montag). Und gleich danach folgt ein kritisches Heimspiel gegen Houston.

Das Thema Odom ist auf jeden Fall Geschichte. "Es gibt nichts mehr zu sagen. Es ist vorbei. Es hat nicht so funktioniert, wie wir es wollten. Aber ich werde jetzt nicht einen meiner Ex-Teamkollegen bashen. Es ist so wie es ist. Für beide Seiten geht es weiter, wir haben jetzt noch acht Spiele, um einen Playoff-Push zu starten und uns Selbstvertrauen zu holen", meinte Nowitzki.

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