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Die Cavs und Raptors nach Spiel 2

LeBron, der Dirigent

Von Thorben Rybarczik
Freitag, 20.05.2016 | 08:32 Uhr
LeBron James legte gegen die Raptors ein Triple-Double auf
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Auch in Game 2 lassen die Cleveland Cavaliers den Toronto Raptors keine Chance. Mit einem beeindruckenden Triple-Double unterstreicht LeBron James seine Vormachtstellung im Osten und klettert nebenbei auf der Legenden-Leiter nach oben. Dwane Casey meckert über die vielen Fouls seiner Jungs.

Raptors-Coach Dwane Casey hatte LeBron James vor Spiel 2 der Eastern Conference Finals als "Computer" bezeichnet, wenn es darum geht, gegnerische Defenses zu lesen und sie je nach Situation in ihre Einzelteile zu zerlegen. Sollte es noch irgendjemanden auf diesem Planeten geben, der diese Aussage nicht nachvollziehen kann, dem sei an dieser Stelle das besagte Spiel ans Herz gelegt - in diesem hatte "Computer" James anscheinend ein mindestens vier Gigabyte großes Arbeitsspeicher-Upgrade erhalten.

Denn die Präzision, mit der er besonders im ersten Viertel die Raptors-Defense sezierte, war schon fast nicht mehr menschlich. Angriff um Angriff wurde er gegen Carroll auf der linken Seite isoliert, verschaffte sich mit ein, zwei Dribblings Platz und brachte die Helpside-Rotation der Kanadier in Bewegung. Wobei: Phasenweise hatte es eher den Anschein, als würde er die komplette Verteidigung dirigieren, um sie sich nach seinen Wünschen zurecht zu legen.

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Beispiel gefällig? Mit dem Rücken zum Korb dribbelnd brachte er die Raptors dazu, einen zweiten Verteidiger zu schicken. James erkannte dies frühzeitig und visierte mit seinen Augen den in der ballfernen Ecke lauernden J.R. Smith an, was wiederum Helpside-Verteidiger DeMar DeRozan dazu veranlasste, seinen Posten in der Zone zu verlassen um den anstehenden Pass auf Smith zu verhindern. Darauf hatte LeBron natürlich nur gewartet und bediente den plötzlich am Brett komplett freien Tristan Thompson mit einem No-Look-Pass, der sich per Slam bedankte.

"Immer schwer, mich zu verteidigen"

Es war phasenweise eine Machtdemonstration von LBJ, der durch eigene Abschlüsse oder Assists an 20 der ersten 22 Cavs-Punkte beteiligt war. "Wir erleben jeden Tag im Training, was für ein großartiger und kompletter Spieler er ist. Dann ist man von solchen Auftritten nicht mehr überrascht - aber ich genieße sie natürlich trotzdem", lobte nach der Partie auch Cavs-Coach Tyronn Lue.

Und sein Gegenüber Dwane Casey ergänzte: "Eigentlich macht er nichts, was wir nicht erwartet hätten." Das mag zwar wie eine Art Kapitulation klingen, unterstreicht aber vor allem das Dilemma, das zurzeit wohl jedes Team gegen einen James in dieser Verfassung haben würde.

Das sieht auch der Protagonist selber so: "Ich denke, es ist immer schwer, gegen mich zu verteidigen. Aber wenn ich zwei All-Stars in dieser Verfassung neben mir habe, wird es noch schwerer für die Gegner, weil sie ihre Augen überall haben müssen. Das ist natürlich nicht immer möglich und hilft auch mir."

LeBron übertrumpft Shaq

Das klingt zwar nicht gerade bescheiden, allerdings gab es auch kein Grund zur Tiefstapelei. Denn die 23 Punkte von James (nebst 11 Rebounds und 11 Assists) bedeuteten, dass er in der All-Time Scoring List an Shaquille O'Neal vorbeizog und mit inzwischen 5.255 Zählern auf Platz vier rangiert. "In solchen Momente denke ich immer an meine Kindheit, in der ich Spieler wie Shaq bewundert habe und niemals gedacht hätte, mal in einem Atemzug mit ihnen genannt zu werden. Das bedeutet mir sehr viel", kommentierte er seinen neuesten Coup.

Mit den zuvor von LeBron erwähnten All-Stars sind natürlich Kyrie Irving und Kevin Love gemeint, die in der laufenden Postseason noch mehr von der Präsenz des Franchise Players profitieren als in der Vergangenheit. Auch in Game 2 war der "kleine" Teil der Big Three mit 26 (Irving) bzw. 19 Punkten (Love) zur Stelle.

Lowry bleibt optimistisch

Dabei machten die Raptors defensiv vieles besser als bei der Niederlage im ersten Spiel. Zwar waren sie auch diesmal nicht in der Lage, den Gegner aus der Zone fernzuhalten, warfen ihm dort aber immerhin alles entgegen - ganz so frei waren die Abschlüsse bis auf ein paar Ausnahmen nicht. Allerdings gab es ein großes Makel: Sie verteidigten alles andere als sauber, was auch den Schiedsrichtern nicht entging.

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Die Cavs traten 37-mal den Weg an die Freiwurflinie an. "Wir müssen anfangen, Defense zu spielen, ohne dauernd zu foulen. Wenn sie so oft an der Linie stehen, haben wir keine Chance", erkannte auch Casey. Das wäre aber nicht das einzige Manko, das die Kanadier bekämpfen müssen - denn da wäre auch noch die Trefferquote von Kyle Lowry (10 Punkte, 4/14 FG), ohne dessen Erfolgserlebnisse nicht viel zu holen sein wird.

Der All-Star gab sich kampfeslustig: "Ich bin nach wie vor voller Selbstvertrauen. Ich habe zwar in dieser Serie viele Würfe daneben gesetzt, in der Serie davor aber viel getroffen. Ich denke mehr an die Würfe, die ich getroffen habe", versicherte er.

Thompson als Spielverderber

Dass er nicht an die Form aus seiner persönlich starken Miami-Serie anknüpfen kann, liegt nicht zuletzt an Tristan Thompson. Dieser ist als Big Man in der Lage, Pick'n'Rolls zu switchen, ohne dass dadurch Nachteile für sein Team entstehen. Denn dank seiner Athletik und guten Fußarbeit ist er in der Lage, auch kleinere und schnellere Spieler wie Lowry oder DeRozan vor sich zu halten. Einfache Abschlüsse am Brett für das Duo? Gab es praktisch nicht.

Besonders viel Hoffung auf ein Comeback gibt es also eigentlich nicht für die Raptors - bis auf die Tatsache, dass sie die nächsten beiden Spiele zu Hause antreten dürfen. Darauf ist der Gegner allerdings vorbereitet: "Wir müssen noch besser spielen in Toronto. Die Halle ist unglaublich laut, sie versuchen, dort schneller zu spielen. Aber wir sind bereit", so LeBron James. Klingt irgendwie nach einer Drohung.

Der Spielplan im Überblick

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