Dienstag, 19.01.2016

Cleveland Cavaliers - Golden State Warriors 98:132

Surreale Warriors zerstören Cavs

Was für eine unglaubliche Machtdemonstration des Champions! Im zweiten Finals-Rematch der Saison überrollten die Golden State Warriors die hilflosen Cleveland Cavaliers in deren eigener Arena. Curry und Co. schossen sich von Beginn an in einen Rausch und siegten am Ende mit 132:98 (BOXSCORE) in Cleveland.

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Das Schlussviertel konnten Stephen Curry und Co. gemütlich von der Bank ansehen. Nachdem Curry die Warriors gegen Ende des dritten Viertels mit 104:64 in Front gebracht hatten, gab es schon längst keine Zweifel mehr, wer in Cleveland als Sieger vom Court gehen sollte.

Schon zuvor hatte der Champion aus Oakland eine beispiellose Machtdemonstration hingelegt und bereits zur Halbzeit mit 70:44 geführt. Es war das größte Halbzeit-Defizit, das LeBron James jemals bei einem Heimspiel in Cleveland hinnehmen musste und es war bereits das sechste Spiel, in dem die Warriors zur Pause mindestens 70 Punkte aufgelegt hatten.

Curry selbst war Topscorer des Spiels und kam auf 35 Punkte bei tollen Quoten (12/18 FG, 7/12 Dreier). Unterstützt wurde er vor allem von Draymond Green, der mit 16 Punkten, 10 Assists und 7 Rebounds nahe am Triple-Double dran war. Andre Iguodala glänzte mit 20 Punkten (7/8 FG) von der Bank.

LeBron James kam gegen die starke Warriors-Defense kaum zur Entfaltung und erzielte 16 Punkte (7/16 FG), 5 Assists und 5 Rebounds. Teamkollege J.R. Smith machte zwar 14 Punkte (6/9 FG), musste nach einem unsportlichen Foul im dritten Viertel aber vom Feld. Kyrie Irving (8 Punkte, 3/11 FG) und Kevin Love (3 Punkte, 1/5 FG) blieben blass.

Die Reaktionen:

LeBron James (Cavaliers): "Sie haben alles bekommen, was sie wollten. Gegen die besten Teams müssen wir besonders gut spielen und das haben wir bislang nicht getan. Heute war ein gutes Beispiel dafür, wie weit wir noch davon entfernt sind, eine Championship zu holen."

Luke Walton (Trainer Warriors): "Die ersten drei Viertel waren absolut phänomenal. Noch besser kann man eigentlich nicht spielen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Beide Teams in Bestzbesetzung. Ein Bild, das einem in den Finals größtenteils vergönnt blieb. Doch dieses Mal treten tatsächlich die Warriors mit Curry, Thompson, Barnes, Green und Bogut gegen die Cavaliers um Irving, Smith, James, Love und Mozgov an.

6.: Die Warriors schießen blitzschnell aus der Kabine und setzten sich dank Dreiern von Thompson und Curry innerhalb kürzester Zeit mit 12:2 ab. Doch Cleveland kämpft sich über Mozgov unter dem Korb zurück und schließlich schließt Smith den 6:0-Lauf per Layup ab. 15:11 Warriors.

11.: Green harmoniert prächtig mit Ezeli und bedient seinen Center gleich zweimal mit traumhaften Pässen. Der Warriors-Motor läuft wie geölt. Auf der Gegenseite hält J.R. Smith Cleveland mit einigen Einzelaktionen überhaupt im Spiel. Doch die Dubs führen nach einem weiteren unfassbar langen Dreier von Curry mit 31:19.

16.: Die Warriors brennen weiter aus der Distanz und erhalten zu viel Platz. Green knallt den nächsten Dreier rein, es ist der achte verwandelte Dreier bei zwölf Versuchen für den Champ. Varejao antwortet zwar mit Hustle-Punkten unter dem Korb, auf der anderen Seite antwortet aber gleich wieder Livingston. 43:27 Warriors. Blatt greift zur nächsten Auszeit.

Stephen Curry: Die Karriere in Bildern
Das Basketballspielen wurde Stephen Curry in die Wiege gelegt, schließlich war schon sein Vater Dell Curry in der NBA aktiv.
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Das Basketballspielen wurde Stephen Curry in die Wiege gelegt, schließlich war schon sein Vater Dell Curry in der NBA aktiv.
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Bereits bei seinem eher unbekannten College-Team, den Davidson Wildcats, war der Point Guard nur schwer zu stoppen. In drei Uni-Jahren legte er im Schnitt aber mehr als 25 Punkte auf
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Auch wenn ihn aufgrund seines schmächtigen Körpers viele eher kritisch sahen, hinderte das die Golden State Warriors nicht daran ihn 2009 an 7. Stelle zu draften
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Auch wenn ihn aufgrund seines schmächtigen Körpers viele eher kritisch sahen, hinderte das die Golden State Warriors nicht daran ihn 2009 an 7. Stelle zu draften
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Dort wurde er mit dem 2011 gedrafteten Klay Thompson zusammengeführt, mit dem er seitdem die Splash Brothers bildet. Logisch, dass ein Spitzname bei dem starken Shooting der beiden nicht lange auf sich warten ließ
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Nach seinem zweiten Platz beim Rookie of the Year Award 2010 war er auch als Sophomore weiter erfolgreich. In seiner zweiten Saison gewann er die NBA Skills Challenge und zeigte, dass mit dem Ball nur wenige so gut umgehen können, wie er
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Doch gleich mehrere Knöchelverletzungen ließen Zweifel an Currys Profisport-Tauglichkeit aufkommen. In der Saison 2011/2012 konnte er nur 26 Spiele bestreiten
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Aber die Warriors glaubten an ihn und Curry unterschrieb eine Rookie-Extension über vier Jahre und 44 Mio. Dollar, die für das Team nicht ohne Risiko war. Doch in der Saison 2012/2013 folgte der endgültige Durchbruch...
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Curry wurde die Ehre zuteil, bei seinem ersten All-Star-Game direkt zu starten. Schnell zog er in der Gunst der NBA-Fans an Point-Guard-Liebling Chris Paul vorbei
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In der Postseason 2013 sorgten die Dubs für Aufsehen, als sie die Spurs um Spielmacher-Legende Tony Parker an den Rand der Niederlage brachten
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Durch seine starken Leistungen in der besten Basketballliga der Welt wurde Curry auch beim Team USA einer der wichtigsten Spieler. Zwar fehlt ihm noch Olympiagold, aber zwei Weltmeistertitel darf er bereits sein Eigen nennen
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Dass Curry der beste Distanzschütze der Association ist, stellte er beim Dreier-Contest 2015 unter Beweis. Mit 286 getroffenen Longballs in der Saison verbesserte er zudem seinen eigenen Rekord
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Im Rennen um den MVP Award setzte sich Curry mit einer bockstarken Saison gegen LeBron James und James Harden durch. Adam Silver überreichte ihm die Trophäe während der Playoffs 2015
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Auch privat läuft es für den Superstar. 2011 Heiratete er seine langjährige Freundin Ayesha Alexander...
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... 2012 kam Tochter Riley zur Welt. Und bei einigen Pressekonferenzen stahl ihm das extrovertierte Mädchen mit Leichtigkeit die Show
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Nach einer Saison mit 76 Siegen spielten sich die Warriors 2015 in die Finals, wo es zu einem erbitterten Kampf mit den Cleveland Cavaliers kam
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Am Ende siegte Golden State mit 4-2 und holte die erste Championship seit 40 Jahren nach Oakland. Andre Iguodala, der die Kreise von LeBron James enorm einengte, wurde zum Finals-MVP gekürt - und Curry freute sich mit ihm
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2015/2016 läuft noch besser: Die Warriors jagen aktuell den 72-Siege-Rekord der Bulls (1995/1996) und haben schon 59 Erfolge auf dem Konto
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In dieser Saison hat sich Curry noch einmal verbessert und schon bis Anfang März 300 Dreier eingenetzt. Und das bei einer Quote von 46 Prozent
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Auch individuell stößt Curry in neue Sphären vor: Mit 30,4 Punkten pro Spiel, einem PER von 32,2, einem True Shooting von 67,9 Prozent sowie 13,9 Win Shares ist der MVP auf dem Weg zu einer historischen Saison
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Auch individuell stößt Curry in neue Sphären vor: Mit 30,4 Punkten pro Spiel, einem PER von 32,2, einem True Shooting von 67,9 Prozent sowie 13,9 Win Shares ist der MVP auf dem Weg zu einer historischen Saison
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Zum besten Spieler des Planeten hat es Curry vor allem dank seines Arbeitseifers geschafft. Und die Konkurrenz hat jetzt schon Angst davor, der Chef könnte in den nächsten Jahren noch stärker werden...
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19.: Der Champ fegt weiter über die Cavs hinweg. Cleveland findet vorne kleine Lösung, James rennt in drei Warriors in der Mitte und verliert den Spalding. Iguodala rennt den Fastbreak und beendet ihn stilecht per Slam Dunk zum 52:32 für die Warriors.

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23.: Die Cavs sind überfragt. James versucht es wieder zunehmend per Isolation, bleibt aber ineffektiv. Auf der Gegenseite muss zwar Curry mit seinem dritten Foul erst einmal vom Feld, dafür trifft aber der eingewechselte Ian Clark den Eckendreier. Mittlerweile sind es 30 Punkte Unterschied. 67:37 für den Champ. In Cleveland.

26.: Cleveland ist komplett frustriert. J.R. Smith checkt Barnes abseits des Balles rüde weg und muss mit einem Flagrant II runter. Die Warriors lassen sich nichts anmerken. Curry jagt den nächsten Dreier durch die Reuse. 79:44. Wahnsinn.

33.: Die Warriors haben offensiv eine kleine Schwächephase und vergeben einige Dreier. Die Cavs nutzen das aber in keinster Weise aus. Eher im Gegenteil: Der frustrierte James kassiert ein Technical Foul. Curry wandert an die Freiwurflinie. 94:59 Warriors.

43.: Garbage Time! Das Spiel ist schon längst entschieden. Curry und Co. sitzen seit Beginn des letzten Viertels auf der Bank. In lockerer Atmosphäre schießen sich beide Teams noch ein paar Dreier um die Ohren und Cleveland tut was für die Statistik. Trotzdem führen die Warriors noch mit 120:84.

48.: Mit 40 Punkten Unterschied waren die Cavs gegen Ende des dritten Viertels hinten. Am Ende sind es "nur" 34 Punkte. 132:98 Warriors. Höchste Saisonniederlage für Cleveland.

Cleveland Cavaliers vs. Golden State Warriors: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Draymond Green. Eigentlich könnte hier auch der einmal mehr überragende Curry stehen oder Finals-MVP Andre Iguodala, der eine astreine Leistung von der Bank beisteuerte, doch Green verkörperte wie kein zweiter Spieler den Erfolg der Warriors in diesem Spiel. Green war einfach überall zu finden und lebte den Teamgedanken vor.

Er organisierte den Spielaufbau mit 10 Vorlagen und nur einem Ballverluste überragend und spielte dabei einige feine Zuckerpässe. Er zog den Cavs mit seiner Mobilität in der Verteidigung den Zahn, schickte James sogar per Block zu Boden. Statistisch gab es bessere Spieler, faktisch kann man aber kaum besser spielen als Green an diesem Abend.

Der Flop des Spiels: Kyrie Irving und Kevin Love. Es gibt nicht viele Gegner, die James eliminieren können, doch die Warriors können es an einem guten Tag. An diesem Abend konnten sie es vor allem, weil viel zu wenig Hilfe von den Mitspielern kam, insbesondere von den beiden Co-Stars. Love und Irving standen völlig neben sich, waren defensiv überfordert und offensiv kein Faktor. Zusammen kamen sie auf 11 Punkte und 4 verwandelte Feldwürfe bei 16 Versuchen.

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Das fiel auf:

  • Beide Teams begannen mit offenem Visier. Schlechter Plan aus Cavs-Sicht. Während den Warriors einige defensive Stops gelangen, fand Cleveland von Beginn an überhaupt keine Lösung gegen den sehr variabel auftretenden Champ. So ergaben sich vor allem immer wieder offene Würfe aus der Distanz, welche Curry schon für 4 Dreier und 16 Punkte im ersten Viertel nutzte. Erst 30 Sekunden vor Ende des ersten Viertels gelang James mit einem Steal und anschließenden Fastbreak-Dunk das erste starke defensive Play der Cavs. Es blieb vorerst die letzte gute Defensivaktion der Cavs, die nie ins Spiel fanden und vor allem in der ersten Hälfte überrollt wurden.
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    Insgesamt vier MVP-Trophäen hat er nebenher auch noch einsammeln können
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    Den Threepeat mit den Heat verpasste er aber in diesem Jahr. Gegen San Antonio unterlag man in fünf Spielen
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    Nach der Finals-Niederlage im Juni gegen die Spurs entschied sich James dann, nach Cleveland zurückzukehren
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    Dabei wird er auch wieder die 23, und nicht wie bei den Heat die 6 tragen
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    Beim Traum, die erste Meisterschaft nach Ohio zu holen, soll auch Kevin Love helfen
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  • Die Statistik, die den riesigen Warriors-Vorsprung zur Halbzeit treffend beweist: Golden State mit 10 von 17 verwandelten Dreiern zur Pause. Cleveland mit 1 von 4 aus der Distanz. Fakt ist: Wenn der Champ, begünstigt von schwacher Defense, derart aus der Entfernung heiß läuft und sich generell in einen derartigen Rausch spielt, dass er 65 Prozent seiner Feldwürfe trifft, so wie er es in der ersten Hälfte getan hat, dann ist er praktisch nicht zu schlagen.
  • Die Geschichte des Spiels lässt sich auch mit zwei weiteren Statistiken erzählen. Warriors: 33 Assists, 8 Turnover. Cavaliers: 22 Assists, 16 Turnover. Es sind in der Tat aussagekräftige Zahlen, die wegen der Garbage Time am Ende sogar noch schön für die Cavs ausfallen. Während die Dubs Teambasketball in Perfektion zelebrierten und den Spalding unglaublich gut laufen ließen, verzettelten sich die Cavaliers in Einzelaktionen und hatten kein Auge für den Mitspieler. Es wirkte oft so, als würden die einzelnen Spieler nur für sich spielen.
  • Irving und Curry standen sich beinahe konsequent im One-on-One gegenüber. Das war deswegen ungewöhnlich, weil normalerweise Thompson einen starken gegnerischen Aufbau deckt und bei den Cavs zumeist James den besten Gegner übernimmt, erst recht, wenn Irving so lausig verteidigt. Der Cavs-Spielmacher war in der Verteidigung schlichtweg überfordert mit Curry und kam fast jedes Mal einen Schritt zu spät.
  • Auf der Gegenseite wurde James abwechselnd von Thompson, Barnes, Green und Iguodala aus dem Spiel genommen und erhielt keinerlei Hilfe seiner Mitspieler. Der King versuchte es auch häufig per Einzelaktion, agierte selbst auch mal als Center, hatte aber wenig Wirkung gegen die variable Warriors-Defensive. Die Frustration stieg auch bei James zunehmend und der Forward konnte sie nicht in positive Energie ummünzen.

Der Spielplan im Überblick

Martin Gödderz

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