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NBA

Dank Chris Paul – Houston Rockets beenden die Serie der Golden State Warriors

Von Philipp Jakob
Chris Paul führt die Rockets mit 33 Punkten zum Sieg gegen die Warriors.

Nach 14 Auswärtssiegen in Folge ist nun Schluss: Die Golden State Warriors (37-10) müssen sich mit 116:108 (BOXSCORE) den Houston Rockets (32-12) geschlagen geben. Im Duell der beiden besten Teams der Western Conference schenken sich die Dubs und Rockets absolut nichts. Am Ende ist der bärenstarke Chris Paul der entscheidende Faktor.

Bei seinem Comeback nach überstandener Verletzungspause am vergangenen Donnerstag gegen die Timberwolves präsentierte sich James Harden noch recht rostig - davon war gegen Golden State von Beginn an überhaupt nichts mehr zu sehen. The Beard hämmerte den Gästen in den Anfangsminuten gleich mal drei Dreier um die Ohren, seine Kollegen ließen sich von diesem Offensivrausch offensichtlich ebenfalls anstecken.

Allein im ersten Viertel versenkte Houston 7 Dreier (insgesamt 68,2 Prozent aus dem Feld) und erarbeitete sich so eine frühe Führung. Zwar begannen die Rockets den zweiten Abschnitt deutlich verhaltener, dennoch bauten die Hausherren ihren Vorsprung auf 17 Zähler aus. Erst mit einem 11:1-Lauf kurz vor der Halbzeitpause meldeten sich die Warriors zurück in der Partie, sodass sie nach 24 Minuten wieder in Schlagdistanz waren (65:58 für Houston).

Im dritten Abschnitt ging es entsprechend ausgeglichen weiter. Die beiden besten Offensiven der Association schenkten sich nichts und scorten weiterhin recht hochprozentig. In den letzten Minuten des Viertels brachte Nick Young (16 Punkte, 4/7 Dreier) seine Farben schließlich mit zwei Dreiern in Folge bis auf 1 Punkt heran (92:91 Houston).

Das qualitativ sehr hochwertige und gleichzeitig extrem spannende Duell der beiden besten Teams der Western Conference sollte sich schließlich erst in den Schlussminuten entscheiden. Harden - der nach seiner Oberschenkelverletzung eigentlich ein Minutenlimit von 30 Minuten aufgebrummt bekam, aber dennoch in der entscheidenden Phase auf dem Court stand - versenkte eine Minute vor dem Ende einen Stepback-Dreier über die ausgestreckten Arme von Stephen Curry - 6 Punkte Führung für die Rockets.

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Das war zu viel für Golden State. Auf der anderen Seite stellte der Bärtige mit einem Block gegen Curry seine Defensiv-Künste unter Beweis, anschließend scheiterte Kevin Durant mit einem Versuch von Downtown. Damit war das Spiel entschieden, erst recht nachdem der bärenstarke Chris Paul (33 Punkte, 11 Rebounds, 7 Assists) zwei Freiwürfe zum 116:108-Endstand verwandelte.

Trotz der 26 Zähler von Durant (dazu 7 Rebounds, 5 Assists) endete damit die Serie der Dubs von 14 Auswärtssiegen in Folge, Golden State schrammte nur knapp an einem Franchise-Rekord vorbei. Draymond Green wehrte sich noch mit 21 Punkten, 7 Rebounds sowie 6 Assists gegen die drohende Niederlage, währen Curry (19 Punkte, 8 Assists, 6 Turnover, 6/20 FG) keinen Sahnetag erwischte.

Auf der anderen Seite kam Harden auf 22 Zähler und 8 Assists (ebenfalls 6 Ballverluste) und stand insgesamt 34 Minuten auf dem Parkett. Clint Capela lieferte mit 18 Punkten wichtige Unterstützung, Ryan Anderson wütete erfolgreich unter den Brettern (5 Punkte, 13 Rebounds). Houston feierte damit den fünften Sieg aus den vergangenen sechs Spielen.

Houston Rockets vs. Golden State Warriors: Die wichtigsten Statistiken

  • Als der Dreier der Rockets im zweiten Viertel nicht mehr ganz so sicher fallen wollte wie noch zu Beginn der Partie, setzte sich Houston dennoch weiter ab. Das lag vor allem an der Reboundüberlegenheit der Hausherren: Die Rockets schnappten sich allein in der ersten Hälfte 8 Offensiv-Rebounds (GSW: 2), die sie wiederum in einige Second-Chance-Points ummünzten. Insgesamt holte sich Houston 46 Bretter, Golden State nur 33.
  • Dass beide Teams gerne aus der Distanz abdrücken, dürfte zu diesem Zeitpunkt niemanden mehr überraschen. Dementsprechend hatte Houston am Ende der Partie 37 Dreierversuche auf dem Konto, von denen 14 den Weg durch die Reuse fanden (37,8 Prozent). Etwas besser lief es bei den Gästen. Die Dubs trafen 47,2 Prozent von Downtown (17/36 Dreier).
  • Rockets-Coach Mike D'Antoni setzte im kompletten Spiel gerade einmal acht Akteure ein. Auf der anderen Seite kamen dagegen insgesamt zehn Warriors zum Einsatz, obwohl mit Andre Iguodala oder Jordan Bell wichtige Reservisten fehlten. Dennoch lieferte die Dubs-Bank wichtige Minuten, gerade Young brachte mit seinem Scoring entscheidende Impulse. Dank einer starken Leistung von P.J. Tucker konnten die Rockets-Reservisten aber auch trotz der Off-Night von Eric Gordon (0/9 Dreier) recht gut mithalten (30:24 GSW).
  • Assists und Turnover. Darauf legt Warriors-Coach Steve Kerr oft sein Hauptaugenmerk beim Blick ins Boxscore. An diesem Abend dürfte er mit gemischten Gefühlen aus der Partie gegangen sein. Zwar verteilten die Dubs starke 31 Vorlagen, dem gegenüber standen allerdings auch eher untypische 19 Ballverluste. Die nutzten die Rockets wiederum für 23 direkte Punkte. Immerhin zwangen die Gäste Houston ebenfalls zu 16 Turnover.

Rockets vs. Warriors: Hier geht's zum BOXSCORE!

Houston Rockets vs. Golden State Warriors: Die Stimmen

James Harden (Rockets) über die Warriors: "Offensichtlich haben sie seit vier Jahren Meisterschafts-Kaliber. Genau das versuchen wir auch aufzubauen."

Steve Kerr (Warriors-Coach): "Es war eine gute Serie mit einem enttäuschenden Ende. Aber wir haben heute einen Sieg nicht verdient gehabt. Wir haben ziemlich schlecht gespielt, uns ins eigene Fleisch geschnitten und das gegen ein großartiges Team."

Der Star des Spiels

Chris Paul. Die Warriors fanden einfach keine Antwort auf den bärenstark aufgelegten Point Guard. CP3 traf hochprozentig aus dem Feld (10/20 FG) und präsentierte sich genauso sicher von Downtown (6/11 Dreier). In den richtigen Momenten bewies er zudem sein starkes Auge für die Mitspieler.

Der Flop des Spiels

Klay Thompson. Offensiv war der zweite Teil der Splash Brothers an diesem Abend überhaupt kein Faktor. Thompson fand nie richtig in seinen Rhythmus und beendete die Partie deshalb mit mageren 8 Punkten bei 3 von 11 aus dem Feld. Auch mit seiner sonst so starken Defense konnte er gegen CP3 oder Harden keine Akzente setzen.

Coaching Move des Spiels

Gegen Houstons dynamisches Backcourt-Duo bestehend aus Paul und Harden versuchten die Warriors defensiv mit vielen Switches gegenzuhalten. Damit sollte verhindert werden, dass gerade CP3 sein starkes Passspiel entfalten kann. Das Konzept ging allerdings nur bedingt auf, da Paul jedes Mismatch und jeden noch so kleinen Freiraum mit seinem starken Shooting effektiv ausnutzte. Daher stellte Golden State zwischenzeitlich auf recht aggressive Traps um, aus diesen Situationen konnte sich Paul jedoch wiederum mit guten Pässen befreien.

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