Suche...

MLB: Die Lage der Liga vor der Trade Deadline am 31. Juli

Die Hoffnung stirbt … später

Freitag, 14.07.2017 | 14:45 Uhr
Yonder Alonso (l.) könnte die Oakland A's noch Ende Juli verlassen
Advertisement
MLB
Live
Yankees @ Astros (Spiel 7)

Die zweite Saisonhälfte beginnt und die Teams der MLB stellen die Weichen für die nahe Zukunft. Bevor der Kampf um die Playoffs so richtig entflammt, gilt es die Kader auf Vordermann zu bringen und etwaige Lücken zu schließen, bis die Trade Deadline verstreicht und nicht mehr viel geht bis zum Saisonende. SPOX blickt ein wenig voraus, nennt mögliche Buyer, Seller und Trade-Kandidaten und erklärt, warum der Unterschied gar nicht mehr so einfach zu benennen ist.

Mit dem All-Star Game im Rückspiegel und der zweiten Saisonhälfte vor Augen beginnt eine der interessantesten Phasen einer jeder Major-League-Spielzeit: Die letzten Wochen vor der neuralgischen Non-Waiver Trade Deadline am 31. Juli.

Heißt: Bis zu diesem Tag kann jedes Team nach Belieben Spieler-Trades durchführen, und zwar ohne größere Restriktionen. Es ist im Grunde die letzte wirkliche Chance, sein Team in Hinblick auf einen Playoff-Push nochmal zu verstärken - oder sich vom einen oder anderen brauchbaren Spieler zu trennen, um für die Zukunft das eigene Farmsystem mit guten Nachwuchsspielern aufzustocken.

Trades über Umwege nach der Deadline

Allerdings ist das noch nicht das ultimative Ende, was Trades betrifft. Ab dem 1. August sind noch Tauschgeschäfte möglich, jedoch nur noch mithilfe der Trade-Waiver-Liste. Das bedeutet: Jeder Spieler, der ab August getradet werden soll, muss zunächst einmal jedem anderen Team der Liga angeboten werden. Beißt kein Front Office an, darf der Spieler ganz normal getradet werden.

Gibt aber mindestens ein Team einen "Claim" ab, dann hat das aktuelle Team des Spielers drei Optionen: Es kann den Spieler einfach von der Waiver-Liste zurückziehen und den Spieler behalten. Genauso kann es in Trade-Verhandlungen mit dem interessierten Team treten und sich nach Möglichkeit auf einen Deal einigen.

Die dritte Möglichkeit: Es kann dem interessierten Team besagten Spieler einfach kampflos überlassen - inklusive Übernahme des kompletten noch ausstehenden Vertrages. Letzteres kommt selten vor, und es kann für das interessierte Team teuer werden, wenn es sich um einen Spieler mit hochdotiertem Vertrag handelt.

August-Deadline für Playoff-Kader

Eine weitere wichtige Deadline ist der 31. August, denn nur wer bis zu diesem Datum Teil eines Teams ist, darf auch in den Playoffs mitwirken. Für Teams mit Playoff-Ambitionen ist dies also ein nicht ganz unwichtiger Termin.

Zu dieser Phase der Saison teilen die Medien Teams gern in zwei Kategorien ein: Es gibt die "Buyers" und die "Sellers. Seit ein paar Jahren ist dies jedoch gar nicht mehr so einfach, denn seit Einführung der zweiten Wildcard in jeder Liga sterben die Playoff-Hoffnungen so mancher potenzieller Seller weitaus später. Heißt: Diese verkaufenden Teams halten an ihren Spielern fest, die Käufer sitzen auf dem Trockenen.

Schaut man aktuell auf die Playoff-Rennen, bestätigt sich der Eindruck einmal mehr: In der National League scheinen lediglich die San Francisco Giants, San Diego Padres, Cincinnati Reds und Philadelphia Phillies wirklich chancenlos zu sein. In der American League dagegen haben selbst die Oakland A's mit ihren 21 Spielen Rückstand auf die allüberragenden Houston Astros noch theoretisch gar nicht so utopische Chancen auf eine Wildcard (aktueller Rückstand: 7 ½ Spiele).

Zahl der Seller überschaubar

Folglich lässt sich die Zahl der mehr oder minder sicheren Seller deutlich einschränken. Die Padres und Giants sind klare Verkaufskandidaten, dann kommen schon die Reds und eigentlich die Phillies. Doch selbige werden kaum einen ihrer kontrollierbaren jungen Spieler auf den Markt stellen. Hochbezahlte Veteranen wie Pitcher Jeremy Hellickson oder Outfielder Howie Kendrick sind da schon eher Optionen, zumal beide solide spielen dieser Tage.

Bei den Giants muss man schon mit der Lupe nach möglichen Trade-Kandidaten suchen, da die Erfahrenen allesamt noch langfristig unter Vertrag stehen und hohe künftige Gehälter mit sich bringen. Einzig Infielder Eduardo Nunez, der bis auf First Base alles im Infield-Diamond spielen kann, scheint mit seinem auslaufenden Vertrag ein sinnvoller Kandidat zu sein. Und die Padres? Die haben im Grunde keine transferfähigen Spieler. Ihr gesamter Kader ist jung und kostet wenig. Nicht zufällig entfallen 35 Millionen der 69 Millionen Dollar leichten Payroll auf Spieler, die längst woanders spielen.

Auf der Buyer-Seite hingegen fällt es weniger schwer, Teams zu benennen. In der AL East werden mindestens die Red Sox und Yankees aktiv werden. Die Sox brauchen dringend einen Third Baseman, da sich Pablo Sandoval als kompletter Reinfall entpuppt hat, während die Yankees einer Großbaustelle gleichen: First Base, Third Base, je nach Gesundheitszustand von Starlin Castro auch Second Base und jede Menge Pitching, alles ist vorstellbar.

Im Westen der AL sind im Grunde alle Mannschaften noch im Playoff-Rennen, wobei die Angels schon durch die Rückkehr von Mike Trout einen enormen Boost bekommen dürften. Die Texas Rangers bekommen ebenfalls einige Verletzte nach und nach zurück und selbst die enteilten Astros sollten allein durch die Rekonvaleszenten im Kader noch besser werden.

In der National League liegt die Vermutung nahe, dass nahezu alle Contender außer den Dodgers händeringend nach Bullpen-Help Ausschau halten werden. Verlässige Reliever sind in den Playoffs eben Gold wert.

Oakland A's als Zünglein an der Waage?

Doch welche Spieler sind begehrt und vor allem verfügbar?

Wie erwähnt ist dies aktuell noch schwer zu sagen, da einfach zu viele Teams noch Hoffnungen auf eine Playoff-Teilnahme haben. Ein Paradebeispiel dafür sind die A's, bei denen Starter Sonny Gray, First Baseman Yonder Alonso, Infielder Jed Lowrie oder auch Outfielder Rajai Davis Spieler sind, mit denen andere Teams gerne Lücken füllen würden. Doch wenn die nächsten zwei Wochen gut verlaufen, braucht Oakland diese Leute selbst für einen finalen Push. Die Konkurrenz müsste sich dann anderweitig umsehen.

Spannend ist auch die Situation der Chicago White Sox, die nach menschlichem Ermessen eigentlich raus sind aus dem Rennen, wenn auch nicht rechnerisch. Aber wenn sie signalisieren, dass sie willens sind zu verkaufen, dann sind Closer David Robertson und Third Baseman Todd Frazier klare Trade-Kandidaten. Für Starter Jose Quintana hat man bereits abkassiert. Und damit die Trade-Saison eröffnet.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung