Olympische Spiele in Sotschi - Tag 13 kompakt

Zielsprint? Läuft nicht!

Von Max Marbeiter
Donnerstag, 20.02.2014 | 21:27 Uhr
Fabian Rießle (l.) und die letzten Meter. Am Ende fehlten sogar nur Zentimeter zu Gold
© getty
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Nichts war es mit dem nächsten Gold für unsere Kombinierer. Die Leistung war mal wieder stark, doch die Probleme auf den letzten Metern erlauben nur Silber. Curling rührt zu Tränen, die USA und Kanada stehen auf Drama. Außerdem: Die Gesichtsbehaarung der Spiele und ein ganz spezieller Kolibri.

Zunächst einmal muss festgehalten werden: Wir wollen hier überhaupt nichts kleinreden. Wirklich nicht! Das Olympia-Silber der Nordischen Kombinierer um Eric Frenzel, Björn Kircheisen, Johannes Rydzek und Fabian Rießle ist schließlich eine sensationelle Leistung, der allerhöchster Respekt gebührt. Eine Frage muss dennoch erlaubt sein. Was ist in Sotschi eigentlich auf der Zielgeraden los?

Da ist es völlig egal, ob unsere Jungs oder Mädels nun Chancen auf Gold, Silber oder Bronze haben. Ob sie im Duo oder Trio ankommen, oder aber auf sich allein gestellt sind. Fast immer geht irgendetwas schief. Mal laufen sie sich gegenseitig über den Haufen, mal geht ihnen die Luft aus, mal sorgt der Gegner für einen Sturz.

Am Boden lag Fabian Rießle diesmal glücklicherweise erst hinter der Ziellinie. 0,3 Sekunden fehlten am Ende. Im Schlusssprint war Jörgen Graabak eine Ecke schneller - und cleverer. Denn just, als sich Reißle vor der letzten Kurve außen einfädeln wollte, um möglichst viel Schwung mit auf die Zielgerade zu nehmen, zog der Norweger ebenfalls raus. Rießle musste Tempo rausnehmen und war geschlagen. Schon wieder. Silber tröstet allerdings bestens über die Enttäuschungen der letzten Meter hinweg.

Der Tag zum Nachlesen im Ticker

Ob Flo Eigler nach seinem Halbfinale im Skicross ebenfalls Trost benötigte, sei einmal dahingestellt. Ausscheiden macht jedoch selten glücklich. Der Wettkampf insgesamt dürfte allerdings dennoch ziemlich nach dem Gusto des Allgäuers verlaufen sein. Erst mal war er bester Deutscher. Allein das ist schon nicht ganz übel. Und wären die Franzosen nicht derart gut drauf gewesen, vielleicht hätte es sogar fürs Finale gereicht.

Doch auch so hatten wir eine Menge Spaß mit unseren Halbverrückten und ihren, gefühlt kilometerweiten Sprüngen auf engstem Raum. Ähnlich glücklich machte uns Nathalie Weinzierl mit ihrem zehnten Platz nach dem Kurzprogramm. Mit 19 Jahren können einen im Angesicht Olympischer Spiele die Nerven aber schon mal im Stich lassen.

Genau das passierte am Ende leider auch. Weinzierl stürzte zwei Mal, war den Tränen nahe und beendete den Wettbewerb auf Rang 18. Aber mal im Ernst, schlimm ist das alles nicht. Das Kurzprogramm war sensationell und mit 19 Jahren waren das sicherlich nicht die letzten Olympischen Spiele.

Am Freitag sollte es dann aber wieder einige Plätze nach vorne gehen. Der Slalom der Damen steht an. Mit Maria Höfl-Riesch. Mit Christina Geiger. Mit Barbara Wirth. Mit einer Medaille? Die Biathlon-Staffel um Andrea Henkel hofft auf den versöhnlichen Abschluss. Im Eishockey sind wir zwar gar nicht erst angetreten, der Klassiker USA gegen Kanada dürfte aber entschädigen.

Die Entscheidungen des Tages:

WettbewerbEntscheidung
Nord. Kombination/Team, Männer 0,3 Sekunden! Kombinierer holen Silber
Ski-Freestyle/Cross, MännerGold, Silber, Bronze! Französische Festspiele
Curling/Finale, FrauenKanada bleibt ohne Niederlage
Ski-Freestyle/Halfpipe, FrauenErstes Olympiagold an Bowman
Eiskunstlauf/Kür, FrauenSotnikowa holt Gold für Russland
Eishockey/Finale, FrauenDrama! Kanada setzt Gold-Serie fort

Was sonst noch wichtig war:

Curling: Tränenreich war's! Irgendwie auch verständlich, hatten die Britinnen seit ihrem Olympiasieg von Salt Lake City 2002 doch nicht eine einzige Olympiamedaille gewinnen können. Ach, und spannend ging es gegen die Schweiz auch zu. 5:5 stand es im letzten End, doch ein Stein genügte Großbritannien zu Bronze - und zu Gefühlswallungen aller erster Güte.

Eishockey: Drama, Herrschaften, Drama! Eigentlich war alles für eine feierlich schwedische Bronzezeremonie angerichtet, die Schweiz bereits abgeschrieben. Irgendwie auch nur wenig verwunderlich. Wer hätte schließlich damit gerechnet, dass die Eidgenössinen binnen 19 Minuten zwei Tore aufholen, geschweige denn, das Spiel noch drehen würden? Tja, genau das gelang ihnen allerdings. Sara Benz und Phoebe Stanz besorgten den Ausgleich, Jessica Lutz und Alina Müller die Entscheidung. Zurück blieben geschockte Schwedinnen und ungläubig feiernde Schweizerinnen. Wobei: "Jeder hat an diese zwei Tore geglaubt, dann haben wir sogar vier gemacht", sagte Stanz. Von wegen überraschend!

Mann des Tages: Filip Flisar

Zunächst einmal lieferte Filip Flisar beim Skicross einfach ab. Halbfinale. Immerhin. Ein Sturz gleich zu Beginn machte etwaige Medaillenchancen zwar zunichte, wer derart stilvoll daherkommt, braucht allerdings auch kein Edelmetall, um edelst aufzutreten.

Eines ist nämlich mal völlig klar. Flisars Gesichtsbehaarung ist in Sotschi unübertroffen. Kein schnöder Dreitagebart, kein peinlichst genau zurecht gestutztes Gestrüpp rund um den Kiefer. Nein Flisar trägt Oliba - und was für einen!

Akkurat an die Oberlippe getrimmt, verliert sich der Balken am Ende in zwei filigrane Kringel, auf die nicht nur der bayerische Schnauzeradel mehr als stolz wäre. Und da wir hier gerne auch mal einen Blick über den Tellerrand, über schnöde Ergebnisse hinauswagen, qualifiziert allein Flisars Moustache den Slowenen absolut zum Mann des Tages.

Frau des Tages: Sabrina Cakmakli

Wir stellen uns jetzt einfach mal vor, man bereitet sich auf seine Olympia-Teilnahme vor. Dann eine unglückliche Landung. Ein Schnalzen. Das Kreuzband. Alles umsonst? Diese Frage musste sich Sabrina Cakmakli vor rund einem Jahr stellen.

Im Slopestyle wollte sie sich für Sotschi qualifizieren - dann gab das Knie nach. Und da es nun mal wesentlich angenehmere Ertüchtigungen für das Gelenk gibt als Slopestyle, empfahl ihr Trainer Cakmakli im Sommer, einfach mal die Halfpipe auszuprobieren.

Klar, dachte sie, warum nicht? Und es hat sich gelohnt. In Calgary schaffte Cakmakli die Olympia-Norm und trat nun in der Quali an. Gereicht hat es am Ende nicht. Platz 14 anstatt Rang 12. "Das war saugeil, einfach der Wahnsinn", ließ die 19-Jährige sympathischst lächelnd erst gar keine Enttäuschung aufkommen. Wen wundert's! Schließlich hat sie überhaupt erst fünf Weltcups absolviert.

Sprüche des Tages:

"Haben Sie den Film Bambi gesehen? Kennen Sie die Szene mit Bambi auf dem Eis? So habe ich mich gefühlt." (US-Snowboarder Justin Reiter über die vereiste Piste beim Parallel-Riesenslalom)

"Es geht bergab." (Der viermalige Olympiasieger Andre Lange zur Krise im deutschen Bobsport)

"Wir haben gute Mädchen und wenn sie hart arbeiten, können sie richtig starke Läuferinnen werden. Aber ohne eine Eishalle könnte das schwierig werden." (Die dreimalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Martina Sablikova über die Zukunft der Sportart in ihrer Heimat Tschechien)

"Es ist hart, manchmal haut man sich gegenseitig die Spikes ins Bein. Wenn man im Schlitten sitzt, muss man still sitzen. Wenn einer der Jungs furzt, willst du nur noch ins Ziel und jeder schreit und will nur noch aus dem Bob." (Der lettische Bobfahrer Helvijs Lusis über die nicht so bekannten Tücken des Viererbobs)

"Sie haben ein Knäckebrot mit Braunkäse, Tee und eine Tasse Kaffee bekommen - und sie waren damit sehr zufrieden." (Marit Björgen über den Besuch des norwegischen Königspaares im Lager der Langläuferinnen)

Zahlen des Tages:

4 Die Briten lassen es in Sotschi richtig krachen. So sehr, dass sie jetzt schon sicher eine 90 Jahre alte Marke knacken. 4 - da haben wir sie wieder - Tage vor Ende der Spiele hat Großbritannien 4 Medaillen sicher. Das gab es auf der Insel letztmals 1924 während der allererstern Olympischen Winterspiele in Chamonix zu bewundern. Und jetzt kommt's: Sogar Medaille Nummer fünf und damit der alleinige Rekord ist drin.

0 Der große Kreis verheißt im Sport meist nichts Gutes. So auch im Fall unserer eigentlich so erfolgreichen Kombinierer. Die holten 1988 in Calgaray im Team die Goldmedaille und standen seither - richtig - kein weiteres Mal ganz oben auf dem Podium. Da muten die 0,3 Sekunden Rückstand auf Norwegen noch ein Stück bitterer an. Zumal ausgerechnet die Norweger letztmals 1998 in Nagano ganz oben gestanden hatten und damit stolze zehn Jahre weniger auf Gold warten.

Hier geht's zum Medaillenspiegel

8 Curling und Kanada. Das geht einfach zusammen. Goldmedaillen beim Steineschieben gehören für die Ahornblätter ebenso zum guten Ton wie Ahornsirup zum gelungenen Pancake. Im Finale gegen Schweden mussten die Damen dennoch zittern. 3:3 stand es, bis im achten End schließlich die Vorentscheidung fiel. Die Millimeter-Vorentscheidung. Mit bloßem Auge war nämlich nicht zu erkennen gewesen, ob denn nun der kanadische oder der schwedische Stein dem Zentrum näher lag. Das Messgerät enthüllte: Es war der Kanadische. Und aus 4:3 machten die Favoriten kurzerhand ein 6:3 und gewannen am Ende. Alles dank des achten Ends.

2 Man muss die Spiele nicht dominieren, um am Ende eine Medaille abzustauben. Bestes Beispiel: Die Schweizer Eishockey-Mädels. Die landeten im Spiel um Platz drei nämlich ihren insgesamt zweiten Sieg des Turniers und sicherten sich Bronze. Nach einer 0:9-Auftaktklatsche gegen die USA kein allzu schlechter Ausgang.

5 mickrige Zentimeter misst der Pfosten eines Eishockey-Tores. Manchmal genügt auch das. 2:1 führten die USA im Damenfinale gegen Kanada, die Ahornblätter hatten bereits ihre Torfrau rausgenommen. Also rutschte der Puck in Richtung Gehäuse - und prallte an den Pfosten. Die Konsequenz? Richtig, Marie-Philip Poulin erzielte tatsächlich noch den Ausgleich und legte, weilo's gar so schön war, in der Verlängerung noch mal nach. Kanada ist Olympiasieger. Dem Pfosten sei Dank.

Name des Tages: Patrick "Kolibri" Koller

Der Kolibri. Winzig ist er. Filigran noch dazu. Einige werden sich vielleicht noch an den Film Con Air erinnern, in dem Nicolas Cage seiner Frau Trisha den Spitznamen Kolibri verpasst. Das passte irgendwie. Schließlich war sie ebenfalls zierlich und filigran.

An dieser Stelle muss allerdings die Frage erlaubt sein, wer auf die Idee kam, Patrick Koller ebenfalls zum Kolibri zu machen. Der Mann ist Freeskier und wiegt immerhin stolze 100 Kilo. Gut KOLler und KOLibri ergeben wenigstens eine gelungene Alliteration.

Zudem ließ der unglaubliche Zielsprung beim Skicross den Österreicher fliegen, wie ein Vogel. Am Ende dann aber doch zu kurz. Koller schied als dritter bereits im Viertelfinale aus. Wie filigran er sich auf einer möglichen Siegesfeier bewegt hätte, werden wir vorläufig also nicht herausfinden.

Der Olympia-Zeitplan

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