Freitag, 08.08.2008

Olympia

Schüttler spielt in Peking mit Wut im Bauch

Peking - In der feuchten Hitze von Peking haben Rainer Schüttler und der Tennis-Weltverband ITF ihre verbale Schlammschlacht auch am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele unversöhnlich fortgesetzt.

Schüttler, Tennis
© Getty

Statt sich mit aller Konzentration auf das am 10. August startende Tennisturnier vorbereiten zu können, musste sich der 32 Jahre alte Wimbledon-Halbfinalist über eine Mail von ITF-Präsident Francesco Ricci Bitti ärgern, die für den Korbacher als weiterer Beleg für dessen Respektlosigkeit dienen dürfte.

Nicht die geforderte Entschuldigung seitens der ITF erreichte Schüttler im olympischen Dorf, sondern der Vorwurf, in einem Offenen Brief "so viele Unwahrheiten verbreitet zu haben, dass es der ITF unmöglich sei, auf all diese zu antworten".

Keine Entschuldigung bei Schüttler

In der kühlen Mitteilung, in der dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erneut der Vorwurf gemacht wurde, Denis Gremelmayr und Michael Berrer trotz erfüllter ITF-Norm nicht nominiert zu haben, fehlte jedes entschuldigende Wort Richtung Schüttler, der seinen Startplatz vor dem obersten Sportgericht CAS erstritten hatte.

"Die ITF wünscht ihm viel Glück, obwohl er nicht für Peking qualifiziert war", hieß es danach in einer Reaktion der ITF, die Schüttler "schockierend und rufschädigend" bezeichnete.

Die Standpunkte sind unversöhnlich und werfen ein schlechtes Licht auf das Tennisturnier. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. Dabei wird Schüttler seine ganze Konzentration brauchen und einen Lauf wie in Wimbledon, wenn er nicht früh scheitern will.Und dabei ist der Fokus noch nicht einmal auf den an Nummer drei gesetzten Serben Novak Djokovic gerichtet, der in der zweiten Runde der Gegner sein könnte.

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
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Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Schwerer Auftaktgegner

Schon Auftaktgegner Kei Nishikori könnte sich als Stolperstein erweisen. Der mit einer starken Rückhand ausgestattete Japaner ist zwar nur auf Position 124 der Weltrangliste notiert, hat im Februar aber in Delray Beach gewonnen und dabei den Amerikaner James Blake im Finale geschlagen.

"Rainer wird ihn ernst nehmen müssen", sagte der daheimgebliebene Trainer Dirk Hordorff. Während Schüttler streitet, saugt Nicolas Kiefer trotz schmutziger Luft reichlich olympischen Geist auf.

"Die hohe Luftfeuchtigkeit wird vielleicht ein Problem, aber das ist für alle gleich, also null problemo", sagte der Hannoveraner, der sich im Duett mit Schüttler für die knappe Niederlage im olympischen Endspiel vor vier Jahren revanchieren will. Doch Silber wie in Athen scheint in aussichtslose Ferne gerückt zu sein. In der zweiten Runde nämlich wartet vermutlich das weltbeste Doppel Mike und Bob Bryan aus den USA.

Gold und Silber sind bereits reserviert

Die Medaillen-Chancen im Einzel sind auch für Kiefer gering. Gold und Silber sollten für Roger Federer und Rafael Nadal reserviert sein. Die puren Zahlen sprechen für den Spanier, der zuletzt in Paris und Wimbledon Federer das Fürchten lehrte.

Doch der eidgenössische Fahnenträger will sich im dritten Anlauf seinen Gold-Traum erfüllen. Ivo Karlovic, der ihn in Cincinnati geschlagen hatte, wird ihm nicht im Wege stehen. Der Kroate sagte am Freitag erkrankt ab. So wie Lindsay Davenport (USA), die vor zwölf Jahren in Atlanta triumphiert hatte.


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