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Nets stellen Negativrekord auf

Von Philipp Dornhegge
Donnerstag, 03.12.2009 | 08:21 Uhr
Jason Kidd hat in seiner Karriere in 1125 Spielen bisher 103 Triple-Doubles verbuchen können
© Getty
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Mit einem ungefährdeten 117:101-Sieg sind die Mavericks der Schmach entgangen, als erstes Team gegen die Nets zu verlieren. Die wiederum haben jetzt die schlechteste Startbilanz aller Zeiten inne. Jason Kidd jagte vergeblich sein 104. Triple-Double.

Die New Jersey Nets (0-18) haben es geschafft: Betrachtet man den Saisonstart, sind sie nach der 101:117-Pleite gegen die Dallas Mavericks (14-5) nun ganz offiziell die schlechteste Mannschaft aller Zeiten.

Vor dem Spiel lagen sie gleichauf mit den Miami Heat von 1988 und den L.A. Clippers von 1999, die nach 17 Niederlagen ihren ersten Sieg feierten. Die Nets warten immer noch auf ein Erfolgserlebnis.

Ex-Maverick Devin Harris (17 Punkte) hatte vor der Partie noch gesagt, dass sein Team an dieses Spiel wie an jedes andere herangehen wolle, was Fans schon als schlechtes Zeichen deuten konnten.

Shooting Guard Chris Douglas-Roberts (24) sprach davon, dass man gedanklich wieder bei 0-0 starten und damit eine neue Saison einläuten wolle.

Beaubois stellt die Weichen auf Sieg

Alles für die Katz: Im Prinzip war schon nach wenigen Minuten klar, dass es wieder nichts werden würde. Und wie so oft legte Rodrigue Beaubois den Grundstein für den 14. Saisonsieg der Mavs.

Korbleger, Alley-Oop-Slam vorwärts, Alley-Oop-Slam rückwärts: Der Rookie aus Guadeloupe war anfangs so heiß, dass er den Ball sogar zum 19:13 in den eigenen Korb tippte.

Danach startete New Jersey zwar einen Lauf und ging sogar mit einem 28:28-Unentschieden in die erste Pause. Aber hatte irgendwer je das Gefühl, dass es für die Mavs schief gehen könnte? Klares Nein!

Das größte Problem für Dallas war vor allem, dass es den Spielern augenscheinlich genauso ging. Die Mavs spielten munter drauf los, verteidigten doch ziemlich naiv und verloren schon im ersten Viertel sechs Mal den Ball.

Dallas schießt kollektiv die Lampen aus

Dann hilft es natürlich, wenn man in der ersten Hälfte über 80 Prozent aus dem Feld für 77 Punkte wirft und zudem alle zwölf Freiwürfe und sieben von acht Dreiern im Korb unterbringt.

Sehr gut gefiel zudem Erick Dampier, der nach acht Spielen mit einer mysteriösen und noch immer nicht näher definierten Krankheit erst zum zweiten Mal wieder im Team stand. Dampier rackerte und verteidigte, als wäre er nie weg gewesen und verbuchte neben zwei Blocks erneut ein Double-Double.

Jeder durfte mal werfen bei den Mavs, und so streute Dirk Nowitzki nur gelegentlich einen Jumper ein und beschränkte sich ansonsten aufs Passspiel. Am Ende verbuchte der deutsche Superstar mit 8 Assists ein Season-High und war dennoch Topscorer der Partie.

Nets vs. Mavericks: Die Highlights zum Spiel als Video bei ESPN

Jason Kidd: die Attraktion des Abends

Mit 50:77 aus Nets-Sicht ging es in die Kabinen. Eigentlich hätten die Fans das IZOD Center schon in der Halbzeitpause verlassen können, wäre da nicht Jason Kidd gewesen.

Der Point Guard, der sechs Jahre in New Jersey zauberte und entsprechend warmherzig empfangen wurde, war mal wieder auf Triple-Double-Kurs, und natürlich wollte jeder wissen, ob es für den 104. seiner Karriere reichen würde.

Coach Rick Carlisle tat Kidd den Gefallen und ließ ihn trotz deutlichen Vorsprungs auch im vierten Viertel spielen, aber es sollte wieder nicht reichen, ihm fehlten zwei Rebounds.

59 knapp verpasste Triple-Doubles

Ein wachsamer Kidd-Fan hat sich vor einigen Tagen übrigens die Mühe gemacht und recherchiert, wie oft der 36-Jährige an diesem Versuch knapp gescheitert ist.

Ergebnis: Satte 59 Mal fehlten Kidd entweder ein Assist, ein Rebound oder ein Field Goal! Nicht, dass er Oscar Robertson (181), dem besten aller Zeiten, auf den Fersen wäre, aber immerhin hätte er Magic Johnson (138), die Nummer zwei auf der Liste, längst hinter sich gelassen.

Den Mavs wird das herzlich egal sein, aber für die Fans wäre es ein letztes Highlight in einem einseitigen Spiel gewesen, nachdem man sich nur noch fragen kann: Knacken die Nets jetzt auch den Rekord für die längste Niederlagenserie aller Zeiten?

Den halten gemeinsam die Vancouver Grizzlies von 1995/1996 und die Denver Nuggets von 1997/1998, die Marke steht bei 23 Pleiten in Serie.

Fünf Spiele bis zur längsten Pleitenserie

Fünf Chancen also hat New Jersey noch, um die ultimative Schmach abzuwenden. Und rein personell würde man denken, dass es so schlecht gar nicht um die Nets steht: Harris ist einer der schnellsten Spieler der Liga, Brook Lopez (16) einer der talentiertesten Center und Chris Douglas-Roberts ein erstklassiger Scorer. Von der Bank kommen mit Bobby Simmons (10), Rookie Terrence Williams (8) und Courtney Lee (13), im Vorjahr wichtiger Teil beim Finals-Run der Orlando Magic, weitere gute Leute.

"Schade für die Jungs", fühlte Kidd mit seinem alten Team mit. "Es ist zwar niemand mehr dabei, mit dem ich damals so erfolgreiche Zeiten hatte, aber sie setzen nunmal auf die Jugend. Und in dem Team steckt defintiv eine Menge Talent."

Und ausnahmsweise meint es der Spielplan in diesen Tagen gut mit der schlechtesten Mannschaft der Liga: In Spielen gegen die Charlotte Bobcats, New York Knicks, Chicago Bulls, Golden State Warriors und Indiana Pacers sollte sich doch die eine oder Gelegenheit für einen Sieg ergeben.

Die Mavericks werden derweil mit viel Selbstvertrauen zum nächsten Gegner reisen: Am Freitag stellen sich Nowitzki und Co. in Memphis vor, wo die Grizzlies seit dem Abgang von Allen Iverson immerhin respektable Ergebnisse erzielen.

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