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NBA - Fünf Fakten zu den Boston Celtics: Nicht nur Trottel im Team

Kyrie Irving und die Boston Celtics treffen am Sonntag um 21.30 Uhr auf die Houston Rockets.

Die Boston Celtics treffen am Sonntagabend um 21.30 Uhr auf die Houston Rockets um Superstar James Harden. In Boston brodelt es derzeit, auch wenn ein hart umkämpfter Sieg gegen Washington ein wenig Entlastung brachte. Kyrie Irving sorgt derweil wieder für Schlagzeilen.

Die Partie ist ab 21.30 Uhr im kostenlosen LIVESTREAM auf SPOX.com zu sehen.

1. Celtics: Aufatmen nach Sieg gegen Washington

Es war weiß Gott nicht schön, doch am Ende durften alle Beteiligten bei den Boston Celtics durchschnaufen. Gegen Washington wurde erstmals seit dem All-Star-Break gewonnen, wenn auch wenig überzeugend. Dank eines guten Schlussabschnitts konnten die Probleme ein wenig beiseite geschoben werden. In Halbzeit eins genehmigten die Celtics noch 21 Punkte in Transition, zudem hatten die Kobolde mal wieder Schwierigkeiten aus der Distanz (10/35 Dreier).

"Wir haben diesen Sieg dringend gebraucht", berichtete ein sichtlich erleichterter Terry Rozier. "Wir hatten zuletzt einige Probleme und eigentlich hatten wir die auch heute." Dabei half auch der Gegner, der außer des bockstarken Bradley Beal wenig anzubieten hatte.

Das machten sich die Celtics letztlich im vierten Viertel zu Nutze und doppelten den Shooting Guard aggressiv. Es gelangen zwei Steals und Transition-Körbe in Folge, die Boston dringend benötigte und das Spiel entschieden. "Wir müssen wieder mit mehr Seele spielen", hatte Marcus Morris noch vor dem Spiel gefordert und in Ansätzen war dies auch erkennbar.

Es hakte erneut in der Offense, doch defensiv zeigte Boston über einige Strecken schon wieder ein gutes Niveau. Die Wizards brauchten über sechs Minuten, um überhaupt ein Field Goal im Halbfeld zu erzielen, profitierten dann aber durch teils fürchterliche Transition-Defense der Gastgeber. Dennoch hielten die Celtics ihren Gegner zum dritten Mal in den vergangenen fünf Spielen bei unter 100 Punkten (Milwaukee, Portland, Washington). Ein Umstand, auf den sich aufbauen lässt.

2. Der verbesserte Jaylen Brown

Das gilt auch für Brown, der wieder deutlich aktiver wirkt und sich im vierten Viertel gegen Washington vornehmlich um Beal kümmerte und dabei glänzen konnte. Der Wizards-Star machte nur 2 (1/5 FG) seiner 29 Punkte im Schlussabschnitt und leistete sich zudem zwei verhängnisvolle Ballverluste.

Brown wurde deshalb nach dem Spiel von allen Seiten gelobt. "Das habe ich lange nicht mehr von Jaylen gesehen", stellte Marcus Smart fest. "Das sah fast schon wie bei mir aus, wie er sich nach jedem Ball geschmissen hat." Auch Coach Brad Stevens konnte nur zustimmen und bescheinigte dem Youngster ein gutes Spiel, auch wenn er weiter auf der Suche nach seinem Wurf ist.

Seit dem All-Star-Break trifft Brown nur 30 Prozent seiner Würfe, ist damit aber auch in bester Gesellschaft. Außer Kyrie Irving und Smart trifft kein Celtics-Spieler im Moment besser aus der Distanz, als Team gehen gerade einmal 28 Prozent durch die Reuse.

3. Kyrie Irving gelangweilt von der Regular Season

Die Regular Season ist lang, verdammt lang. Die Protagonisten der Warriors reden immer wieder über diesen Grind. Coach Steve Kerr gab offen zu, wie schwer es ist, sich immer aufs Neue zu motivieren. Nun, die Warriors können sich dies erlauben, sie konnten in den vergangenen beiden Jahren stets den Schalter umlegen.

Doch können dies auch die Celtics? Fakt ist, im Moment sind die Spiele schwer genießbar, es ranken sich jede Menge Gerüchte um die Franchise, wer mit wem klar kommt, ob die Veteranen mit den jungen Spielern unzufrieden sind. Entsprechend kommen auch stets kritische Fragen der Journalisten.

Kyrie Irving scheint davon allmählich genug zu haben. "Ich kann es kaum erwarten, wenn dieser Bullshit von Regular Season vorbei ist. Wir reden immer wieder davon, besser zu werden, immer wieder. Ich will auf dem höchsten Level spielen, das sind die Playoffs und dafür bin ich hier."

Dabei ist es Uncle Drew herzlich egal, dass Boston im Moment nur auf Platz fünf im Osten liegt und somit Gefahr läuft, in keiner einzigen Playoff-Runde einen Heimvorteil zu haben. Der Guard sieht Parallelen zu den Cleveland Cavaliers im Jahr 2017, als diese auch nur auf Platz drei landeten und dennoch in die Finals einzogen. "Auch da haben wir ein paar Spiele verloren, am Ende haben wir aber die ganze Conference gesweept", erklärte Irving weiter.

Allerdings: Damals hatte Irving mit LeBron James den besten Spieler der Liga an seiner Seite, der über Jahre in den Playoffs dominierte. Dies können die Celtics nicht unbedingt von sich behaupten. Schlüsselspieler wie Jayson Tatum oder Brown hatten zwar in der vergangenen Saison einen großen Run, konnten die Leistungen in dieser Spielzeit aber nur bedingt bestätigen. Irving scheint dies nicht zu stören: "Wenn wir das spielen, was wir können, kann im Osten niemand mit uns mithalten", tönte Uncle Drew weiter.

Es ist eine interessante Aussage. Langweilen sich die Celtics womöglich? Die Auswärtsbilanz gegen die möglichen Gegner in der Postseason macht im Moment wenig Mut. Lediglich die Sixers konnten bisher in der Fremde geschlagen werden.

Boston Celtics: Ergebnisse gegen die Konkurrenten im Osten

GegnerBilanzErgebnisseAusstehend
Milwaukee1-2117:113 (H), 107:120 (H), 97:98 (A)-
Toronto2-2101:113 (A), 123:116 OT (H), 117:108 (H), 95:118 (A)-
Indiana1-1101:102 (A), 135:108 (H)H, A
Philadelphia3-0105:87 (H), 121:114 OT (H), 112:109 (A)A
Brooklyn2-1116:95 (H), 102:109 (A), 112:104 (H)A

4. Celtics: GM Danny Ainge bleibt gelassen

Auch General Manager Danny Ainge pflichtete seinem Star in dieser Hinsicht teilweise bei. "Wir hatten gute Phasen, bei denen man unser Talent gesehen hat, es fehlte bisher nur die Konstanz" analysierte der GM in der Rich&Toucher Show. Er sprach aber auch an, dass die Erwartungen an das Team vor der Saison eventuell zu hoch gesteckt waren.

Die vier Niederlagen zuletzt haben Spuren hinterlassen, nach dem All-Star-Break sind die Celtics die mit Abstand schlechteste Offense der Liga (100,8), hinzu kamen teils unerklärliche Auftritte wie gegen Chicago oder auch Toronto. Ainge war zuletzt häufiger in der Kabine zu sehen, speziell in Gesprächen mit Irving. Was es dabei zu besprechen gab, wollte der GM aber nicht preisgeben.

Vielmehr betonte Ainge wiederholt, dass er weiter große Stücke auf dieses Team hält. "Ich schaue auf unseren Kader und da ist keiner, den ich nicht mag. Wir haben keine Trottel in unserem Team. Das sind alles gute Jungs, die einfach nur gut spielen wollen."

5. Aron Baynes: Die Rückkehr naht

Es mag irgendwie falsch klingen, aber die Celtics benötigen den Australier dringend. Ohne den Hünen steht Boston gerade einmal bei einer Bilanz von 16-13 (mit ihm 22-12), es ist kein Zufall, dass Baynes mit 10,8 das beste Net-Rating aller Celtics-Spieler aufweisen kann.

Die Celtics haben schlicht und einfach keine Kante wie den physischen Aussie im Kader. Al Horford kann dies sicherlich mit seiner Cleverness wettmachen. Daniel Theis hat aber in dieser Saison Probleme mit großen Gegenspielern, während Rookie Robert Williams noch nicht ready ist.

"Gegen Teams mit guten Bigs hatten wir in der Vergangenheit immer Probleme", musste auch Stevens nach der Pleite gegen Portland eingestehen. "Baynes fehlt uns wirklich." So gab es zuletzt einige Experimente, unter anderem mit Morris auf der Fünf oder Williams mit Minuten spät im vierten Viertel, was aber alles eher weniger fruchtete.

So kam Williams nur für 29 Sekunden zum Einsatz und stand in dieser Zeit gegen Jusuf Nurkic völlig falsch, obwohl Stevens so laut Anweisungen an den Rookie gab, dass man es auch unter dem Hallendach des TD Garden vernehmen konnte.

Gegen Houston könnte Baynes nun tatsächlich sein Comeback geben, wie der 32-Jährige vor dem Spiel gegen die Wizards vor den versammelten Reportern verkündete. "Ich will wieder spielen, aber mir wird gesagt, dass ich es langsam angehen soll", ließ er verlauten. "Auf lange Sicht ist es wohl das Beste für mich, aber das will ich natürlich nicht hören", scherzte der gut gelaunte Baynes weiter, der wenig später auch noch berichtete, dass ihm sein dreijähriger Sohn die Haare geschnitten hätte. Warum auch nicht?

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