Wintersport

Felix Neureuther spricht über das IOC, Olympia, die FIFA und Profi-Fußballer

Von SPOX
Felix Neureuther (l.) und Bastian Schweinsteiger sind eng befreundet.
© getty

Felix Neureuther hat den fehlenden Mut in allen Bereichen der Gesellschaft und des Sports kritisiert und dabei das Verhalten von Fußballern als negatives Beispiel genannt.

"Viele Sportler beschweren sich in kleiner Runde über die Probleme ihres oder des internationalen Sports. Aber das war es dann auch. Das finde ich extrem schade. Alle sollten den Mund aufmachen und versuchen, etwas zu verändern. Die Summe der Äußerungen bringt dann Lösungen", sagte der deutsche Ski-Star der Augsburger Allgemeinen.

Und Neureuther weiter: "Es gibt viel zu wenige, die Courage haben. Wenn man sich heutzutage zum Beispiel die Interviews im Fußball anschaut: Wie viele gibt es da, die authentisch geblieben sind? Die Antworten sind vorhersehbar, man erspart sich dadurch Ärger und hat seine Ruhe. Ist ja auch nachvollziehbar, denn die medialen Reaktionen sind oft total überzogen und oft genug aus dem Zusammenhang gerissen."

Felix Neureuther kritisiert das IOC und die FIFA

Neureuther tadelte zudem einmal mehr die großen Sportverbände wie die FIFA und das IOC. Die Entwicklung von Großereignissen wie den Olympischen Spielen sei völlig aus dem Ruder gelaufen, schimpfte der Spezialist für Slalom und Riesenslalom. Es werde nicht an die Nachhaltigkeit gedacht.

"Die Menschen müssen wieder hinter diesem einzigartigen Produkt stehen können. Dazu müssen die Richtlinien für Ausrichter total neu und auf Nachhaltigkeit und nicht auf Gigantismus ausgerichtet werden. Jetzt muss man handeln, sonst ist es irgendwann zu spät", appellierte Neureuther.

Man sehe die Vorzeichen ohnehin schon in westlichen Ländern, in denen sich die Menschen nicht mehr zu Olympischen Spielen im eigenen Land bekennen wollen.

"Der Sport muss im Vordergrund stehen und nicht Menschen, die sich über den Sport profilieren wollen. Wenn ich aktuell sehe, wie das IOC oder auch die FIFA diese Werte missachten, macht mich das traurig. Das Wichtigste am Sport sind die Emotionen und Regeln. Und beides ist leider mit Füßen getreten worden. Thema Doping. Thema Großveranstaltungen, für die der Steuerzahler aufkommen muss. Es werden Milliarden Euro eingenommen und ausgegeben. Wo fließt das Geld hin?", so Neureuther.

Felix Neureuther: "Ich habe auch auf die Bauern geschimpft"

2022 hätten die Olympischen Winterspiele in München und der Umgebung stattfinden sollen. Doch die deutliche Mehrheit der Bürger entschied sich gegen die Veranstaltung. Stattdessen steigen die Spiele in vier Jahren in Peking.

"Wieder in einem Land, wo Menschen, wo Menschenrechte keine Rolle spielen und Nachhaltigkeit erst hinter der Show steht", sagte Neureuther und erklärte: "Ich habe damals auch auf die Garmischer Bauern geschimpft, als sie gegen die Münchner Olympiabewerbung waren und ihre Grundstücke nicht hergeben wollten. Jetzt muss ich sagen: Tut mir leid, in manchen Dingen hattet ihr Recht."

Wäre Felix Neureuther selbst ein geeigneter Funktionär?

Wäre Neureuther selbst vielleicht ein Mann, der nach seiner Laufbahn als Funktionär Veränderungen herbeiführen könnte?

"Ich glaube nicht, dass ich jemals was mit dem IOC oder dem DOSB zu tun haben werde. Dafür habe ich schon zu viele Dinge offen gesagt, die vielen Funktionären dort nicht passen. Wenn ich wirklich davon überzeugt bin, dass es sinnvoll ist und dass man was bewegen kann, würde ich mich aber natürlich zur Verfügung stellen", sagte Neureuther.

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