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NBA Spielbericht: Milwaukee Bucks gewinnen Thriller gegen die Boston Celtics

Giannis Antetokounmpo legte gegen die Boston Celtics ein Double-Double auf.

Die Milwaukee Bucks haben im Spitzenspiel der Eastern Conference einen Sieg gegen die Boston Celtics eingefahren und besitzen damit weiterhin die beste Bilanz der NBA. Beim hauchdünnen 98:97-Sieg überragte mal wieder Giannis Antetokounmpo, doch den entscheidenden Wurf traf Khris Middleton in einer wilden Schlussphase.

Beim ersten Auftritt im Fiserv Forum mussten die Celtics auf Gordon Hayward verzichten, der kurzfristig ausfiel. Nikola Mirotic gab für Milwaukee hingegen sein Debüt, kam aber erst einmal von der Bank. Beide Teams zeigten sich zu Beginn noch rostig vom All-Star Break. Kyrie Irving schoss vier Fahrkarten, Giannis Antetokounmpo ließ einen Dunk liegen und leistete sich schnell zwei Turnover.

Boston fand zuerst ein wenig Rhythmus und führte Mitte des Viertels zweistellig, aber der starke Khris Middleton küsste die Gastgeber ein wenig wach. Unter anderem hätte der All-Star beinahe Daniel Theis ein bitteres Poster verpasst, doch der Deutsche konnte gerade so noch foulen. Boston führte nach zwölf Minuten dennoch mit 22:20.

Das Niveau wurde in der Folge angehoben, beide Teams ließen den Ball gut laufen, alle Spieler wurden eingebunden. Mirotic erzielte per Tip-In seine ersten Punkte für die Bucks. Boston hatte in den Minuten ohne Al Horford Probleme, mit ihm stand vor allem die Defense. Milwaukee traf aber im zweiten Viertel den Dreier deutlich besser und ging so mit einer 53:47-Führung in die Kabine.

Die zweite Halbzeit startete wieder sehr fahrig, es regnete Backsteine aus allen Lagen. In den ersten sechs Minuten trafen beide Teams nur 3/22 aus dem Feld, erst ein Alley Oop für Smart und ein Dunk von Antetokounmpo weckten das Publikum wieder. Auch Mirotic streute nun zwei Triples back-to-back ein, aber die Bucks konnten sich aufgrund zu vieler Ballverluste nicht absetzen. 72:68 vor dem Schlussabschnitt.

Khris Middleton entscheidet wilde Schlussphase

Aufgrund fünf Punkten in Folge von Malcolm Brogdon gerieten die Celtics aber ins Hintertreffen, der Greek Freak legte sogar noch einen Dreier nach. Doch die Celtics blieben im Spiel und nach einem Irving-Dreier waren die Gäste wieder auf zwei Zähler dran und wenig später sogar in Front (89:90). Dies währte aber nicht lange, Middleton zeigte sich clutch und traf 32 Sekunden vor dem Ende wieder zur Führung (98:95). Irving verkürzte per Leger, doch danach foulte Boston nicht.

Marcus Smart forcierte 3,7 Sekunden vor dem Ende einen Sprungball, die Bucks hatten nur noch 0,2 Sekunden für den Angriff, eine Shotclock Violation war die logische Folge. Kyrie kam nach einer Auszeit noch einmal zum Abschluss, doch sein wilder Korbleger klatschte dank der starken Bucks-Defense nur auf den Ring.

Bester Scorer der Bucks war natürlich Antetokounmpo, der neben seinen 30 Punkten (11/19 FG) auch noch 13 Rebounds und 6 Assists auflegte. Unterstützung bekam der Grieche von Middleton (15, 13 Rebounds) und Brogdon (15). Für Boston hatte Irving (22, 9/27 FG) lange große Schwierigkeiten, während Horford (21, 17 Rebounds, je 3 Blocks und Steals) ein starkes Double-Double auflegte. Tatum verbuchte 17 Zähler und 10 Rebounds. Theis kam nur in der ersten Halbzeit sechs Minuten zum Einsatz, in denen er seinen einzigen Wurf, einen Dreier auf den Ring setze.

Die wichtigsten Statistiken

Milwaukee Bucks (44-14) vs. Boston Celtics (37-22) 98:97

  • Das erste Viertel war teils schwere Kost, da noch der Rhythmus fehlte. Die Bucks trafen 36 Prozent, die Celtics sogar nur 33 Prozent aus dem Feld. Hinzu kamen zusammengerechnet gleich 11 Ballverluste und einige weitere wilde Sequenzen. Mit Spitzenspiel hatte dies wenig zu tun. Auch im dritten Viertel war es wieder sehr zäh, beide Teams trafen gerade einmal 15/48 Versuche aus dem Feld.
  • Milwaukees Offense wurde im zweiten Viertel aber besser, weil der Ball besser bewegt und so einige offene Dreier herausgespielt wurden. Nach nur 2/8 im ersten Viertel, folgten sechs verwandelte Distanzwürfe (10 Versuche) im zweiten Abschnitt. Ganz so heiß blieben die Bucks zwar nicht, aber 36 Prozent und 14 verwandelte Triples lagen ungefähr im Saisonschnitt der Franchise aus Wisconsin.
  • Boston traf vor allem durch Jumper recht wenig, war aber in Person von Horford immer wieder am offensiven Brett präsent. Der Center hatte schon in der ersten Halbzeit 6 Offensiv-Rebounds eingesammelt. Am Ende hatten die Celtics 12 offensive Boards eingesammelt, Mliwaukee kam am Ende auf 9 zweite Chancen.
  • Trotz der guten Dreierquote konnten sich die Gastgeber aber nicht absetzen, was an zu vielen Ballverlusten lag. Insgesamt unterliefen den Bucks 15 Ballverluste (aber nur 2 im vierten Viertel), wobei gleich 11 Steals der Celtics waren. Boston generierte daraus 14 Zähler, während die Celtics den Ball nur sechsmal abgaben und daraus nur zwei Zähler kassierten.

Milwaukee Bucks vs. Boston Celtics: Die Stimmen zum Spiel

Giannis Antetokounmpo (Bucks) über den Game-Winner von Middleton: "Ich wusste, dass er reingeht. Ich habe ihn schon millionenmal gesehen, wie er diese Würfe trifft, im Training, im Spiel. Er ist in solchen Situationen einfach unglaublich ruhig."

Al Horford (Celtics) über den letzten Wurf von Irving: "Wir wollten, dass Kyrie den Ball in den Händen hat und dass er kreiert. Ich dachte schon, dass wir damit in einer guten Lage waren."

Der Star des Spiels

Giannis Antetokounmpo. Der Grieche startete recht behäbig, doch ab dem zweiten Viertel war der MVP-Kandidat voll auf der Höhe und Boston hatten alle Hände voll zu tun. Als Milwaukees Offense stockte, übernahm wieder der Grieche und sorgte für wichtige Entlastung. Außer Horford hatte kein Gäste-Spieler den Hauch einer Chance gegen die Urgewalt des Forwards. Apropos Urgewalt: Wie Giannis Tatum im vierten Viertel in Transition abräumte, kann wohl keiner so wie der Bucks-Star.

Der Flop des Spiels

Kyrie Irving. Hat da jemand in Charlotte zu viel gefeiert? Uncle Drew gelang vor allem in der ersten Halbzeit wenig und traf von zehn Würfen nur einen schweren Fadeaway über Lopez. Ansonsten regnete es Backsteine und selbst Korbleger konnte der Guard nicht verwandeln. Nach dem Wechsel präsentierte sich dann ein besserer Irving, der die Celtics auf Tuchfühlung hielt, aber einige wilde Aktionen waren auch da wieder dabei. Komplett blass blieb dagegen Backup Terry Rozier.

Coaching Move des Spiels

Kann Brook Lopez in den Playoffs auf dem Feld bleiben? Diese Thematik dürfte in der Postseason enorm wichtig werden und Boston testete den oft etwas hüftsteif wirkenden Center, wo es nur ging. Immer wieder packten die Celtics Lopez in Pick'n'Rolls und bekamen so häufig den Switch. Der Center schlug sich aber überraschend gut gegen Irving und Co. und ließ kaum Drives zum Korb zu. Stattdessen nahmen die Gäste jede Menge Jumper über die langen Arme des Bigs, meist mit nur wenig Erfolg.

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