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NBA-Insider Tony DiLeo über die Deutschen

"Tim Ohlbrecht ganz nah an der NBA"

Donnerstag, 28.11.2013 | 11:57 Uhr
Tony DiLeo hatte als Trainer in Deutschland großen Erfolg
© getty
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Kaum jemand wandelt wie er zwischen der Basketball-Welt in der NBA und in Deutschland: Tony DiLeo. Der 56-jährige Amerikaner zog 1979 nach Deutschland und machte sich einen Namen als einer der besten Trainer des Landes. In seinen ersten sieben Jahren führte er die Frauen-Mannschaft DJK Agon 08 Düsseldorf zu sieben nationalen Titeln, parallel coachte er die Frauen-Nationalmannschaft.

1986 wechselte er in den Männerbereich zu BSC Saturn Köln und wurde auch hier in seinen ersten beiden Jahren zweimal deutscher Meister. Für die Herren-Nationalmanschaft war er interimsweise verantwortlich.

Nach Kölns finanziellem Ruin 1990 ging DiLeo in seine Heimatstadt Philadelphia zurück und begann bei den 76ers im Management. Nach über 20 Jahren in verschiedensten Funktion in Philly (unter anderem General Manager und Head Coach) trennten sich in diesem Sommer die Wege.

Seitdem ist er als Scout für die Washington Wizards tätig - und beobachtet genau die Entwicklung der jungen Deutschen. Besonders Dennis Schröder und Tim Ohlbrecht sind in seinem Fokus.

"Dennis wird Erfolg haben"

"Ich bin nicht überrascht, dass Dennis so früh gedraftet wurde. Viele Teams hatten ihn oben auf dem Zettel und sehen sein großes Potenzial", sagt DiLeo.

Schröders Situation in Atlanta mit geringen Einsatzzeiten sei vergleichbar mit dem Problem von Clevelands Nummer-eins-Pick Anthony Bennett. "Dennis' und Anthonys Teams wollen unbedingt in die Playoffs. Daher werden den Rookies weniger Spielzeiten gegeben als wenn sie bei schwächeren Mannschaften spielen würden, wo der Druck nicht so groß ist."

Doch DiLeo stellt klar: "Dennis ist jung, er hat Selbstbewusstsein, er wird Erfolg in der NBA haben."

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Ohlbrecht muss sich in D-League anbieten

Ungleich schwieriger ist die Lage für Tim Ohlbrecht, der nach der Entlassung bei den Philadelphia 76ers abgetaucht ist. Nach letzten Medienberichten hielt er sich in San Antonio auf, um sich individuell fit zu halten und sich auf ein mögliches NBA-Comeback vorzubereiten.

DiLeo bedauert es, dass Ohlbrecht vor Saisonstart von den 76ers gecuttet wurde. "Die Entlassung war für mich nicht verständlich, weil der neue Sixers-GM Sam Hinkie ihn von den Houston Rockets kennt und weiß, was er an Tim hat. Trotzdem ist Tim weiterhin ganz nah dran an der NBA und die Chance ist sehr groß, wieder in die Liga zu kommen", sagt DiLeo.

Eine Heimkehr nach Europa sei nicht zwingend erforderlich: "Die sogenannten Borderline-NBA-Profis müssen eine wichtige Entscheidung treffen: Wollen Sie sich zur Not über die D-League für die NBA anbieten, oder sich in Übersee etablieren und gut bezahlt werden? Ich verstehe Tim, dass erstmal die Möglichkeiten in den USA ausloten möchte und daher bleibt. Wenn es doch nicht klappt, hat er noch genug Zeit, wieder nach Europa zu gehen."

DiLeo-Comeback in Europa?

Für DiLeo selbst hingegen ist ein Comeback in Europa eine ernstzunehmende Option. 2011 wurde er während der EM bereits vom DBB angefragt, ob er sich die Nachfolge von Bundestrainer Dirk Bauermann vorstellen könne. "Es stimmt, der Verband hat mit mir gesprochen und wir haben eingie Szenarien durchgedacht", sagt DiLeo, der sich erst vor einigen Wochen in Deutschland aufhielt, um seinen Sohn T.J. zu besuchen. Der ehemalige deutsche U-20-Nationalspieler wechselte zu dieser Saison von der Temple University zum Zweitligisten Gießen und erzielt 8,2 Punkte im Schnitt.

"Mein jüngerer Sohn Max spielt noch in den USA an der Monmouth University. Ich möchte so lange es geht, seinen Werdegang am College verfolgen", sagt DiLeo. Aber: "Ich habe immer im Hinterkopf, zurück nach Deutschland zu ziehen. Meine Frau würde sich auch freuen, wieder in ihrer alten Heimat zu leben. Daher wäre ich immer gesprächsbereit, wenn der DBB oder ein deutscher Klub anruft."

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