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MLB: Yankees führen gegen Mets in der Subway Series 2018 - In a Mirror, Darkly

Montag, 11.06.2018 | 12:54 Uhr
Brett Gardner (r.) erzielte mehrere Runs gegen die New York Mets.
© getty

Am Sonntag konkludierte der erste Teil der Subway Series 2018 zwischen den New York Mets und Yankees mit einem 2:0-Erfolg der Amazin's. Die Serie ging jedoch mit 2-1 an die Bronx Bombers. Insgesamt verliefen die drei Partien wie ein Spiegelbild der bisherigen Saison. Am Ende bleiben größere Fragezeichen auf beiden Seiten.

Die Geschichte der Spiele ist schnell erzählt: In den ersten beiden Partien gingen die Mets jeweils früh in Führung, dann jedoch ging ihnen die Puste aus, sodass die Yankees spät zurückschlugen. Am Freitag waren es Brett Gardner und Giancarlo Stanton mit späten Homeruns, am Samstag dann Aaron Judge.

Spiel drei am Sonntag jedoch verlief so, wie es sich die Mets an jedem Tag wünschen würden: Ihr Pitching dominierte - Seth Lugo warf sechs Shutout-Innings und gab nur zwei von insgesamt drei Hits ab. Offensiv besorgte Ex-Yankee Todd Frazier mit einem 2-Run-Shot die nötigen Runs. Die Yankees kassierten indes ihren ersten Shutout überhaupt in dieser Saison - als letztes Team der Liga.

Subway Series 2018 - Part I: Mets - Yankees

DatumHeimteamAuswärtsteamErgebnis
8. Juni 2018New York MetsNew York Yankees1:4
9. Juni 2018New York MetsNew York Yankees3:4
10. Juni 2018New York MetsNew York Yankees2:0

Spötter mögen nun bemerken, dass dies auch der einzige Weg für die Mets sei, dieser Tage zu gewinnen: Eine makellose Pitching-Vorstellung, um die schwächelnde Offense zu übertünchen. Insgesamt taten sie ihr Bestes, die Starter gaben in der Serie ganze fünf Earned Runs über 20 Innings ab. Zum Vergleich: Die Mets erzielten insgesamt nur sechs Runs und der Bullpen schwächelte in den entscheidenden Momenten.

Es lief also im Grunde wie in der gesamten Saison für die New York Mets: Sie begannen stark, die Mets führten die National League East Ende April noch mit 17-9 an. Anschließend folgten sechs Niederlagen am Stück und die Mets wurden in der Division durchgereicht. Mittlerweile haben sie eine Run-Differenz von -35 und sind damit eines von nur sechs NL-Teams mit einem negativen Wert.

Tabelle der National League East

TeamSiegeNiederlagenSiegquoteGames behind
Washington Nationals3627.571-
Atlanta Braves3728.569-
Philadelphia Phillies3330.5243
New York Mets2834.4527,5
Miami Marlins2342.35414

Ganz anders die Yankees. Wie auch diese Serie zeigte, findet ihre Offense in aller Regel einen Weg. Und sei es durch Homeruns der zwei Rookies Miguel Andujar und Gleyber Torres, die beide maßgeblichen Anteil am Sieg in Spiel zwei hatten. Die Yankees erzielen die zweitmeisten Runs in der American League und haben weiterhin mindestens fünf Spiele weniger absolviert als die Boston Red Sox und Houston Astros, die auf den Plätzen folgen.

Dennoch reisen die Yankees nicht nur aufgrund der Pleite im Finale mit gemischten Gefühlen zurück in die Bronx. Weiterhin nämlich hält das ausgedehnte Formtief von Catcher Gary Sanchez an: Im Citi Field war er 0-11 mit einem Walk, im gesamten Juni steht er bei überschaubaren 2-29 (.069) und ist derzeit fast schon ein automatisches Out.

Outfielder Giancarlo Stanton war 1-11 in der Serie - mit einem Homerun spät in Spiel eins. Doch auch wenn seine Zahlen zuletzt wenig vielversprechend waren, schlug er immerhin schon vier Homeruns im Juni, womit er dem Team zumindest gelegentlich half.

All dies jedoch wird überschattet durch die Verletzung von Masahiro Tanaka, der frühestens vor dem All-Star-Break zurückerwartet wird. Das hat zur Folge, dass die Yankees nach Domingo German (0-4, 5.32 ERA, 81 ERA+) zunächst einen weiteren Rookie-Pitcher ins Team beordern werden, was die ohnehin wacklige Rotation wohl auch nicht nachhaltig verbessert wird.

New York Yankees 2018: Beste Bilanz der MLB

Das jedoch bleibt gerade aus Sicht der Mets Meckern auf ganz hohem Niveau. Während die Mets (28-34) drohen, den Anschluss zu verlieren - aktuell liegen sie 7,5 Spiele hinter der Spitze der Division und der zweiten Wildcard - kommen die Yankees (42-19) mit der besten Bilanz der MLB daher.

Sind es bei den Yankees Verletzungen von Tanaka und Jordan Montgomery, die sicherlich die größten Sorgen bereiten, stehen bei den Mets nunmehr zehn überwiegend namhafte Spieler auf der Disabled List - und Stand Sonntag kommt vielleicht noch Infielder Asdrubal Cabrera mit muskulären Problemen dazu.

Erst am Wochenende kam die Meldung, dass der sich zurzeit auf Rehab Assignment befindende Topverdiener Yoenis Cespedes einen Rückschlag erlitten hat. Der Kubaner, der am Hüftbeuger verletzt ist, wurde im Spiel der Binghampton Rumble Ponies (Double-A) nach zwei Doubles mit erneuten Problemen an der Hüfte ausgewechselt.

"Es ist dieselbe Sache", erklärte Mets-Manager Mickey Callaway am Sonntag: "Es ist dort, wo der Quadrizeps mit der Hüfte verbunden ist." Wann sie Cespedes nach diesem Rückschlag zurückbekommen werden, steht nun in den Sternen.

New York Mets: Noah Syndergaard weiter verletzt

Selbiges gilt wohl auch bei Pitcher Noah Syndergaard, der ursprünglich schon am Sonntag gegen die Yankees hätte spielen sollen. Stattdessen blieb er auf der 10-Day Disabled List mit einer Fingerzerrung. Eine Verletzung, die er sich beim Schwingen des Schlägers zugezogen hatte. Und eine Verletzung, die ursprünglich als nicht so dramatisch dargestellt wurde. Seit 25. Mai steht er damit nun aber schon auf der DL.

Die gute Leistung von Lugo am Sonntag lässt die Mets nun aber zumindest darauf hoffen, dass die eigene Starting Rotation noch immer mithalten kann. Die Offensive dagegen bleibt ein großes Fragezeichen. Und dies nicht nur aufgrund der vielen (Langzeit-)Verletzten.

Besonders nachdenklich stimmt die Mets das bisherige Schaffen von Outfielder Michael Conforto, der infolge einer Schulteroperation erst spät ins Spring Training eingestiegen ist. Der letztjährige Shootingstar bringt es aktuell lediglich auf eine .694 OPS (97 OPS+) und ist im Juni 2-28 (.071). Einem Medienbericht zufolge spielen die Mets sogar mit dem Gedanken, den Outfielder zur Begradigung in die Minors zu schicken.

Glaubt man den bisherigen Trends, die nach mehr als zwei gespielten Monaten durchaus Aussagekraft mitbringen, dann steuert die Saison der Mets allmählich ihrem kompetitiven Ende entgegen. Die der Yankees hingegen verläuft trotz der bisherigen Schlaglöcher mehr oder weniger wie gewünscht - mit realistischer Chance auf den Gewinn der eigenen Division, was seit 2012 nicht mehr gelungen war.

Yankees brauchen Verstärkung in der Pitching Rotation

Stand jetzt fehlt den Yankees auf lange Sicht gesehen dazu in erster Linie noch Unterstützung in der Rotation. Wenn nicht zur Kompensation des Tanaka-Ausfalls - dieser wird zurückkehren -, dann aber zum Ersatz von Montgomery. Der pitchte in diesem Jahr im Grunde wie eine Nummer zwei, schlechtestenfalls wie eine gute Nummer drei (119 ERA+). German zeigte indes, dass er wohl nicht die gewünschte Lösung sein kann.

Das Farmsystem der Yankees mag generell tief sein, doch einen Top-Starter, der schon jetzt bereit ist, scheint selbst dieses nicht zu bieten. Insofern erscheint eine auswärtige Lösung wahrscheinlich. Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist dies schwierig zu realisieren, denn zu viele Teams sind noch in Schlagdistanz zu den jeweiligen Wildcards - oder wähnen sich zumindest in selbiger.

Nicht wenige namhafte US-Journalisten suggerierten dennoch zuletzt ein Tauschgeschäft beider New Yorker Teams für einen der Starter der Mets - Syndergaard oder Jacob deGrom kämen hier infrage. Beide sind noch länger unter Teamkontrolle und haben hohes Upside. Doch Trades zwischen den Yankees und Mets gab es schon länger nicht mehr. Zu groß die Rivalität. Zu groß die Angst, dem Lokalrivalen mit einem Deal zu helfen - oder ein Top-Prospect, das sich dann zum nächsten Star-Spieler der Stadt entwickelt, abzugeben.

Insofern scheint zumindest dieses Szenario ausgeschlossen.

So bleibt nach Teil eins der Subway Series 2018 - Teil zwei steigt im Juli direkt nach dem All-Star Break - lediglich die Feststellung, dass sich beide Teams wie zuletzt üblich spiegelverkehrt voneinander wegbewegen. Die einen Richtung Playoffs, die anderen Richtung Niemandsland.

Dieser Artikel wurde ohne vorherige Ansicht durch die Major League Baseball veröffentlicht.

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