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MLB: New York Yankees nach dem Fenway-Debakel - Ist schon alles verloren?

Luke Voit und die New York Yankees erlebten ein regelrechtes Debakel beim Erzrivalen.
© getty

Die New York Yankees haben am Wochenende ein Debakel erlitten. Sie kassierten einen Vier-Spiele-Sweep beim Erzrivalen Boston Red Sox und stehen nun scheinbar vor dem Scherbenhaufen einer vielversprechenden Saison. Manager Aaron Boone will sich nicht beirren lassen, doch was ist noch zu retten?

"Wir können durch dies nicht unsere bis dahin großartige Saison definieren", sagte Yankees-Manager Aaron Boone am Sonntagabend nach der wohl niederschmetterndsten Pleite des Sweeps im Fenway Park beim Erzrivalen Boston Red Sox. "Nein, das wird nicht passieren. Wir sind zu gut dafür!"

Boone sah davon ab, auf sein Team draufzuhauen, nachdem es essenziell alle Chancen auf den Titel in der American League East in den vier Spielen in Boston aus dem Fenster geworfen hatte. Vielmehr hielt der Rookie-Manager an seiner bis dahin klaren Linie fest.

"Ich hoffe, das Team sieht in mir jemanden, der emotional stabil ist und versteht, dass ich konstant sein werde und in vielerlei Hinsicht jeden Tag derselbe Typ bin", sagte Boone noch vor der 1:4-Niederlage am Sonntagabend. "Ich will nicht, dass die Spieler jemals zu mir schauen und ich Sorgen auf sie übertrage. Ich denke, es ist wirklich wichtig, dass ich konstant bleibe. Konstant dabei, wer ich bin, wie ich mit ihnen umgehe und wie ich mit ihnen rede."

Zudem drückte Boone erneut sein Vertrauen in und seinen Glauben an diese Mannschaft aus, die seit Mitte Juni schon nicht mehr wirklich wie ein Topteam agierte. Was stattdessen vorherrscht, ist Inkonstanz. Die Yankees haben zwar weiterhin eine positive Bilanz gegen Teams über .500, doch demgegenüber stehen auch schwache 6-6-Bilanzen gegen das, was von den Tampa Bay Rays und vor allem Baltimore Orioles übriggeblieben ist.

MLB: New York Yankees klar im Abwärtstrend

Die Serie gegen die Red Sox Anfang August war zuvor als Wegweiser betrachtet worden. Ein erfolgreicher Abschluss hätte den Abstand zur Division-Spitze verkürzen können, ein Split ihn wenigstens konstant im noch machbaren Bereich gehalten. Doch der Sweep ließ im Prinzip jegliche Hoffnungen der Bronx Bombers im Keim ersticken.

Dabei war diese Serie im Grunde nur die Kirsche auf der misslungenen Torte, die die Yankees seit dem 21. Juni gebacken hatten. Damals, als die Sox und Yankees das letzte Mal aufeinandertrafen, betrug der Abstand zwischen beiden lediglich zwei Spiele. Nun sind es - nach dem 7:0-Erfolg New Yorks bei den Chicago White Sox am Montag - derer neun.

New York Yankees: Debakel in Boston

Boston Red Sox - New York YankeesErgebnis
Spiel 115:7
Spiel 24:1
Spiel 34:1
Spiel 45:4 (10 Inn.)

Die Yankees haben seither eine Bilanz von 19-20, die Red Sox hingegen stehen bei 29-8 und sehen aus wie das beste Team im Baseball - und das mit großem Abstand.

Schaut man nur auf die gerade beendete Serie im Fenway Park, dann wird vor allem eines deutlich: Aktuell ist den Red Sox nicht beizukommen, egal wie! Spiel 1 am Donnerstag war ein Blowout, es folgte ein One-Hitter von Rick Porcello sowie eine nicht wirklich enge Kiste am Samstag, als die Yankees immerhin den Tying Run mit geladenen Bases im neunten Inning auf Base hatten.

Selbst das Glück gehört den Boston Red Sox

Am Sonntag wiederum machten die Yankees eigentlich alles richtig, doch dann versagte der Bullpen in Person von Closer Aroldis Chapman, der eine Drei-Run-Führung versenkte und damit die Pleite einleitete. Erschwert wurde dessen Auftritt freilich von der miserablen Defense, die Third Baseman Miguel Andujar und First Baseman Greg Bird beim wohl entscheidenden Play gezeigt hatten. Doch unterm Strich passte alles zusammen: Selbst das Glück ist auf Seiten Bostons!

Während die Red Sox scheinbar nur noch um die beste Bilanz im Baseball und damit Heimrecht durch die Playoffs kämpfen - der ärgste Verfolger Houston Astros ist hier schon 7 1/2 Spiele dahinter - werden sich die Yankees nun mit der Wildcard begnügen müssen.

Sie liegen drei Spiele vor den derzeit bärenstarken Oakland A's und fünf vor den Seattle Mariners. Die restlichen Teams, die hier infrage kämen, sind hingegen schon mit zweistelligem Abstand entfernt. Laut FanGraphs liegt die Wahrscheinlichkeit, dass New York in die Playoffs kommt, weiterhin bei soliden 99,7 Prozent.

Zurücklehnen darf sich das Team von Aaron Boone aber freilich nicht - die A's und M's haben Blut geleckt und sollten noch sehr lange im Rennen bleiben. Speziell, wenn die Yankees weiterhin schwächeln.

New York Yankees: Fehlen von Aaron Judge macht sich bemerkbar

Ein Grund für die anhaltende Schwächephase New Yorks ist zweifelsohne das Fehlen von Superstar Aaron Judge. Die Yankees haben seit Anfang der Saison 2017 23 Spiele ohne Judge bestritten und 15 davon verloren! Im Schnitt erzielten sie in solchen Spielen nur knapp mehr als vier Runs pro Partie. Mit ihm sind es dagegen 5,3!

Neuesten Meldungen zufolge wird Judge seinem Team aber auch nicht allzu bald wieder zur Seite stehen, denn seine Handgelenksfraktur ist noch nicht so weit ausgeheilt wie erhofft. Das fürs Wochenende geplante leichte Schlägerschwingen musste abgesagt werden. Ein Rückkehr vor September wird damit unwahrscheinlicher.

Dass mit Gary Sanchez auch noch ein zweiter Star fehlt, macht die Sache nicht leichter. Und zu allem Überfluss zwickt bei Giancarlo Stanton der Oberschenkel seit ein paar Tagen.

Komplett die Flinte ins Korn werfen sollten und werden die Yankees jetzt aber noch nicht. Am Ende des Tages ist dies immer noch Baseball und gerade in den finalen Monaten kann dort einiges passieren.

Und auch wenn die Chancen, die Division doch noch zu gewinnen, sehr gering sind (8,7 Prozent), ist dies nicht das einzige Ziel, das noch in Sichtweite liegt. Denn sobald die Playoffs starten, ist all das, was in der Regular Season erreicht wurde, nur noch Makulatur. Dann startet mit jeder Serie gewissermaßen eine neue Mini-Saison. Und wer weiß, wer dann in besserer Verfassung ist?

Boston Red Sox: Das beste Team im Baseball

Für den Moment steht jedoch fest, dass die Boston Red Sox das wohl beste Team im Baseball sind und sie auch absolut verdient ganz oben in der Tabelle stehen. Keiner präsentierte sich bislang konstanter und unnachgiebiger. Selbst Verletzungen von Star-Spielern - aktuell steht Cy-Young-Kandidat Chris Sale auf der Disabled List, Mookie Betts war dort vor ein paar Wochen - warfen die Truppe nicht aus der Bahn.

Was sie jetzt noch zu fürchten haben, ist die Tatsache, dass gerade im US-Sport mit den Playoffs - nehmen wir die NBA mal aus - nicht immer das beste Team ganz am Ende auch oben steht.

Für New York wiederum geht es zuvorderst darum, gesund zu werden und sich nicht mehr permanent selbst im Weg zu stehen. Das Team machte zuletzt sehr viele Fehler in der Defensive und in Base Running, während an der Platte häufig At-Bats zu hektisch, zu aggressiv frühzeitig beendet wurden. Zudem muss die Starting Rotation, allen voran Luis Severino, wieder in die Spur finden.

Neuzugang Lance Lynn machte in der Hinsicht am Montag mit seinen 7 1/3 Shutout-Innings einen guten Anfang - obgleich kaum ein schlechterer Gegner als Chicago zu finden sein wird. Allerdings: Das nächste Mal, dass die Yankees auf ein Team mit positiver Bilanz treffen werden, ist Anfang September - in Oakland.

Es ist noch nicht alles verloren für die Yankees. Doch das Debakel in Boston muss verarbeitet und als Weckruf angesehen werden. Nur dann kann die "bis dahin großartige" Saison der Yankees, auch tatsächlich noch objektiv als solche eingestuft werden.

Dieser Artikel wurde ohne vorherige Ansicht durch die Major League Baseball veröffentlicht.

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