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Jetzt wird's persönlich

Von Florian Regelmann
Sonntag, 16.12.2007 | 13:32 Uhr
Bill Belichick, Eric Mangini
© Getty
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München - Undank ist der Welten Lohn. So könnte man wohl das Verhältnis zwischen Patriots-Headcoach Bill Belichick (im Bild links) und Jets-Headcoach Eric Mangini (rechts) zusammenfassen.

Zumindest aus der Sicht von Belichick. Dieser hatte 1995 das Talent von Mangini, der damals als Praktikant in der Public-Relations-Abteilung der Cleveland Browns arbeitete, entdeckt und ihn zu seinem Assistenten gemacht. Es war der Beginn der Trainer-Karriere von Mangini.

Als sein junger Schüler, mittlerweile zum Defensive Coordinator in New England aufgestiegen, vor der vergangenen Saison ein Angebot bekam, Headcoach bei den New York Jets zu werden, nahm ihn Belichick ins Gebet. Gehe nicht zu den (von Belichick verhassten) Jets, es werden sich andere Möglichkeiten für dich ergeben und ich werde Dir helfen.

Doch Mangini ging zu den Jets und Belichick fühlte sich betrogen. Als der "Manginious" dann auch noch versuchte, Angestellte abzuwerben, wurde ihm seine Zugangskarte zu den Büroräumen der Patriots gesperrt.

Diese Saison hat der Konflikt durch die von den Jets ausgelöste Spionageaffäre um die Patriots einen neuen Höhepunkt erreicht.

In Woche 15 kommt es nun wieder zum Duell Pats vs. Jets. Alles dazu und zu den anderen Highlights gibt es im SPOX-Sixpack.

1. Das Ziel: 70:0! (New England Patriots - New York Jets)
Für New England geht es um mehr als um den 14. Saisonsieg. Um mehr als einen weiteren Schritt zur Perfect Season. Jetzt wird's persönlich. Tom Brady und Co. wollen die Jets nicht besiegen, sie wollen sie demütigen, erniedrigen, vernichten. Problematisch könnte für New England höchstens das Wetter werden. Für Sonntag sind heftige Schneestürme vorausgesagt. Nicht leicht für die Patriots, die dabei sind, das einzige Team in der Geschichte der NFL zu werden, das kein Running Game braucht (nicht zu verteidigende 3-5-Yard-Pässe zu Wes Welker sind genau das gleiche). Aber New England wird sicher auch dafür eine Lösung parat haben. Ein Beispiel, wie gut es für die Pats läuft: Durch die Bestrafung für die Spionage fehlt ihnen zwar im nächsten Jahr ein Pick im Draft. Aber dafür gehört ihnen immer noch jener der San Francisco 49ers. 16-0 und dann den zweiten Pick im Draft? Nicht schlecht.

2. Spiel der Woche (Pittsburgh Steelers - Jacksonville Jaguars)
Sowohl die Steelers als auch die Jaguars haben mit einer 9-4-Bilanz bislang eine gute Saison gespielt, in der starken AFC aber noch keinen Playoff-Platz sicher. Verlieren die Steelers zum ersten Mal im heimischen Heinz Field, könnte der Divisions-Titel noch in Gefahr geraten und es droht in den Playoffs ein erneutes Spiel bei den Patriots. Das schreckt Anthony Smith zwar nach wie vor nicht - dieser hat seine misslungene Sieg-Garantie aus der Vorwoche nun einfach auf die Playoffs umgemünzt - wollen kann das in Pittsburgh aber natürlich niemand. Verlieren die Jaguars, könnte es noch sehr eng werden, eine der beiden Wild Cards zu ergattern. Es steht einiges auf dem Spiel. Man darf ein sehr physisches Spiel mit wenigen Punkten und einem knappen Ausgang erwarten.

3. Weg mit dem dummen Laufspiel (Carolina Panthers - Seattle Seahawks)
Die Seattle Seahawks haben nicht nur ganz still und leise die NFC West bereits für sich entschieden, sie müssen zurzeit als ernsthaftester Herausforderer für die Dallas Cowboys angesehen werden. Die Wende brachte vor einigen Wochen Mike Holmgren. Der Coach, ohnehin dafür bekannt, immer lieber zu passen als zu laufen, legte ein für allemal fest: Schluss mit den ewigen Versuchen zu laufen, es funktioniert nicht. Ab jetzt passen wir und passen wir und passen wir. Matt Hasselbeck hat es gefreut. Der Quarterback ist seit Wochen in überragender Form.

4. Die pure Unterhaltung (Dallas Cowboys - Philadelphia Eagles)
Die Cowboys sind wahrscheinlich das interessanteste Team der Liga. In Dallas wird es nie langweilig. Diese Woche hatte das Unterhaltungs-Programm auch wieder einiges zu bieten. Zum einen den Streit zwischen Terrell Owens und Keyshawn Johnson. Der Ex-Cowboy hatte in seiner Rolle als TV-Experte geäußert, dass Ex-Coach Bill Parcells einen großen Anteil am jetzigen Erfolg hat. Das sieht T.O. etwas anders: "Man wüsste gar nicht, dass er einen Super Bowl gewonnen hat, wenn man nicht die Kader checken würde", so Owens über Johnson. Zum anderen ist Tony Romo in seiner Romanze mit Jessica Simpson angeblich wieder einen Schritt weiter. Sie sollen schon Ringe suchen...Am Sonntag wird dann zwischendurch Football gespielt. Ein Erfolg gegen die Philadelphia Eagles sollte aber kein Problem sein.

5. Der nächste Versuch (Miami Dolphins - Baltimore Ravens)
Noch drei Versuche haben die Miami Dolphins, ein Spiel zu gewinnen. Gegen die Baltimore Ravens scheinen die Vorzeichen nicht schlecht. Baltimore hat sieben Spiele in Folge verloren, fast die komplette Verteidigung ist angeschlagen oder fällt aus. Das ist doch die Chance, Dolphins! Ihr könnt es packen. Das letzte Mal, als man das allerdings dachte, kamen die Jets ins Dolphins Stadium und überrannten Miami 40:13. Ouch! Insofern stehen die Siegchancen auch diese Woche bei höchstens 15 Prozent.

6. Spiel eins nach Bobby Petrino (Tampa Bay Buccaneers - Atlanta Falcons)

Die Bucs stehen ein Jahr, nachdem sie Letzter waren, kurz vor dem Titel in der NFC South. Die Story dieses Spieles sind aber die Atlanta Falcons, die ihre erste Partie nach Bobby Petrinos Abgang absolvieren. Der nun Ex-Coach der Falcons sorgte diese Woche für einen absoluten Skandal, als er sich nach dem Monday Night Game einfach aus dem Staub machte, um neuer College-Trainer in Arkansas zu werden. Schlimm genug, dass er sein Team einfach drei Spiele vor Ende der Saison im Stich ließ. Aber dass sich Petrino nicht einmal persönlich verabschiedete, sondern nur einen Brief in die Kabine hängte...unglaublich! 

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