Donnerstag, 24.04.2008

Playoff-Check: Conference-Halbfinale

Heavyweight-Fight: Pens vs. Rangers

München - Wenn die Pittsburgh Penguins und New York Rangers das gewusst hätten, hätten sie sich viel Zeit sparen können.

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© Getty

Nachdem die Penguins mit Ottawa (4-0) und die Rangers mit New Jersey (4-1) kurzen Prozess gemacht hatten, mussten sie nun fast eine ganze Woche lang warten, bis ihr nächster Gegner feststand. Nun ist klar: Sie spielen gegeneinander.

Es wird also nichts mit dem von der ganzen NHL so erhofften Duell zwischen Pittsburgh und Washington. Alex Ovechkin gegen Sidney Crosby, etwas Besseres hätte der Liga nicht passieren können.

Aber auch so haben es die vier Partien des Conference-Halbfinales in sich. Worauf man in den Duellen achten sollte und eine Prognose darüber, wer den nächsten Schritt in Richtung Stanley Cup macht, steht im SPOX-Playoff-Check.

Montreal Canadiens (1.) vs. Philadelphia Flyers (6.)

Saisonbilanz: 4-0 Canadiens.

Ausgangslage: Für viele überraschend hatte Montreal mit Boston große Probleme. Einen 3-1-Vorsprung gab man aus den Händen und plötzlich entstanden Zweifel, ob Goalie Carey Price mit seinen erst 20 Jahren dem Druck gewachsen sei. Dass diese Zweifel vollkommen unangebracht waren, bewies Price mit einer glänzenden Leistung in Spiel 7. Nun geht es für die Habs gegen die Flyers, die ebenfalls fast eine 3-1-Führung in ihrer Serie gegen Washington hergeschenkt hätten. Dank des Overtime-Siegtreffers von Joffrey Lupul in Spiel 7 bleibt Philadelphia im Rennen.

Players to watch: Alex Kovalev vs. Daniel Briere. Läuft bei Kovalev nichts zusammen, leidet das Spiel der Canadiens enorm. Das wurde auch in der Serie gegen Boston deutlich. Bei den Flyers kommt es nach dem Ausfall von Mike Knuble mehr denn je auf Briere an. Besonders brisant: Briere, ein Sohn Montreals, darf sich auf etwas gefasst machen, denn seitdem er vor der Saison ein Angebot der Canadiens abgelehnt und stattdessen bei den Flyers unterschrieben hatte, ist sein Beliebtheitsstatus in Montreal überschaubar...

Prognose: Philadelphia wird Montreal mit dem Flyers-typischen harten, geradlinigen Eishockey viel abverlangen, aber am Ende setzen sich die Canadiens durch. Carey Price ist einfach besser als Martin Biron. Canadiens in 6.

Pittsburgh Penguins (2.) vs. New York Rangers (5.)

Saisonbilanz: 5-3 Rangers.

Ausgangslage: Beide Teams zogen souverän ins Conference-Halbfinale ein. Wer kommt nach der Pause schneller wieder in die Gänge? Die jungen Penguins mit ihren Young-Guns Sidney Crosby, Evgeni Malkin, Jordan Staal und Kris Letang oder die erfahrenen Rangers mit ihren Veteranen Jaromir Jagr, Chris Drury, Scott Gomez und Brendan Shanahan.

Players to watch: Petr Sykora vs. Jaromir Jagr und Ryan Malone vs. Sean Avery. Zum ersten Mal seit seinem Weggang aus Pittsburgh trifft Jagr in den Playoffs auf sein altes Team. Jagr besitzt immer noch ein Haus in einem Pittsburgher Vorort. Zurzeit ist es an Pens-Stürmer Sykora vermietet...Jagr und Sykora, beide waren in der ersten Runde in überragender Form, Vermieter vs. Mieter, es wird ein interessantes Duell. Auch mit Spannung zu beobachten: Was macht Sean Avery? Der Rangers-Stürmer hat mit seiner Behinderungsaktion gegen Devils-Torwart Martin Brodeur sich noch unbeliebter gemacht. Falls das möglich war. Avery sprang vor Brodeur herum, immer mit dem Schläger vor dem Gesicht des Keepers wedelnd, teilweise beobachtete Avery das Spielgeschehen gar nicht mehr. Avery erzielte in der Folge ein wichtiges Tor, die NHL reagierte und führte kurzerhand eine Regel ein, um solche Aktionen zu verhindern. Brodeur verweigerte Avery nach der Serie den traditionellen Handshake. Auch die Penguins haben einen Stürmer, der weiß, wo das Tor steht und keine Angst vor einem Fight mit Avery hätte: Ryan Malone.

Prognose: Es ist zumindest gefühlt das vorweggenommene Finale im Osten. Marc-Andre Fleury und Henrik Lundqvist werden sich nicht viel nehmen. Beide gehören momentan zu den stärksten Goalies der Liga. Die Penguins werden am Ende zu viel Firepower für die Rangers haben. Das macht den Unterschied. Penguins in 7.

Detroit Red Wings (1.) vs. Colorado Avalanche (6.)

Saisonbilanz: 4-0 Red Wings.

Ausgangslage: Nach einer schnellen 2-0-Führung schien es für Detroit gegen Nashville die erwartet leichte Serie zu werden. Doch dann zeigte Dominik Hasek Schwächen, es stand 2-2, in Spiel 6 musste man in die Verlängerung und in Spiel 7 benötigte es einen Glücksschuss von Nicklas Lidström, um das Weiterkommen klar zu machen. Souverän sieht anders aus. Colorado auf der anderen Seite wusste vor allem in den letzten drei Spielen gegen Minnesota vollauf zu überzeugen. Bemerkenswert war die Ausgeglichenheit der Avs: Elf Spieler haben in den Playoffs bereits getroffen.

Players to watch: Chris Osgood vs. Jose Theodore. Hasek hat seinen Platz auf der Bank sicher. Der Torwart, der es für die Red Wings richten muss, heißt Osgood. Sein Duell mit Theodore wird die Serie bestimmen. Theodore ließ die Wild-Stars Marian Gaborik und Pavol Demitra verzweifeln und hat endgültig bewiesen, dass er wieder in früherer, ihm nicht mehr zugetrauter, Ausnahme-Form ist.

Prognose: Red Wings vs. Avalanche: Es ist ein Klassiker in der NHL, der auch dieses Mal wieder alles halten wird, was er verspricht. Pavel Datsyuk und Henrik Zetterberg gegen Joe Sakic und Peter Forsberg, diese Serie muss über sieben Spiele gehen. Nach den Erfahrungen aus der ersten Runde verbietet es sich an dieser Stelle, gegen Colorado zu tippen. Also: Avalanche in 7.

San Jose Sharks (2.) vs. Dallas Stars (5.)

Saisonbilanz: 4-4 unentschieden.

Ausgangslage: Die Texte waren schon wieder geschrieben. San Jose startet - wieder mal - als Stanley-Cup-Favorit und fliegt - wieder mal - ziemlich schnell raus. In Spiel 7 lagen die Sharks gegen Calgary schon hinten, doch kam der große Auftritt von Jeremy Roenick. Der 38-jährige Altstar, in Spiel 6 nicht einmal im Kader, führte San Jose mit einem Vier-Punkte-Spiel (2 Tore, 2 Assists) fast im Alleingang in die nächste Runde. Dallas warf mit Anaheim den amtierenden Champion aus dem Rennen. Auf beeindruckende Art und Weise. Goalie Marty Turco war stärker als Jean-Sebastien Giguere. Der Ex-Frankfurter Stephane Robidas war stärker als Scott Niedermayer. Unglaublich, aber wahr.

Players to watch: Brian Campbell vs. Brad Richards. Sowohl bei San Jose als auch bei Dallas zahlen sich die Trades aus. Campbell ist der Nummer-1-Verteidiger, den die Sharks gebraucht haben. Richards gibt den Stars neben Mike Modano und Mike Ribeiro einen dritten Stürmer, der einem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann.

Prognose: Christian Ehrhoff und Marcel Goc dürfen weiter davon träumen, den Stanley Cup nach Deutschland zu bringen. Sharks in 6. 

Florian Regelmann

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