Wintersport

IBU vertagt Entscheidung im Fall Russland

SID
Am Rande des Weltcups in Antholz vermeldete die IBU die Vertagung

Der Biathlon-Weltverband IBU hat die für Samstag angekündigte Entscheidung über sein Vorgehen gegen die von schweren Dopingvorwürfen belasteten russischen Skijäger vertagt.

Wie die IBU am Abend nach einer Vorstandssitzung am Rande des Weltcups im italienischen Antholz bekannt gab, sind die Verfahren gegen 22 der insgesamt 29 des Dopings beschuldigten russischen Biathleten aus Mangel an Beweisen fallen gelassen worden. Die restlichen sieben Verfahren werden weitergeführt.

Der russische Biathlon-Verband hat nun bis zum 5. Februar Zeit, in einem Bericht bezüglich der sieben Athleten Stellung zu nehmen. Noch vor dem ersten Rennen der Weltmeisterschaften vom 9. bis 19. Februar in Hochfilzen will die IBU dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

"Für einen sauberen Sport"

Bei den internationalen Athleten dürfte der Aufschub auf wenig Gegenliebe stoßen. Vor der Vorstandssitzung hatten die Sportler die Funktionäre zu konsequentem Handeln aufgefordert, am besten noch vor der WM. "Auch um einfach der Welt zu zeigen, wir Biathleten sind für einen sauberen Sport und auch die IBU steht voll hinter uns", sagte Verfolgungs-Weltmeisterin Laura Dahlmeier im ZDF.

Dominator Martin Fourcade und Co. hatten bereits in der Vorwoche in Ruhpolding einen von 170 Athleten unterschriebenen Brief an die IBU übergeben. Der Inhalt: Klare Forderungen nach einem härteren Kampf gegen Doping und knallharte Strafen für die Sünder. Viele fürchten um den Ruf ihrer Sportart. "Wir stellen uns vor, dass bei einem ganz klaren Dopingverstoß die Höchststrafe bei einer Sperre von acht Jahren liegen sollte", sagte der ehemalige Doppel-Weltmeister Erik Lesser.

Gründe für Aufhebung der Sperren

Doch der IBU scheinen juristisch die Hände gebunden. Denn bewiesen waren bislang größtenteils nur die Manipulationen einiger Dopingproben - und das, so auch der Tenor im Athletenkreis, könne den betroffenen Sportlern nicht unbedingt angelastet werden. "Die geben ihre Proben ab und haben dann nichts mehr damit zu tun", sagte der frühere Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer. Auch deshalb hatte der Weltverband IBSF die Sperren gegen einige russische Skeleton-Athleten wieder aufheben müssen.

Nachdem Chefermittler Richard McLaren in seinem Bericht festgestellt hatte, dass zu den dopingverdächtigen Athleten aus Russland 31 Biathleten gehören, hatte die IBU zuletzt zwei Sportler vorläufig gesperrt und von weiteren Untersuchungen gegen die 29 anderen gesprochen. Übrig geblieben sind nunmehr noch sieben Sportler. Zudem wird der Weltcup in dieser Saison nicht wie geplant im russischen Tjumen Station machen, sondern in Kontiolahti stattfinden.

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