Mittwoch, 04.05.2016

Spiel 1: Raptors - Heat 96:102 OT

OT-Spektakel! Miami klaut Spiel 1

Und wieder ist der Heimvorteil futsch! Zum siebten Mal in Folge geben die Toronto Raptors Spiel eins in einer Playoff-Serie ab und verlieren mit 102:96 (BOXSCORE) gegen die Miami Heat nach Verlängerung. Dank eines unglaublichen Buzzer-Beaters retten sich die Kanadier in die Overtime, dort macht es Miami mit unnötigen Turnover extrem spannend.

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Das Formtief von Kyle Lowry setzte sich auch in Spiel eins der Conference Semi-Finals nahtlos fort. Dem 30-Jährigen gelang relativ wenig - bis auf einen unglaublichen Buzzer-Beater! Der brachte Toronto nach einem wilden Finish zwar in die Overtime, zum Sieg reichte es trotz guter Leistungen von Jonas Valanciunas (24 Punkte, 14 Rebounds) und DeMar DeRozan (22 Punkte, 4 Assists) nicht.

Dafür war vor allem die Defense der Heat zu stark, die die Raptors in der Verlängerung nahezu komplett abmeldete. Zudem wusste allen voran Dwyane Wade auch auf der anderen Seite des Courts zu überzeugen. Mit 24 Zählern (10/21 FG), 6 Rebounds und 4 Assists führte er sein Team zum Sieg - inklusive eines weiteren Meilensteins!

Auch Goran Dragic mit 26 Punkten sowie 6 Rebounds zeigte eine starke Partie, Hassan Whiteside steuerte 9 Punkte und 17 Rebounds bei. Damit übernahmen die Heat die 1:0-Führung in der Serie und haben den Heimvorteil auf ihrer Seite. Das nächste Spiel findet in der Nacht von Donnerstag auf Freitag statt.

Die Reaktionen:

Dwyane Wade (Miami Heat) über Lowrys Buzzer-Beater: "Unglücklicherweise konnte ich die Szene gut beobachten. Ich habe den Ball verfolgt und gedacht: 'Das passiert jetzt nicht wirklich.' Wir mussten das Spiel heute zwei Mal gewinnen."

Dwane Casey (Raptors-Coach): "In Spiel eins musst du hellwach sein. Du darfst dir nicht solche Fehler erlauben, wie wir sie gemacht haben. Wir haben sie in der Defense gestoppt, aber dann sofort wieder selbst den Ball verloren."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Raptors starteten mit einer kleinen Überraschung in die Conference Semi-Finals: Norman Powell fand sich nach guten Leistungen in der ersten Runde neben Lowry, DeRozan, Carroll und Valanciunas in der Starting Five wieder. Auf Seiten der Heat standen Dragic, Wade, Johnson, Deng und Whiteside von Beginn an auf dem Parkett.

1. Viertel: Offensiv war das zu Beginn kein Meisterwerk. Nur Valanciunas und Whiteside lieferten sich einen heißen Fight in der Zone - bis der Heat-Center ausrutschte und sich am rechten Knie verletzte. Nach kurzer Behandlungspause in der Kabine kam der 26-Jährige aber wieder zurück. In der Zwischenzeit sammelte Valanciunas jedoch 10 Zähler. Die frühe 10:4-Führung der Raptors konnte Miami allerdings wieder ausgleichen - 18:18.

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2. Viertel: Auf einmal legten beide Teams einen Schalter um, plötzlich fiel so gut wie alles. Vor allem die Reservisten wussten auf beiden Seiten Akzente zu setzen. Doch nach zwei versemmelten Dunking-Versuchen der Heat, setzte sich Toronto mit einem 15:5-Lauf ab. Es blieb aber weiter spannend, mit 43:41 für die Raptors ging es in die Halbzeit.

3. Viertel: Nächster Meilenstein für Dwyane Wade! Der 34-Jährige kletterte in der All-Time-Playoff-Scoring-Liste (hier geht es zur Diashow mit den Top 25) weiter nach oben und überholte Elgin Baylor (Platz 16). Mit seinen 9 Zählern in diesem Abschnitt brachte D-Wade zusätzlich sein Team zu einem 7-Punkte-Vorsprung, die höchste Führung im Spiel. Auch Lowry erreichte in gewisser Weise einen Meilenstein: Der Point Guard versenkte seinen ersten Jumper der Partie. 68:63 für Miami.

4. Viertel: Nach einem Heat-Check-Dreier legte Dragic gleich mit zwei weiteren Zählern nach - Miami zog nun auf 10 Punkte davon. Doch das sollte es noch lange nicht gewesen sein! Toronto startete einen 8:0-Lauf und machte es wieder spannend. Kurz vor Schluss machte Dragic aber einen auf Spielverderber und versenkte einen eiskalten Dreier. Doch Miami machte es nochmal spannend, gab den Ball mehrmals aus der Hand und vergab wichtige Freiwürfe. Mit dem Buzzer feuerte Lowry den Verzweiflungsdreier von der Mittellinie - und der ist drin! Unglaublich! Das Spiel geht in die Overtime.

Overtime: Jetzt machte Miami nochmal Ernst! D-Wade und Co. gelangen auch die unmöglichen Würfe, während sie die Raptors auf der anderen Seite komplett abmeldeten. Ein schneller 8-Punkte-Vorsprung war die Folge. Damit war das Spiel mehr oder weniger durch - dachte man. Doch erneut ermöglichten unnötige Ballverluste den Raptors eine letzte Chance. Die nutztt DeRozan allerdings nicht. Wade setzte mit einem Steal den Schlusspunkt - 102:96 für Miami.

Toronto Raptors vs. Miami Heat: Hier geht's zum BOXSCORE

© spox

Der Star des Spiels: Dwyane Wade. Der Veteran auf Seiten der Heat stellte seine Leaderqualitäten besonders in der Overtime unter Beweis. In den kritischen Situationen nahm der 34-Jährige die Verantwortung auf sich und führte Miami mit 24 Punkten, 6 Rebounds, 4 Assists und dem spielentscheidenden Steal zum Sieg. Auch seine leidenschaftlichen Ansprachen dürften dem Team geholfen haben.

Die Highlights von Dwyane Wade im Video!

Der Flop des Spiels: Kyle Lowry. Was ist nur mit Lowry los? In den Playoffs fand der Point Guard der Raptors bisher noch überhaupt nicht zu seiner Form. An diesem Abend lief erneut wenig bis gar nichts zusammen, nur 3 der 13 Versuche des 30-Jährigen gingen durch die Reuse. Damit standen schwache 7 Punkte und 5 Assists bei 3 Turnover im Boxscore. Auch sein unglaublicher Buzzer-Beater änderte daran wenig.

Das fiel auf:

  • Von einem Offensiv-Feuerwerk waren die beiden Teams so weit entfernt wie Kyle Lowry von seiner Normalform. Dafür boten besonders die Raptors eine ansprechende Defensiv-Leistung. Gegen die zahlreichen Drives der Heat antwortete Toronto mit starker Help-Defense. Die Rotationen in der Verteidigung waren perfekt abgestimmt, sodass Miami extrem wenig Platz in der gegnerischen Zone hatte. So liefen die meisten Angriffe der Gäste auf schwache Abschlüsse oder Ballverluste (18 Turnover) hinaus - gleich im ersten Viertel leistete sich Miami drei Shot-Clock-Violations!
  • Einzig das Privat-Duell zwischen Jonas Valanciunas und Hassan Whiteside war von Beginn an gespickt mit Highlights. Die beiden Center duellierten sich im Post sowie in der Zone und schenkten sich keinen Zentimeter. Leichte Vorteile hatte aber dennoch Valanciunas, der Toronto mit 24 Zählern und 14 Rebounds im Spiel hielt. Dabei profitierte er allerdings auch von der Verletzung von Whiteside, der definitiv angeschlagen war.
  • In der ersten Playoff-Runde konnte die Bank der Raptors nur bedingt überzeugen. Gegen Indiana verlor man regelmäßig das Duell der Reservisten, während die Heat in dieser Kategorie gegenüber Charlotte Vorteile hatten. An diesem Abend egalisierten sich beide Bänke aber größtenteils, was auf Seiten der Gastgeber vor allem am starken Terrence Ross (19 Punkte, 7/13 FG) lag.
  • Ähnlich wie Miami hatte auch Toronto starke Probleme in der Offense. Besonders wenn sich die 24 Sekunden dem Ende neigten, lief bei den Raptors nicht mehr viel zusammen - eine Beobachtung, die auch schon in der Serie gegen Indiana ins Auge stach. Von einem effizienten Ball-Movement war eher wenig zu sehen, die Würfe wurden zumeist aus One-on-One-Situationen kreiert.

Der Spielplan im Überblick

Philipp Jakob

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