Jaromir Jagr im Porträt

Der Prototyp eines Helden

Von Philipp Jakob
Montag, 03.02.2014 | 20:00 Uhr
Jaromir Jagr gehört auch mit 41 Jahren noch zu den beliebtesten Eishockey-Spielern
© getty
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Jaromir Jagr ist auch mit 41 Jahren noch einer der bester Eishockeyspieler der Welt. Der Altmeister weiß, wie man sich fit hält und vor allem, wie man eine ganze Nation begeistern kann. Sein Erfolgsrezept: Erfolg, Wille und ein Hauch Patriotismus.

Man könnte meinen, wenn man es zum Status eines Volkshelden in seinem Heimatland geschafft hat, dann hat man alles erreicht. Dann sollte man sich zurücklehnen, den Ruhm und den Ruhestand genießen. Doch das, was Volkshelden ausmacht, ist genau das Gegenteil. Egal ob auf politischer, künstlerischer oder auch sportlicher Ebene: Ein echter Held widmet sein komplettes Leben der Sache, der er sich verschrieben hat. Jaromir Jagr ist so jemand.

Der 41-Jährige wird in Tschechien schon lange als Volksheld angesehen und das vollkommen zu Recht. Allein schon ein Blick auf seine Statistiken genügt, um zu erkennen, dass Jagr als einer der ganz großen Stars in die Geschichte des Eishockeys eingehen wird.

Kein Ende in Sicht

Jagr befindet sich momentan in seiner 20. Saison in der NHL und liegt mit 697 Toren auf Platz sieben der besten Scorer aller Zeiten. Er gewann drei Mal die Art Ross Trophy für den besten Scorer einer Saison (1995, 1998, 2001), erhielt 1999 die Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler der NHL und konnte zwei Mal den Stanley Cup in die Höhe stemmen (1991, 1992). Und damit noch nicht genug: Jaromir Jagr hält die NHL-Rekorde für die meisten Game-Winning-Goals (122) sowie die meisten Tore in der Overtime (18).

Ein Ende ist dabei immer noch nicht in Sicht. Nachdem er von 2008 bis 2011 in der KHL spielte und vor allem in Nordamerika etwas von der Bildfläche verschwand, rechneten wohl nur die Wenigsten mit einer Rückkehr, vor allem nicht in Anbetracht seines Alters. Doch wie so oft in seiner Karriere scherte sich Jagr kein bisschen um das, was die anderen dachten, und feierte 2011 mit 38 Jahren sein Comeback in der NHL.

Und nun, drei Jahre später, spielt er immer noch auf einem Top-Niveau und ist hauptverantwortlich dafür, dass die New Jersey Devils überhaupt noch Chancen auf einen Playoff-Platz haben. Mit 44 Punkten (16 Tore und 28 Assists) führt Jagr die teaminterne Rangliste deutlich an und bekommt die zweitmeiste Eiszeit unter allen Forwards - mit mittlerweile 41 Jahren!

Top Arbeitseinstellung

Doch graue Statistiken reichen nicht, um den Status eines Volkshelden zu erreichen - egal wie beeindruckend sie sind. Das weiß auch Jagr. "Wisst ihr was? Darum kümmere ich mich nicht", sagte der Tscheche vor kurzem, nachdem er Mario Lemieux in der All-Time-Scoring-Liste vom siebten Platz verdrängte.

Jagr spielt nicht deshalb weiter, weil er in den Ranglisten der NHL weiter klettern möchte. Er macht es, weil er das Spiel liebt: "Ich habe keine Pläne, aufzuhören. Ich will weiterspielen. Ich liebe das Spiel so sehr und ich glaube, solange ich hart arbeite und verletzungsfrei bleibe, kann ich auch weiterspielen."

Die Voraussetzungen dafür scheinen vorhanden zu sein. Jagr gilt trotz seines Alters als einer der fittesten Spieler der gesamten NHL, seine intensiven Workouts sind ebenso berühmt wie berüchtigt. Dabei verliert Jagr keine Gedanken daran, sich einmal zu schonen, wie in den letzten Playoffs zu sehen war.

Mit Bleiweste zum Workout

Nach Spiel drei der Eastern-Conference-Finals ging Jagr nicht sofort unter die Dusche, sondern entschied sich ein paar Runden auf dem Eis zu drehen - soweit nicht verwunderlich. Wenn man allerdings bedenkt, dass die ganze Aktion nach einer extrem intensiven Playoff-Partie mitsamt zweifacher Overtime stattfand und Jagr dazu auch noch eine Bleiweste trug, ist es schwer, Jagrs Eifer nicht im höchsten Maße Respekt zu zollen.

Diese Arbeitseinstellung half ihm definitiv auf dem Weg zu seinem jetzigen Status und das möchte Jagr auch den jüngeren Mitspielern vermitteln. Als er aus Russland in die NHL zurückkehrte, nahm er deshalb die jungen Talente in Philadelphia und Dallas unter seine Fittiche.

Besonders Claude Giroux und Jamie Benn profitierten dabei von den Tipps des Veteranen, der auch (nicht besonders überraschend) zusätzliche Konditionsübungen nach dem Training für die Mitspieler organisierte.

Gold in Nagano

Doch selbst grandioser Erfolg und eine hervorragende Arbeitseinstellung reichen nicht ganz aus, um als Volksheld bezeichnet zu werden. All das verblasst nämlich gegenüber den Verdiensten am eigenen Land. Und auch in dieser Kategorie weiß Jagr vollends zu überzeugen.

Wenn am 7. Februar die Olympischen Spiele in Sotschi beginnen, wird Jagr bereits zum fünften Mal Jagd auf eine olympische Medaille machen. Der absolute Höhepunkt seiner Karriere im Nationaldress war für ihn das Finale von 1998 in Nagano, als die NHL erstmals in ihrer Geschichte pausierte, um den Spielern eine Teilnahme bei Olympia zu ermöglichen.

Das tschechische Team um Jagr, Milan Hejduk und Dominik Hasek schaffte es nach Siegen gegen die USA und Kanada bis ins Finale gegen Russland. Ausgerechnet die Nation, die 1968 die Freiheitsbewegung während dem Prager Frühling niederschlug.

100.000 Fans feierten in Prag

Auch für Jagr, der schon immer das Trikot mit der Nummer 68 trug, um die Freiheitskämpfer zu ehren, war dies ein besonderes Duell und dementsprechend glücklich war er, nachdem die Tschechen einen 1:0-Erfolg errungen.

Im Rückblick auf die Olympischen Spiele und besonders die Rückkehr in die Heimat gab Jagr später an, dass das einer der besten Momente seiner Karriere gewesen sei. 100.000 Fans empfangen damals die Helden von Nagano in Prag und feierten gemeinsam mit dem Team den Gewinn der Goldmedaille.

Bei den darauffolgenden Spielen konnten die Tschechen allerdings nicht mehr ganz an diesen Erfolg anknüpfen und so gingen Jagr und Co. in Salt Lake City komplett leer aus. In Turin 2006 reichte es immerhin zur Bronze-Medaille, während in Vancouver 2010 nur ein etwas enttäuschender siebter Platz heraussprang.

Auch 2018 dabei?

Nichtsdestotrotz zeigte sich vor vier Jahren in Vancouver erneut, was für ein Stellenwert Jaromir Jagr im eigenen Land besitzt. Er durfte als Fahnenträger bei der Eröffnungszeremonie seine Landsleute ins Stadion führen und war dementsprechend stolz: "Das ist eine große Ehre, für jeden, der die Chance dazu bekommt und als sie mich gefragt haben, habe ich natürlich sofort gesagt, dass ich das machen möchte. Dies ist wahrscheinlich mein letztes großes Turnier und ich möchte ein Teil davon sein."

Heute weiß man, dass die Sache mit dem letzten großen Turnier nicht so richtig zutrifft. In Sotschi darf sich Jagr zudem durchaus wieder Hoffnungen auf eine Medaille machen. Die Tschechen haben um Jagr, Patrik Elias (Devils), Tomas Plekanec (Canadians), David Krejci (Bruins) und Jakub Voracek (Flyers) einen starken Kader, der trotz der harten Konkurrenz für Aufsehen sorgen könnte.

Aber selbst wenn es dieses Jahr nicht mit einer Medaille klappen sollte: Ganz abschreiben wird Jagr das Thema Olympia wohl auch nach Sotschi nicht. "Vergesst nicht, dass ich zu der Zeit wahrscheinlich in Europa auf der größeren Eisfläche spielen werde und mitunter gar keine NHL-Spieler dabei sein werden", sagte Jagr zum Thema Olympia 2018 in Pyeongchang.

Wie ernst er es mit Olympia 2018 wirklich meint, kann man bei Jaromir Jagr nie wissen. Wenn er fit und motiviert ist, würde er wohl auch mit dann 45 Jahren noch einen Kaderplatz erhalten. Wer würde schon freiwillig auf einen echten Volkshelden verzichten.

Jaromir Jagr im Steckbrief

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