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"Machen einen guten Job gegen James"

Von Für SPOX in Miami: Dirk Sing
Montag, 26.05.2014 | 12:55 Uhr
C.J. Watson begann seine NBA-Karriere bei den Golden State Warriors
© getty
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C.J. Watson hat in diesen Playoffs immer mal wieder ein Ausrufezeichen gesetzt. Vor Spiel vier zwischen Indiana und den Miami Heat spricht der Pacers-Guard über die Verteidigung von LeBron James und Dwyane Wade, die Probleme der Bankspieler und erklärt wie hilfreich sein Psychologie-Studium im Spiel ist.

SPOX: Wie haben Sie denn unmittelbar nach dem für die Pacers so unbefriedigend verlaufenen Spiel drei gegen die Miami Heat geschlafen?

C.J. Watson: Nachdem der ganze Tag doch ziemlich lang und ich doch sehr müde war, hat es glücklicherweise nicht allzu lange gedauert, bis ich eingeschlafen bin. Von dem her war also alles in bester Ordnung (lacht).

SPOX: Wie gehen Sie grundsätzlich mit Niederlagen um? Beschäftigt Sie gerade eine solche Partie in der Regel noch etwas länger oder ist sie quasi mit der Schlusssirene bereits abgehakt?

Watson: Ich denke, dass es sehr wichtig ist, einen entsprechenden Mittelweg zu finden. Natürlich musst du dir nach einer Niederlage - auch wenn sie noch so bitter und schmerzhaft war - Gedanken darüber machen, was falsch gelaufen ist und man beim nächsten Mal besser machen muss. Wir haben uns beispielsweise unmittelbar nach der dritten Begegnung, als wir kurz nach Mitternacht wieder zurück im Hotel waren, zusammengesetzt und eine ausführliche Videoanalyse betrieben. Nachdem dieses Match ohnehin noch bei allen in den Köpfen herumschwirrte, war es ein idealer Zeitpunkt. Aber damit sollte man es dann auch belassen. Sich großartig darüber zu ärgern, bringt ohnehin nichts. Ändern kannst du dieses Spiel ohnehin nicht mehr. Daher sollte man sich schnellstmöglich darauf konzentrieren, was man in der nächsten Partie besser machen kann und sollte.

SPOX: Dazu haben Sie ja bereits am Montagabend im vierten Aufeinandertreffen beider Teams die Gelegenheit. Ist das auch einer der großen Vorteile in den Playoffs, dass man oftmals nur 48 Stunden später schon wieder die Chance bekommt, eine Niederlage gerade zu rücken?

Watson: Auf alle Fälle, ja! Aber genau so, wie du eine Niederlage möglichst schnell aus deinem Kopf bekommen musst, solltest du auch einen Sieg nicht überbewerten. Du musst in diesem Fall zwar versuchen, das daraus gewonnene Selbstvertrauen ins nächste Spiel mitzunehmen, darfst aber gleichzeitig nicht nachlässig oder überheblich werden. Wenn du eine Runde weiterkommen und Meister werden willst, musst du in einer Serie nicht nur eine, zwei oder drei, sondern eben vier Games gewinnen. Und das ist eine ganze Menge.

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SPOX: Lassen Sie uns trotzdem nochmals auf das dritte Match in der American Airlines Arena in Miami zurückblicken! Fangen wir zunächst einmal mit den positiven Dingen an. Bis Mitte des zweiten Viertels waren die Pacers das klar bessere Team und konnten ihre Führung auf 15 Punkte (37:22) ausbauen. Würden Sie sagen, dass Ihre Mannschaft bis dahin die bislang beste Leistung in den Playoffs 2014 abgeliefert hat?

Watson: (überlegt) Ich denke schon, dass man das so bezeichnen kann! Wenn man dem amtierenden Meister in dessen Halle nur 22 Zähler in den ersten 18 Minuten gestattet und selbst 37 Punkte erzielt, dann hat man sicherlich sehr viel richtig gemacht. Wir haben unseren Gameplan in dieser Phase perfekt umgesetzt, die Heat mit unserer aggressiven Verteidigung zu Turnovern gezwungen und auch in der Offensive den Ball hervorragend laufen lassen. Allerdings konnten wir dieses Niveau im weiteren Spielverlauf leider nicht halten.

SPOX: Können Sie erklären, woran es letztlich lag, dass Miami diese Begegnung im weiteren Verlauf noch drehen und am Ende sogar einen deutlichen Sieg einfahren konnte?

Watson: Auch wenn es vielleicht einfach klingen mag: Aber wir haben das, was wir bis zu unserer 15 Punkte-Führung richtig gut gemacht haben, genau ins Gegenteil abdriften lassen. Plötzlich waren wir es, die immer wieder einfache und auch unerzwungene Ballverluste produziert haben, die Miami wiederum oftmals zu schnellen Transition-Dunks oder -Dreiern genutzt hat. Auch unsere Verteidigung hatte nicht mehr die gleiche Intensität wie zu Beginn. In der Offense haben wir etliche schlechte Entscheidungen - gerade auch bei der Wurfauswahl - getroffen. Das alles hat dazu geführt, dass diese Begegnung noch gekippt ist.

SPOX: Sie haben die Turnover bereits angesprochen. Am Ende standen 17 Ballverluste für die Pacers zu Buche. Damit dürfte es auch in den kommenden Partien schwierig werden, die Miami Heat zu schlagen...

Watson: Absolut! Unser vorrangiges Ziel am Montagabend muss es daher sein, die Anzahl der Turnovers drastisch zu senken. Wir müssen wesentlich besser auf den Ball aufpassen. Miami lauert doch nur darauf, dass wir Fehler machen. Am Samstag waren es davon schlichtweg zu viele.

SPOX: Eine weitere Aufgabe dürfte sicherlich sein, vor allem die Kreise von Dwyane Wade, der in den ersten drei Duellen mit den Pacers zur Hochform aufgelaufen ist, und Ray Allen entscheidend einzuengen. Kamen gerade die starken Auftritte von Wade für Sie überraschend?

Watson: Das ist eine gute Frage. Wade hatte ja bekanntlich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen. Aber im Moment scheint er ja schmerzfrei zu sein. Er ist nach wie vor ein großartiger Spieler und hat nicht umsonst mehrere Meisterschaften gewonnen. Fakt ist, dass unsere Verteidigung über weite Strecken noch nicht so effizient war, wie wir es eigentlich gewohnt sind. Ok, LeBron ist LeBron - wobei unsere Jungs gegen ihn einen sehr guten Job machen. Auch Chris Bosh haben wir bislang recht gut unter Kontrolle. Jetzt müssen wir eben einen Weg finden, um auch einem Wade oder Allen das Punkten schwer zu machen.

SPOX: Und wie wollen Sie das anstellen?

Watson: Das kann ich ihnen leider nicht verraten (lacht). Aber unser Coach Frank Vogel wird sich mit Sicherheit noch einiges einfallen lassen.

SPOX: Wie würden Sie denn mit dem 1:2-Rückstand in der Serie die aktuelle Situation der Indiana Pacers beschreiben? Sehr kritisch, kritisch oder kaum besorgniserregend?

Watson: Naja, den Heimvorteil haben wir leider mit der Niederlage im zweiten Spiel zunächst einmal aus der Hand gegeben. Und eines ist klar: Mit einem 1:3 im Gepäck wollen wir auf keinen Fall nach Indianapolis zurückkehren. Von dem her ist die vierte Begegnung am Montag definitiv ein "Must-win-Game" für uns. Und Sie können sicher sein, dass das auch jedem absolut bewusst ist.

SPOX: Wie wichtig ist es in diesem Hinblick, dass die in den ersten beiden Begegnungen nicht wirklich produktive und dafür auch kritisierte Pacers-Bank (Spiel eins: 13 Punkte/Spiel zwei: 9 Punkte) nun in der dritten Partie trotz der Niederlage mit insgesamt 23 Zählern doch verbessert wirkte?

Watson: Das ist schon enorm wichtig. Natürlich trägt bei uns in der Regel die Starting Five die Hauptlast des Scorens. Aber die Jungs brauchen natürlich auch dringend Unterstützung von unserer Seite - und das in mehrerlei Hinsicht. Ich hoffe jedenfalls, dass es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war und wir künftig noch effektiver auftreten können. Das macht unsere gesamte Mannschaft wesentlich schwerer auszurechnen.

SPOX: Abschließend noch eine persönliche Frage: Sie haben in den vergangenen Jahren neben Ihrer NBA-Karriere Psychologie studiert und im Jahr 2012 erfolgreich Ihren Abschluss gemacht! Hilft Ihnen dieses Wissen beziehungsweisediese Erfahrung auch als Basketball-Profi?

Watson: (überlegt) Es gibt sicherlich immer wieder Situationen, in denen man das Erlernte entsprechend anwenden kann. So hilft es beispielsweise ungemein, wenn man sich hin und wieder etwas besser in einen Teamkollegen oder Mitmenschen hinein versetzen kann. Letztlich darf man aber eines nicht vergessen: Basketball ist "nur" ein Spiel - nicht mehr und nicht weniger! Natürlich möchte man immer gewinnen. Auch ich hasse es, als Verlierer den Court zu verlassen. Doch am Ende des Tages gibt es zweifelsohne wichtigere Dinge im Leben.

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