Wintersport

Deutsche starten stark in Heim-WM

SID
Jacqueline Lölling peilt bei der Heim-WM den Titel an

Deutschlands Skeleton-Asse steuern bei der Heim-WM am Königssee trotz eines Schneesturms auf den größten Triumph seit sechs Jahren zu. Bei den Frauen liefern sich Europameisterin Jacqueline Lölling und Weltmeisterin Tina Hermann ein Privatduell um den Titel, bei den Männern hat Axel Jungk zur Wettkampf-Halbzeit Chancen auf die Silbermedaille - ein Jahr vor Olympia 2018 ist der lange Zeit gebeutelte deutsche Skeletonsport in allen Wettbewerben zurück in der Weltspitze.

Mindestens drei WM-Medaillen für Männer und Frauen sind greifbar, das hatte es zuletzt 2011 ebenfalls am Königssee gegeben. Am Samstag dürfte es nur noch darum gehen, welche deutsche Athletin Gold gewinnt: Nur sechs Hundertstelsekunden trennen Lölling (RSG Hochsauerland) und Hermann (Königssee). Als Dritte hat die Kanadierin Elisabeth Vathje schon 0,25 Sekunden Rückstand.

Gewertet wurde am Freitag nur der erste Lauf. Der zweite Durchgang am frühen Abend musste bei dichtem Schneetreiben und starkem Wind annulliert werden, da die später gestarteten Pilotinnen mehr als eine Sekunde verloren. "Man hatte überhaupt keine Chance mehr", sagte Lölling, "alles war zugeschneit, das bremste uns unheimlich ab."

Hermann sah das genauso: "Wir sind zwar eine Outdoor-Sportart, aber bei so unfairen Bedingungen muss einfach abgebrochen werden." Zwei weitere Läufe am Samstagvormittag bringen die Entscheidung. Auch Anna Fernstädt (Berchtesgaden/0,42) hat als Siebte noch Chancen auf das Podest.

Seit rund einem Jahr sorgt das junge deutsche Frauenteam für einen in dieser Form nicht erwarteten Aufschwung. Hermann (24) gewann im vergangenen Winter überraschend den WM-Titel und den Gesamtweltcup, in dieser Saison steuert Lölling (22) auf die Kristallkugel für die jahresbeste Pilotin zu.

"Bin nicht besonders zufrieden"

Auch mit Blick auf die Winterspiele in Pyeongchang schwingt sie sich immer mehr zur Nummer eins der Welt auf, sogar auf Hermanns Heimbahn am Königssee ist sie der Bayerin mittlerweile überlegen. Das überrascht, denn Lölling gehört am Start zu den schwächeren Pilotinnen im Feld. Dank eines "außerordentlichen Fahrgefühls", so Bundestrainer Jens Müller, macht die Winterbergerin dieses Defizit in der Eisrinne jedoch wett.

Den Männern winkt die erste WM-Medaille seit fünf Jahren. Jungk (Oberbärenburg) ist nach zwei Läufen Dritter, nur eine Zehntelsekunde trennt ihn vom zweitplatzierten Russen Nikita Tregubow. Titelverteidiger und Top-Favorit Martins Dukurs (Lettland) ist dagegen bereits enteilt.

"Ich bin nicht besonders zufrieden", sagte Jungk dennoch, "nach dem ersten Lauf war ich wütend auf mich selbst, weil ich einen großen Fehler drin hatte. Aber der zweite Platz ist möglich." Auch Alexander Gassner (Winterberg/+0,97) fährt als Fünfter noch um eine Medaille. Christopher Grotheer (BRC Thüringen/1,39) liegt als Sechster dagegen weit zurück und muss sich in den entscheidenden Läufen am Sonntagvormittag deutlich steigern.

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