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Suns schocken Rockets in Phoenix

Von Sebastian Dumitru
Sonntag, 10.03.2013 | 07:00 Uhr
Brachte frischen Schwung von der Bank und führte Phoenix zum Heimsieg: Jared Dudley
© getty
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Houston muss im Kampf um Playoff-Platzierungen einen Dämpfer hinnehmen: in Phoenix setzte es trotz eines glänzend aufgelegten James Harden eine knappe 105:107 Niederlage (Boxscore). Jared Dudley und eine bestens aufgelegte Ersatzbank machten für die Suns den Unterschied.

Jared Dudley und Goran Dragic haben in Phoenix für einen weiteren Heimerfolg gegen die Houston Rockets gesorgt. Dudley erzielte 22 Punkte und 7 Assists von der Bank und revitalisierte mit seiner Treffsicherheit und Einsatzbereitschaft eine zum Zeitpunkt seiner Einwechslung platte Suns-Mannschaft. Dragic erholte sich pünktlich zum Schlussviertel von einer zuvor rabenschwarzen Partie und lotste seine Farben mit 13 seiner insgesamt 18 Zähler im Schlussviertel zum 107:105 Sieg.

Neben den beiden Protagonisten hielten eine Reihe von Bankakteuren die "Los Suns", wie das Team aus der Wüste während der lateinamerikanischen Nächte im März genannt wird, auf Erfolgskurs. Hamed Haddadi zeigte für den verletzten Marcin Gortat mit 6 Punkten, 11 Rebounds und 3 Blocks seine beste Saisonleistung. Kendall Marshall traf 2 Dreier für insgesamt 9 Punkte mit 4 Assists, während P.J. Tucker mit 8 Punkten und 10 Rebounds die Bretter sauber hielt.

Für Houston war All-Star Guard James Harden über weite Strecken in Spiellaune. Der Mann mit dem markanten Gesichtshaar erzielte 38 Punkte (11/17 FG, 7/10 Dreier) und hielt sein Team bis zur letzten Minute im Rennen. Carlos Delfino war ebenfalls treffsicher von außen (5/9 Dreier) und hatte am Ende 21 Punkte auf seinem Konto. Omer Asik griff sich 16 Rebounds (6 offensiv).

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Die Reaktionen:

Goran Dragic (Phoenix Suns): "Ich kam in den ersten drei Vierteln überhaupt nicht ins Spiel. Aber ich habe zu Coach gesagt: Lass mich spielen, ich muss etwas unternehmen. Ich konnte dann ein paar Würfe treffen und mal an die Linie gehen."

Lindsey Hunter (Phoenix Suns): "Harden ist so gut. Wir wollten jeden Punkt für ihn so schwer wie möglich machen, aber er punktete einfach weiter. Haddadi, Tucker und Marcus Morris haben exzellent gekämpft."

James Harden (Houston Rockets): "Wir dürfen nicht auf Phoenix und deren Kader schielen. Wir müssten jedes Spiel da raus gehen und jeden Ballbesitz kämpfen und alles geben. Wir brauchen Siege, aber wir haben hier einen weiteren einfach durch unsere Finger gleiten lassen."

Kevin McHale (Houston Rockets: "Keine Ausreden, sie waren einfach besser als wir. Goran war stark in der Schlussphase. Wir haben einfach zu viele Dinge versäumt. Das müssen wir uns noch einmal genauer anschauen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Houston startet mit seiner gewohnten Lineup, die sich seit Daryl Moreys Personalmanövern zur Trading-Deadline nicht verändert hat. Jeremy Lin und James Harden im Backcourt, Chandler Parsons, Donatas Motiejunas und Omer Asik im Frontcourt.

Bei Phoenix muss Lindsey Hunter in den nächsten Wochen auf Marcin Gortat verzichten, der mit einer Fußverletzung ausfällt. Also rückt Luis Scola auf die Fünf und macht so Platz für die Zwillings-Zange auf den Forward Positionen, wo Markieff und Marcus nebeneinander auflaufen. Wesley Johnson und Goran Dragic komplettieren die Startformation.

5.: Luis Scola präsentiert sich sehr aktiv in der Anfangsphase, ackert am Brett und sorgt permanent für Aufregung in der Zone. Schon 3 Rebounds für den Argentinier, der zum zweiten Mal an die Linie geht und auf 7:8 verkürzt.

11.: Harden ist mittlerweile warm geworden und drückt dem Spiel mehr und mehr seinen Stempel auf. Sein Penetration-Dribbling eröffnet weite Räume am Perimeter, die Houston durch geschicktes Passspiel ausnutzt. Carlos Delfino ist der Nutznießer mit dem Dreier zur 26:20 Führung für die Rockets.

16.: Delfino wie schon im ersten Viertel mit fünf Punkten in Folge, beide Male auf die selbe Art und Weise: erst der Dreier, direkt gefolgt von einem Fastbreak-Dunk nach Ballgewinn. Houston führt weiterhin, 35:29.

19.: Jared Dudley und Kendall Marshall haben die Dynamik dieser Partie komplett gedreht. Marshalls Spielgestaltung und aktive Defense ermöglichen einen Dudley-Treffer nach dem anderen. Der Ersatzmann schaltet und waltet nach Belieben und hat nun schon 15 Punkte (6/7 FG) auf seinem Konto. Phoenix nutzt einen 16-0 Lauf und setzt sich auf 45:35 ab.

24.: Der Bart dreht auf und tut Dinge, die nur All-Star Guards tun. Zuerst der Dreier, gefolgt von einem Korbleger und einem weiteren unwiderstehlichen Drive, inklusive Foul. Der abschliessende Assist auf einen völlig frei stehenden Parsons in der Ecke lässt die Gäste auf 50:46 verkürzen. Harden war an den letzten 10 Rockets-Punkten direkt beteiligt.

33.: Kleines Privatduell zwischen Harden und den Morris-Zwillingen, die abwechselnd scoren oder an die Linie gehen. Jeder darf einmal, ehe Houstons Topstar mit zwei Freiwürfen zum 66:66 ausgleicht.

37.: Fehler in der Matrix? Delfino zum dritten Mal in dieser Partie mit den selben drei Aktionen in konsekutiver Reihenfolge: erst der Dreier, dann die gute Defensive inklusive Ballgewinn vor dem Transition-Dunking. Fünf Punkte in Folge bescheren Houston einen 81:77 Vorsprung.

41.: Wildes Spiel im US Airways Center, und wieder sind die Suns-Reservisten Dudley und Marshall zur Stelle, um ihr Team aus der Lethargie zu reißen. Marshall hat bei seinem unmöglichen Runner zwar den Fuß auf der Dreierlinie, erhöht aber mit einem weiteren Suns-Lauf zum 93:86.

44.: Harden, immer wieder Harden. Der fünfbeste Scorer der Liga gibt für Houston den Alleinunterhalter und ist von der Suns-Defensive nicht ansatzweise aufzuhalten. Hier zieht er wieder einmal nach links und vollendet trotz Foul zum 92:93. Es bleibt spannend in Phoenix.

48.: Nach einer rabenschwarzen Partie ist Dragic aufgewacht und macht zum Schluss jeden wichtigen Punkt für die Hausherren, die Houston erfolgreich auf Distanz halten. 11 der letzten 14 Suns-Punkte gehen auf das Konto des Sloweniers. Obwohl sich Harden und Delfino nach Kräften mühen, besiegelt ein Ballverlust von Ersatz-Guard Patrick Beverley 9 Sekunden vor dem Ende das Schicksal der Rockets. Phoenix gewinnt, 107:105.

Phoenix Suns vs. Houston Rockets: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Jared Dudley. Der Ersatzspieler war unglaublich effizient und veränderte den gesamten Spielfluss ab dem Moment, als er gegen Ende des ersten Viertels in die Partie eincheckte. Dudleys unbändige Energie und schiere Spielfreude war hoch ansteckend und wandelte einen 7-Punkte-Rückstand in eine 4-Punkte-Halbzeitführung um. Der 2,01 Meter Flügel traf innen wie außen, setzte seine Mitspieler gekonnt in Szene, verteidigte exzellent und hatte am Ende 22 Punkte (8/12 FG, 3/5 Dreier) und 7 Assists erzielt.

Der Flop des Spiels: Jeremy Lin. Vielleicht war es der Schlag ins Gesicht und die geplatzte Lippe, die Lin früh aus dem Konzept brachte. Jedenfalls brachte der Aufbauspieler der Rockets nach dem guten Auftaktviertel (4 PKT, 3 AST) nicht mehr viel zustande. Lin dribbelte sich immer wieder fest, traf zweifelhafte Entscheidungen mit dem Ball und kam über 11 Zähler mit 5 Ballverlusten und 6 Fouls nicht hinaus. Wenn James Harden in Halbzeit zwei nicht das komplette Spiel hätte alleine machen müssen, wäre für die Gäste in Arizona durchaus etwas drin gewesen. Lins Totalausfall hatte an der Niederlage entscheidenden Anteil.

Analyse: Wenn die Houston Rockets sich mit Blick auf ihren Restspielplan darüber gefreut haben sollten, insgesamt noch vier Mal gegen die Kellerkinder aus Phoenix antreten zu dürfen, ist ihnen das Lachen spätestens nach dem heutigen Samstag vergangen. Die Suns mögen sich zwar mit Sacramento, Minnesota und New Orleans um die mieseste Bilanz in der Western Conference streiten - gegen Houston sind sie aber immer doppelt motiviert.

Phoenix' 107:105 Sieg war bereits der dritte in Folge und 10. aus den letzten 13 Partien gegen die Texaner, die zwar mit aller Macht in die Playoffs drängen, allerdings nur noch 1,5 Siege vom undankbaren neunten Platz entfernt sind. Die Niederlage bei den Suns war bereits die vierte in den vergangenen sieben Partien - drei davon gegen Teams mit einer negativen Erfolgsbilanz (Washington, Dallas und Phoenix).

Dabei waren die Gäste perfekt in die Partie gestartet. Ein aggressiver Chandler Parsons steuerte 7 Punkte zu einer frühen 18:11 Führung bei. Erst mit der Hereinnahme von Jared Dudley und Phoenix' Reservetross änderte sich Houstons Schicksal. Die Suns wurden aktiver und kamen immer wieder zu leichten Punkten nach Rockets-Turnovern. Die Gäste leisteten sich 19 Ballverluste, die zu 28 Suns-Punkten führten.

Das inspirierte Spiel von Jared Dudley, der immer wieder frei aus der Distanz oder nach Run-Outs scorte, stachelte seine Teamkollegen an. Hamed Haddadi, der nur in die Lineup gerutscht war, weil Marcin Gortat (Fuß) und Jermaine O'Neal (Familienangelegenheit) nicht verfügbar waren, kaufte dank seiner Größe und seinem energischen Nachsetzen Omer Asik unter den Brettern zusehends den Schneid ab. Kendall Marshall glänzte ein paar Mal als Vorbereiter, und die Morris-Zwillinge Marcus und Markieff beackerten zusammen mit P.J. Tucker die Defensive (insgesamt 19 Rebounds und 5 Steals).

Houston blieb im zweiten Viertel 6:35 Minuten lang ohne einen Treffer aus dem Feld, weil Harden auf der Bank saß und die restlichen Akteure blass blieben. Ohne ihr gefürchtetes Transition-Spiel (nur 14 Punkte nach Fastbreaks für das in diesem Bereich eigentlich beste Team der Liga) verließen sich die Texaner ausschließlich auf Hardens Fähigkeiten im Spielaufbau. Der All-Star erzielte zwar 38 Punkte und 8 Assists, leistete sich aber auch 8 Ballverluste, weil er das gesamte Playmaking übernehmen musste.

Das war am Ende zuviel des Guten für die Rockets, die magere 43% ihrer Würfe aus dem Feld trafen. Phoenix war nicht viel besser (45,1 Prozent), ging aber insgesamt 39 Mal an die Freiwurflinie und erkämpfte sich 30 extra Ballbesitze (17 Offensivrebounds plus 13 Steals). Dudley legte mit seinem besten Scoring-Spiel seit Januar den Grundstein für die häufig schwachen Suns, die mittlerweile aber befreit aufspielen können und vier von sechs gewonnen haben.

Dragic war es vorbehalten, den Schlussakt für seine Farben zu zelebrieren. Der ehemalige Rockets-Spieler, der in Crunchtime an der Seite von Kendall Marshall als zweiter Ballhandler auflief, bot Harden im vierten Viertel Punkt für Punkt Paroli. Seine 13 Zähler (4/6 FG, 5/6 FT) dort reichten für Phoenix zum Sieg. Das Rückspiel steigt bereits am Mittwoch - diesmal in Houston.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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