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NBA-Draft 2011: Jimmer Fredette im Interview

"Shooting-Contest gegen Dirk wäre klasse"

Von Interview: Florian Regelmann
Dienstag, 21.06.2011 | 18:28 Uhr
Jimmer Fredette erzielte in seinem letzten College-Jahr im Schnitt 28,9 Punkte pro Spiel
© Getty
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Der NBA Draft 2011 findet am Donnerstag im Prudential Center in Newark, New Jersey statt. Jimmer Fredette ist dabei eine der ganz großen Storys. SPOX sprach mit dem 22-jährigen Scharfschützen über Dirk Nowitzki, den Hype um seine Person und seine Kritiker.

SPOX: Jimmer, in Deutschland sind nach der Championship der Dallas Mavericks immer noch alle im Dirk-Nowitzki-Fieber. Was beeindruckt Sie am meisten, wenn Sie Nowitzki beobachten?

Jimmer Fredette: Im Allgemeinen beeindruckt mich Dirk schon mal deshalb, weil er einer der besten Spieler ist, die es jemals gegeben hat. Er ist 2,13 Meter groß und beherrscht trotzdem auch die fundamentalen Dinge im Basketball. Er ist nicht nur ein Shooter, aber er ist so ein großartiger Shooter, dass es alle anderen Teile seines Spiels effektiver macht. Wie er jetzt in den Playoffs gezeigt hat, findet er auch immer wieder den Weg zum Korb. Und du kannst ihn nicht foulen, weil er dann neun von zehn Freiwürfen trifft. Mindestens.

SPOX: Sie sind nun auch als ein herausragender Schütze und Scorer bekannt. Wenn ein Shooter wie Sie einen Shooter wie Nowitzki analysiert, was fällt Ihnen noch auf?

Fredette: Dirk ist sehr gut mit dem Head Fake, mit dem Ball Fake, und auch mit dem Jab Step (Fußfinte, Anm. d. Red.). Das sind alles Sachen, die er benützt, um sich Platz zu verschaffen oder Fouls zu ziehen. Es wird auch immer gesagt, dass er viele Off-Balance-Würfe schießt, dabei ist es vielmehr so, dass er aus vielen verschiedenen Winkeln heraus schießen und schwierige Würfe nehmen kann, aber das Gleichgewicht gar nicht verliert. Aber wissen Sie, was mich am meisten beeindruckt?

SPOX: Sagen Sie es uns.

Fredette: Dirk hat die Fähigkeit, zu dribbeln oder dich zurückzudrängen, um an den Spot zu gelangen, von dem er werfen will. Und selbst wenn er dann den Ball aufnimmt, ist er immer noch in der Lage, seinen Verteidiger abzuschütteln und sich einen guten Wurf zu kreieren. Die meisten anderen Spieler müssen da den Ball passen. Aber Dirk hat eine tolle Fußarbeit, wie gesagt starke Fakes, und eben einen Killer-Fadeaway. Was soll ich sagen, Dirk ist einfach großartig.

SPOX: Wie Dirk sind auch Sie eigentlich "Mr. Automatic" von der Freiwurflinie. Wie wäre es mit einem kleinen Shooting-Contest?

Fredette: (lacht) Das wäre klasse. Ich würde gerne zu einem Shooting-Contest gegen Dirk antreten. Alleine deshalb, weil ich ihn liebend gerne mal treffen würde. Jedes Körnchen Weisheit, das ich von ihm bekommen könnte, wäre super.

SPOX: Würden Sie sagen, dass Nowitzki momentan der beste Shooter in der NBA ist? Wen sehen Sie da vorne?

Fredette: Meiner Meinung nach sind Dirk und Ray Allen ohne Frage zwei der besten Shooter in der NBA. Beide haben über einen langen Zeitraum bewiesen, dass sie praktisch von überall auf dem Feld hochprozentig schießen können. Inklusive der Freiwurflinie, was in den letzten drei oder vier Minuten eines Spiels so wichtig sein kann, um ein Spiel zu entscheiden.

SPOX: Wenn Sie die "Art of Shooting" beschreiben müssten, wie würden Sie das tun? Welche Kunst muss ein guter Schütze beherrschen?

Fredette: Ich würde es so beschreiben, wie ich es gelernt habe. "B E E F". Das steht für Balance, Ellenbogen, Augen (Eyes) und das Abklappen des Handgelenks (Follow-Through). Ein guter Wurf beginnt immer mit der richtigen Balance. Selbst aus einem schwierigen Winkel kann man die Schultern immer noch in die richtige Position bringen und aus dem Gleichgewicht werfen. Der Ellenbogen muss direkt unter der Handfläche oder der Mitte des Balles sein. Die Augen müssen auf den Korb fokussiert sein, auf dein Ziel, und das solange wie möglich. Und dann muss der Follow-Through passen.

SPOX: Klingt logisch.

Fredette: Wenn du diese vier Sachen immer und immer wieder, stundenlang, korrekt machst, dann wirst du von Tag zu Tag ein besserer Schütze. Und es ist wichtig, daran zu denken, dass die Power aus den Beinen kommt. Wenn man aus der Distanz akkurat werfen will, musst du lernen, wie du aus deinen Beinen die Power generierst.

SPOX: Wir haben gerade schon über die Top-Schützen der NBA gesprochen. Wer waren denn Ihre Vorbilder, als Sie aufgewachsen sind?

Fredette: Als ich aufgewachsen bin, habe ich es geliebt, John Stockton zuzuschauen. Ich habe versucht, so viel wie möglich von seinem großartigen Spiel zu lernen. Ich finde es einfach unglaublich, dass er sowohl der All-Time-Assists- als auch der All-Time-Steals-Leader ist. Jeder wusste, dass der Stockton/Malone-Pick-and-Roll kommt, aber meistens konnte es trotzdem niemand stoppen. Sie haben das so perfekt gespielt. Stockton war ein unglaublicher Passgeber, vor allem gleich aus dem Dribbling heraus.

SPOX: Es war zu lesen, dass Sie jetzt in einem Workout vor dem Draft einmal Ihre ersten 12 Dreier getroffen hätten - und 82 Prozent von nicht verteidigten Dreiern. Ich könnte Sie mitten in der Nacht wecken und Sie würden die Dinger reinhauen, stimmt's?

Fredette: (lacht) Das glaube ich nicht. Ich glaube nämlich nicht, dass es irgendjemand schafft, mich mitten in der Nacht aufzuwecken. Ich habe einen sehr tiefen Schlaf. Aber es ist richtig, dass ich großes Vertrauen in meinen Wurf habe, weil ich sehr viel Zeit investiere, um mich immer ständig weiter zu verbessern. Es gibt immer Dinge, die du als Shooter versuchen kannst zu verbessern.

SPOX: Ihren ersten Dreier sollen Sie schon im Alter von fünf Jahren verwandelt haben.

Fredette: Das stimmt, ich konnte mit 5 einen Dreier treffen, einen High-Shool-Dreier. Wir hatten die Entfernung bei uns zuhause markiert. Es war mein Onkel Lee Taft, der mich von klein auf trainiert hat. Ich war immer mit meinem älteren Bruder TJ und meiner älteren Schwester Lindsay zusammen. Ich habe sehr früh gelernt, wie ich meine Beine nützen muss, um die Power zu haben, den Ball zum Korb zu bekommen. Mein ganzes Training für meine Geschwindigkeit, meine Agilität, usw. - das kam alles von meinem Onkel Lee. Er und mein Bruder haben mir auch einige Täuschungsmanöver beigebracht, die ich auf dem Court anwenden kann.

SPOX: Der Hype um Sie ist ziemlich groß. Präsident Obama hat sie als besten Scorer des Landes bezeichnet, als er sein Bracket zur March Madness ausgefüllt hat. Es gibt sogar "You just got Jimmered"-T-Shirts. Wie gehen Sie mit dem Trubel um Ihre Person um?

Fredette: Es ist natürlich sehr schmeichelhaft, wenn der Präsident der USA so etwas Nettes über einen sagt. Auf der einen Seite ist der Hype großartig, um meine Karriere voranzutreiben, aber es zehrt auch manchmal ein bisschen an einem. Manchmal ist es alles etwas viel. Ich habe zum Glück ein gutes Team um mich herum, das sehr gut darin ist, die Dinge in der Balance zu halten. So kann ich mich ganz auf meinen Job konzentrieren. Und das heißt: So hart es geht an mir arbeiten und den besten Basketball spielen, den ich eben spielen kann.

SPOX: Wie wichtig ist Ihnen dabei auch Ihre Religion? Sie gehören den Mormonen an.

Fredette: Meine Religion ist mir sehr wichtig. Ich glaube, dass es unsere wichtigste Bestimmung ist, unser Leben nach Jesus Christus zu gestalten. Er war das größte Wesen, das je auf unserer Erde gelebt hat und er war dennoch ein "williger" Diener aller Menschen. Das ist wahre Demut und danach strebe ich in meinem eigenen Leben auch.

SPOX: Noch einmal zurück zum Stichwort Hype. Kevin Durant hat einmal getwittert, dass Sie für ihn der beste Scorer auf der Welt sind. Kein schlechtes Kompliment, wenn es vom NBA-Topscorer kommt, oder?

Fredette: Ich glaube, Kevin Durant hat so viele Punkte gemacht wie ich, aber auf NBA-Level. Wie ich gesagt habe: Es ist toll, dass so ein fantastischer Spieler so was über einen sagt, aber man sollte nicht mehr daraus machen, als es ist. Ein nettes Kompliment von einem tollen Typen.

SPOX: Der Draft steht jetzt kurz bevor. Haben Sie irgendeine Ahnung, wo Sie landen könnten?

Fredette: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Was ich sagen kann ist, dass ich unbedingt spielen und sofort mein Team besser machen will. Deshalb habe ich so hart gearbeitet in den letzten Jahren. Damit ich bereit bin, wenn meine Chance kommt und ich bereit bin, auf NBA-Level zu performen.

SPOX: Sie sind in Glens Falls, New York geboren. Wäre es also ein Traum, für die Knicks zu spielen? In Mike D'Antonis System würden Sie jedenfalls perfekt reinpassen.

Fredette: Ich bin als Knicks-Fan aufgewachsen, klar würde ich gerne für sie spielen, weil meine Familie und meine Fans aus der Heimat in der Nähe wären. Aber das Wichtigste ist, wie Sie richtig gesagt haben, dass ich bei den Knicks glaube ich gut reinpassen würde. In ein System reinzukommen, das mir liegt und in dem ich meine Stärken am besten ausspielen kann - das wäre wichtig. Ich mag auch Coach D'Antoni, die Knicks würden schon gut passen. Aber ich freue mich natürlich, zu jedem Team zu kommen, das mich haben will, bei dem ich Spielzeit bekomme und ich ins System passe.

SPOX: Es gibt auch Kritiker, die große Zweifel haben, ob Sie in der NBA zurecht kommen werden. Böse Zungen srpachen vom möglicherweise nächsten Dan Dickau. Wie gehen Sie damit um?

Fredette: Zweifler begleiten mich mein ganzes Leben lang schon. Das gehört einfach dazu. Und man kann es als Motivation benutzen, um hart an sich zu arbeiten und besser zu werden.

SPOX: Hauptkritikpunkt ist immer die Defense. "Fredette zu draften, das widerspricht dem Ziel einer Franchise, die defensiv besser werden will." Solche Dinge sind auch über Sie zu lesen. Wie steht es um Ihre Defense?

Fredette: Meine Defense ist etwas, an dem ich die ganze Zeit arbeite. Ich denke, dass ich eine bessere Defense spielen kann, als manche Leute so denken. Aber ich bin immer bereit, mir die Kritik anzuhören und Wege zu finden, um besser zu werden. Ich fand schon immer, dass es für jeden Spieler wichtig ist, dass er auf seine Coaches hört und versucht, das umzusetzen, was sie von einem verlangen. Ich bin gewillt, die defensive Philosophie meiner Coaches zu verinnerlichen und sowohl gute Team-Defense zu spielen als auch im Eins-gegen-Eins zu bestehen, um meiner Mannschaft damit zu helfen, Spiele zu gewinnen.

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