Dienstag, 18.02.2014

Eine Medaille aus acht Rennen in Sotschi

Biathleten hoffen auf die Staffeln

Die deutschen Biathleten haben die Einzelrennen in Sotschi mit nur einer Medaille beendet und sind dementsprechend enttäuscht. Die Staffeln sollen nun die Bilanz aufbessern.

Für die deutschen Biathleten um Andrea Henkel (l.) liefen die Olympischen Spiele enttäuschend
© getty
Für die deutschen Biathleten um Andrea Henkel (l.) liefen die Olympischen Spiele enttäuschend

Das graue Winterwetter in den wolkenverhangenen Bergen über Sotschi passte zur trüben Stimmung der deutschen Biathleten. Nach der niederschmetternden Ausbeute von nur einer Medaille aus acht Einzelrennen können selbst Top-Resultate mit den Staffeln die Olympia-Bilanz allenfalls aufhübschen.

Schon jetzt steht fest: Die Skijäger werden mit so wenigen Medaillen wie noch nie von den Winterspielen zurück in die Heimat reisen.

"Wir haben uns heute sicher ein bisschen mehr ausgerechnet", sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner nach dem Massenstart. Ein Fazit, das sicher nicht nur für diesen Wettbewerb galt. Im Rennen über 15 km, das nach vier Verschiebungen wegen der schlechten Witterung endlich ausgetragen werden konnte, war Simon Schempp als 13. bester Deutscher.

Mixedstaffel am Mittwoch

Beim Sieg des Norwegers Emil Hegle Svendsen wurde Arnd Peiffer 19., Erik Lesser schaffte es fünf Tage nach Einzel-Silber nur auf Platz 26. "Wir müssen anerkennen, dass die Besten die Medaillen gewonnen haben", sagte Kirchner.

Das nächste Debakel bei dichtem Schneefall in den Bergen von Krasnaja Poljana muss allerdings schnell vergessen werden. Schon am Mittwoch (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) steht die olympische Premiere der Mixedstaffel auf dem Programm. "Wir werden dort, und gerade auch in der Herrenstaffel alles daran setzen, um noch so eine Plakette mitzunehmen", sagte Kirchner.

Mit Plakette meint der dreimalige Olympiasieger eine Medaille. Die bislang einzige der Biathleten hat Lesser im Einzel gewonnen, die Frauen stehen erstmals in der Geschichte noch ganz ohne Edelmetall da.

Goldene Zeiten sind vorbei

Läuft nun alles glatt, können die DSV-Skijäger die Bilanz auf vier Medaillen verbessern. Aber wer vermag nach den Enttäuschungen von Sotschi daran glauben? Fünfmal Edelmetall in Vancouver (2010) und in Nagano (1998) sind die bislang schwächsten Resultate des Erfolgsteams seit Männer und Frauen gemeinsam starten.

2006 in Turin hatte es elfmal für den Sprung auf das Podium gereicht. Doch die goldenen Zeiten mit Magdalena Neuner, Kati Wilhelm oder Michael Greis sind vorbei, das betonen die Trainer immer wieder.

Das beste Resultat der deutschen Frauen, der einzige Top-Ten-Platz, blieb Rang vier von Umsteigerin Evi Sachenbacher-Stehle. Und obwohl die 33-Jährige Bronze im Massenstart um nur eine Sekunde verpasst hatte, versuchte die Bayerin am Dienstag das Positive zu sehen: "Was für ein cooles Rennen. Ich freu mich riesig über meinen vierten Platz", schrieb die zweimalige Olympiasiegerin im Langlauf bei Facebook.

Selbstvertrauen scheint verschwunden

Altmeisterin Andrea Henkel gab hingegen offen zu, dass sie sich ihre letzten Olympischen Spiele "ganz anders" vorgestellt habe. Anstatt um Medaillen mitzukämpfen, konnte die achtmalige Weltmeisterin von einer Erkältung geschwächt nie in den Kampf um die Spitze eingreifen. "Das ist schon frustrierend", meinte die 36-Jährige, die ihre Karriere nach der Saison beendet.

Auch den Damen bleibt nur die Hoffnung auf die Staffel am Freitag, ehe die Männer einen Tag später das letzte Biathlon-Rennen bei den Spielen in Russland bestreiten.

Die Gesamtweltcup-Wertungen der Mannschaften haben die DSV-Teams in dieser Saison nach starken Auftritten jeweils gewonnen. "Wir standen in diesem Winter dreimal auf dem Podest. Deswegen ist klar, wo die Reise hingehen sollte", sagte Frauen-Trainer Ricco Groß.

Die Ansprüche sind nach einer Vielzahl von Rücktritten in den vergangenen Jahren jedoch merklich gesunken. Auch das Selbstvertrauen scheint verschwunden, von sicheren Goldmedaillen wie in der Vergangenheit will und kann niemand sprechen. "Wir wissen, wie eng es in der Spitze geworden ist", sagte Kirchner.


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