Donnerstag, 23.02.2012

Dallas Mavericks - Los Angeles Lakers 91:96

Mavericks: Ein Rebound wird zum Verhängnis

Eine wilde Schlussphase findet in Dallas den unglücklichen Verlierer. Dirk Nowitzki erlebte bei der 91:96-Niederlage gegen die Los Angeles Lakers eine Achterbahnfahrt, beendete die Partie aber als Topscorer (25 Punkte, 9/22) und zweitbester Rebounder (12) hinter Lakers-Center Andrew Bynum (14).

Dirk Nowitzki verlor mit Dallas das Topspiel gegen die Lakers
© Getty
Dirk Nowitzki verlor mit Dallas das Topspiel gegen die Lakers

Nowitzkis Superstar-Pendant Kobe Bryant verzweifelte zwischendurch an der bissigen Verteidigung von Shawn Marion und hatte einen Abend zum Vergessen: Für seine 15 Punkte benötigte er 15 Würfe, außerdem unterliefen ihm fast doppelt so viele Turnover (7), wie ihm erfolgreiche Würfe (4) gelangen.

Dass es dennoch zum Sieg reichte, war neben Pau Gasol (24 Punkte) den Lakers-Rollenspielern zu verdanken. Derek Fisher, der bereits beim ersten Aufeinandertreffen den Game-Winner erzielt hatte, lieferte 13 seiner 15 Punkte nach der Pause.

Und Matt Barnes griff sich beim Stand von 93:91, als das Spiel zu kippen schien, den entscheidenden Offensiv-Rebound. Barnes ließ sich 18 Sekunden vor dem Ende foulen, versenkte anders als zuvor Bryant und Gasol nervenstark beide Freiwürfe zum 95:91 und sorgte so für den 20. Lakers-Sieg (bei 13 Niederlagen) der Saison.

Wiedergutmachung kann Dallas (21-13) erst in sieben Tagen betreiben, wenn es gegen die New Jersey Nets geht. Der Ligabetrieb ruht wegen des All-Star-Games in Orlando.

Reaktionen:

Rick Carlisle (Trainer Dallas Mavericks): "Ich bin enttäuscht, aber ich bin nicht bestürzt. Wir haben uns Mühe gegeben, nur am Ende haben wir an beiden Enden des Courts nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Die All-Star-Game-Pause kommt zum richtigen Zeitpunkt."

Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks): "Es wird immer wieder Nächte geben, an denen wir nicht gut schießen. So etwas passiert, vor allem, wenn so viele Spiele stattfinden. Manchmal reicht die Kraft einfach nicht."

Pau Gasol (Los Angeles Lakers): "Ich war von Beginn an aggressiv. Ich war in der Lage, die Würfe zu treffen und die richtigen Plays zu laufen. Der Sieg zeigt, dass wir im Team an einem Strang ziehen und wir gute Charaktere in der Kabine haben."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Selten genug in der von Verletzungen geprägten NBA: Beide Teams (fast) ohne Ausfälle. Heißt: Dallas beginnt mit Jason Kidd, Vince Carter, Marion, Nowitzki, Brendan Haywood.

Backup Delonte West fehlt wegen seines Fingerbruchs einige Wochen. Rodrigue Beaubois, um den sich Trade-Gerüchte ranken, steht aus persönlichen Gründen (Tod des Vaters) erneut nicht zur Verfügung. Kurz vor dem Tipoff wurde bekanntgegeben, dass Lamar Odom ebenfalls aus persönlichen Gründen für die Partie freigestellt wurde.

In der Starting Five der Lakers stehen Fisher, Bryant, Metta World Peace, Gasol, Bynum.

4.: Was ein Start von Gasol: Die ersten 12 Punkte der Lakers kommen direkt von ihm (8) oder nach einem seiner beiden Assists (4). 12:3 Lakers.

6.: Ähnlich heiß findet Carter ins Spiel: Der Mav ist auch schon bei 8 Punkten. Nur noch 12:10 Lakers.

14.: Erste Mavs-Führung! Brian Cardinal trifft mit der einzigen Waffe, die ihm eigen ist: dem Dreier. 25:24 Mavs.

15.: Kobe und Dirk (jeweils 0/3) noch immer ohne erfolgreichen Wurf - aber Nowitzki bricht den Superstar-Bann. Jumper ins Gesicht von Bewacher Troy Murphy. 32:28 Lakers.

18.: Dallas pennt - und lässt Kobes Nobody-Backup Andrew Goudelock zwei Dreier und Murphy sowie Gasol zwei leichte Körben machen. 10:0-Run von L.A. 42:28 Lakers.

21.: Fast spielend einfach kommt Dallas zurück: 10:2-Run der Mavs, der durch einen Bryant-Dreier - sein erster verwandelter Wurf! - gestoppt wird. 47:38 Lakers.

24.: Ein Statement-Jumper! Nowitzki mit dem langen Zweier, obwohl er von Gasol eng gedeckt wird - drin! Dallas geht mit einem 10:1-Run in die Halbzeit. 48:48.

32.: Der vierte Dreier findet erstmals den Korb: Nowitzki verkürzt von Downtown, Terry legt mit einem Zweier nach. 64:63 Mavs.

35.: Es passt zu Kobes Vorstellung: Sein Korbleger am Brett trotz Haywood-Foul war seine erste gute Aktion. Der Bonus-Freiwurf geht aber vorbei. 72:70 Lakers.

42.: Was ein Duell der Erzrivalen! Erst versenkt Nowitzki gegen Gasol den One-Foot-Legged-Fadeaway, im Gegenzug rächt sich der Spanier mit einem schönen Post-Move. 80:80.

45.: Was macht denn Haywood da? Erst 0/2 von der Linie, dann schläft er und lässt Terrys Pass ins Aus fliegen. Das bestraft Fisher mit dem Dreier und kurz darauf mit einem Floater. 9:0-Run für L.A. - und die höchste Führung in der zweiten Halbzeit! 89:82 Lakers.

45.: Wann kam das zuletzt vor? Nowitzki verwirft im letzten Viertel beide Freiwürfe! 89:82 Lakers.

46.: Herausragende Defense von Marion gegen Bryant, der sich so bedrängt fühlt, dass er ein Travelling verursacht. Und Dirk hat seinen Touch wieder! 89:86 Lakers.

48.: Wilde Schlussphase: Terry mit einem kostbaren Turnover, die Lakers mit 6 verworfenen Freiwürfen in Folge. Den letzten schnappt sich aber Barnes am offensiven Brett, der gefoult wird und anders als Bryant und Gasol Nervenstärke beweist: 2/2 von der Linie! Die Lakers gewinnen 96:91!

Der Star des Spiels: Derek Fisher. Welch Duplizität der Ereignisse: Beim 73:70 im ersten Aufeinandertreffen war Fisher mit einem Dreier der Garant und der Star des Spiels gewesen, nun wiederholte er in Dallas die Leistung. 13 seiner 15 Punkte lieferte er nach der Pause. Als seine wertvollsten Würfe sollten sich der Dreier und 30 Sekunden später der Zweier erweisen, die die Lakers mit 89:82 in Front brachten. Der 9:0-Run der Gäste 3:43 Minuten vor dem Ende war richtungsweisend für den Ausgang. Teamkollege Gasol sowie Mavs-Gegenüber Carter starteten furios in die Partie, doch nach der Paue kamen für Gasol nur 8 Punkte (von 16 auf 24) und für Carter sogar nur 2 Punkte (von 18 auf 20) hinzu.

Der Flop des Spiels: Kobe Bryant. Vor dem Spiel amüsierte er sich mit etwas Trashtalk. Sein Wurf sei "sexyer" als der von Nowitzki und Dallas sollte aus seiner Sicht weiter daran glauben, dass er von Edelverteidiger Shawn Marion ausgeschaltet werden könnte: "Ich will nicht, dass die Mavs mich doppeln oder in der Zone verteidigen. Ich will, dass mich Marion Eins-gegen-eins verteidigt, weil er ja so ein großartiger Verteidiger ist und keine Hilfe braucht." Bryant sagte es mit einem Lächeln, dennoch hatte er wohl nicht daran gedacht, dass genau das Gegenteil eintritt. Aufgerieben von Marions überragender Defense traf er nur 4/15 aus dem Feld für 15 Punkte und leistete sich 7 Turnover. Seine 5/9 von der Freiwurflinie waren auch nicht erbaulich. Dass es dennoch zum Sieg reichte, ist umso erstaunlicher.

Die Analyse: Nicht nur Fisher als Matchwinner erinnerte an das 73:70 der Lakers Mitte Januar, sondern auch der gesamte Verlauf. Am auffälligsten: Vor vier Wochen hatten Nowitzki und Bryant geschlagene 19 Minuten zusammen auf einen erfolgreichen Korb warten müssen, diesmal waren es 15 Minuten.

Ein Indiz für die hohe Intensität in der Partie, die ein Vorgeschmack gab auf die Playoffs. Dallas vergaß vor der Pause gelegentlich seine Identität als "Defense-first-Team", kam jedoch immer wieder zurück und gestaltete die Partie offen.

Umso ärgerlicher aus der Sicht der Texaner, dass nach dem erfolgreichen Nowitzki-Jumper zum 86:89 1:53 Minuten vor dem Ende der Faden riss. Die Lakers zeigten sich ähnlich unkonzentriert und verwarfen gleich 6 Freiwürfe in Folge (!), nur: Dallas konnte keinen Nutzen daraus schlagen. Das größte Versäumnis: das mangelhafte Rebounding-Verhalten, als Gasol auch seinen zweiten Freiwurf nicht verwandelte. Barnes ging dazwischen, eroberte sich den Abpraller, ließ sich foulen, versenkte beide Freiwürfe - der Sieg für L.A.

Ein Sieg, der die Situation bei den Lakers vorerst beruhigen sollte. In den letzten beiden Tagen hatten sich die Meldungen überschlagen wegen des Chaos im Front Office und wegen der Unzufriedenheit von Bryant darüber, dass Gasol und Bynum weiterhin in der Liga zum Trade feilgeboten werden. Die Folge: Zwischen der vorherigen Partie in Portland und der Aufgabe bei den Mavs kam es zu einem Meeting, zu dem nur die Spieler und keine Offiziellen eingeladen waren. Ob das ein Schlüssel für den Erfolg in Dallas war?

NBA: Der Spielplan der Saison

Haruka Gruber

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