Wintersport

Kombinierer holen Gold im Team-Wettbewerb

SID
Für Björn Kircheisen (r.) war es die 12. WM-Medaille - aber die erste goldene

Als die deutschen Kombinierer den "Vize-Fluch" von Björn Kircheisen endlich gebannt hatten, gab es kein Halten mehr: Nach dem erneut historischen Triumph in der WM-Staffel von Lahti ließen Johannes Rydzek, Eric Frenzel und Fabian Rießle ihren zu Tränen gerührten "Senior" hochleben. "Jetzt haben wir doch noch aus unserem Silbereisen einen Goldeisen gemacht", meinte Rießle.

Mit einem weiteren Traumwettkampf, in dem sie freilich haushoher Favorit waren, verteidigten die "Dominierer" erfolgreich in ihren Staffel-Titel von Falun 2015. Doch Johannes Rydzek hin, Eric Frenzel her, beide nun Vierfach-Weltmeister: Gold gehörte vor allem dem 33 Jahre alten "Kirche".

"Björn hat es nach so vielen Jahren verdient, sich das goldene Häubchen aufzusetzen", sagte Frenzel. Und Kircheisen, angesichts seiner zuvor elf Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen schlechthin, meinte: "Ich kann es noch nicht glauben. 14 Jahre habe ich für diesen Traum gearbeitet."

Auf dem Weg zu Kircheisens Krönung hatten die DSV-Kombinierer wie schon beim Vierfachsieg um Rydzek zwei Tage zuvor ihre erdrückende Dominanz ausgespielt. Die zweitplatzierten Norweger hatten nach einem Sprung-Durchgang und der 4x5-km-Staffel 41,7 Sekunden Rückstand, Österreich auf Platz drei lag 1:03,7 Minuten zurück.

"Einfach geil"

"Einfach geil, das war heute richtig zum Genießen. Wir haben uns aber auch für viel harte Arbeit belohnt", sagte Rydzek, der die Staffel wie schon vor zwei Jahren in Falun als Schlussläufer ins Ziel führte. Bundestrainer Hermann Weinbuch meinte: "Ich habe schon Druck gespürt. So einfach, wie das manchmal bei uns ausschaut, ist es nicht."

27 Jahre lang hatten die DSV-Kombinierer auf einen großen Teamtitel warten müssen, bis ihnen 2015 der erlösende WM-Erfolg gelang - eine Durststrecke, die angesichts der derzeitigen Ausnahmestellung der deutschen Winter-Zweikämpfer unwirklich erscheint.

Nach dem historischen Coup im Einzel-Wettbewerb, als Rydzek, Frenzel, Kircheisen und Rießle die Plätze eins bis vier belegt hatten, war auch der Staffel-Erfolg einer für die Geschichtsbücher. "Das ist heute das Sahnehäubchen für uns gewesen", sagte Frenzel, der als erster Kombinierer bei vier Weltmeisterschaften in Folge Gold geholt hat.

Frenzel überholt Ackermann

Mit seinem vierten WM-Titel sowie nun elf Medaillen zog er zudem an Ex-Kombinierer Ronny Ackermann vorbei und ist nun erfolgreichster deutsche Wintersportler in der Geschichte Nordischer Weltmeisterschaften. Rydzek, der bereits am Freitag Gold im Einzel-Wettbewerb von der Normalschanze geholt hatte, sicherte sich ebenfalls den vierten WM-Titel seiner Karriere.

Der 33 Jahre alte Kircheisen hat mit nun zwölf WM-Medaillen die meisten aller Kombinierer. "Das habe ich erst gestern mitbekommen. Das ist eine schöne Sache", sagte er. Als Frenzel, Rydzek und Rießle zusammen mit dem mittlerweile zurückgetretenen Tino Edelmann bei der WM 2015 in Falun den ersten großen deutschen Team-Titel seit Olympia 1988 holten, war Kircheisen nur Ersatzmann.

Dass es für "Kirche" in Lahti mit dem ersehnten Triumph klappen würde, war eigentlich schon nach dem Springen am Sonntagmorgen klar gewesen. "Kompliment an alle vier, das waren vier Granaten", sagte Schanzencoach Ackermann, nachdem seine Jungs 44 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierten Japaner herausgearbeitet hatten.

Kircheisen machte daraus in der Loipe über 50 Sekunden und beschied frühzeitig: "Das sollte langen." In der Tat: Es war eine einzige lange deutsche Ehrenrunde.

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