Wintersport

Kuttin kritisiert nach Chaos-Springen die Jury

SID
Heinz Kuttin, Cheftrainer Österreichs, kritisiert die Jury

Österreichs Cheftrainer Heinz Kuttin hat nach dem Chaos-Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck Kritik an der Jury geübt. Er habe angesichts der schwierigen Bedingungen eine Unterbrechung gefordert, sei jedoch nicht erhört worden.

"Wir Trainer haben einen Assistenten, der unsere Vorschläge an die Jury weitergibt, die am Ende entscheidet. Alle Entscheidungen wurden gegen unsere Meinung getroffen", sagte Kuttin.

Der erste Durchgang am Bergisel hatte sich am Mittwoch wegen zahlreicher Pausen über 98 Minuten gezogen, anschließend wurde der Wettkampf abgebrochen.

Kritik übte Kuttin auch am Zustand des Aufsprunghangs. "Das hätte man besser machen können. Man hätte unterbrechen und präparieren können", sagte der 45-Jährige angesichts der Stürze von Kamil Stoch (Polen) und Florian Altenburger (Österreich).

Zumindest in diesem Punkt stimmte Renndirektor Walter Hofer vom Ski-Weltverband FIS Kuttin zu. "Die Präparierung ließ wirklich zu Wünschen übrig. Wir hatten im Aufsprungbereich Probleme", sagte Hofer im ORF. Der Hang hatte schon vergangenen Winter für Diskussionen gesorgt, als Severin Freund in der Probe zu Fall gekommen war. Der Sturz war Ursache für die spätere Hüft-Operation, die den Weltmeister fünf Monate seiner Vorbereitung kostete.

Die weitere Kritik wies Hofer indes zurück. "Unsere Leute am Juryturm haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Dass äußere Bedingungen bei der Leistung mitspielen, ist klar", sagte er und betonte: "Wenn wir für bessere Springer länger auf gute Bedingungen warten würden, würden wir uns einer Beliebigkeit hingeben. Für uns gibt es keine Athleten, die Vorschusslorbeeren erhalten."

Bundestrainer Werner Schuster hielt sich dagegen mit Kritik zurück. Ärgerlich sei einzig, dass sowohl Markus Eisenbichler als auch Stefan Kraft (Österreich) in der letztmöglichen Sekunde die Freigabe erhalten hätten. Insgesamt habe die Jury "alles probiert", Spaß habe das Springen aber weder den Athleten noch den Trainern oder Zuschauern gemacht.

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