Geiger als Zweiter im siebten Himmel

SID
Sonntag, 21.02.2016 | 18:04 Uhr
Karl Geiger flog auf starke 96,0 und 99,5 Meter
© getty
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Karl Geiger riss beide Arme in die Luft, dann fasste er sich fassungslos an den Helm: Mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere hat der Oberstdorfer beim Weltcup in Lahti für eine faustdicke Überraschung gesorgt. "Ich bin einfach nur glücklich, endlich stehe ich auf dem Podium", sagte der 23-Jährige nach dem größten Erfolg seiner Laufbahn.

Auf der kleinen WM-Schanze des kommenden Jahres flog Geiger auf starke 96,0 und 99,5 Meter, mit 232,2 Punkten musste er sich einzig Michael Hayböck (241,4) geschlagen geben. Der Österreicher segelte sogar auf 98,5 und 100,0 m und holte seinen zweiten Sieg in Folge. Dritter wurde der Japaner Taku Takeuchi (229,9).

Dazwischen landete aber Geiger, dessen zuvor einziges Top-10-Ergebnis ein sechster Platz im Dezember 2012 in Sotschi gewesen war. "Es war nicht einfach in den letzten Jahren", sagte der Bayer: "Aber heute hat alles gepasst. Der erste Sprung war schon gut, der zweite sogar noch besser." Schon zur Halbzeit lag Geiger als Vierter in Lauerstellung, bei seinem zweiten Sprung behielt er trotz immer schwieriger werdenden Bedingungen die Nerven.

Severin Freund wurde in einem turbulenten Wettkampf Fünfter, nach dem ersten Durchgang hatte der Weltmeister sogar nur auf dem 14. Rang gelegen. "Das war ein cooler Wettkampf. Ich habe zum Glück noch viel rausgeholt", sagte der Niederbayer. Im Gesamtweltcup bleibt Freund mit 1107 Punkten Zweiter hinter dem Slowenen Peter Prevc (1648), der nur Neunter wurde.

Freund "nicht fehlerfrei"

Andreas Wank, nach dem ersten Durchgang sogar Zweiter, komplettierte als Sechster das erstklassige deutsche Ergebnis. Besser war Wank in seiner Karriere nur im japanischen Sapporo, wo er 2010 und 2013 die einzigen Podestplätze seiner Karriere gefeiert hatte.

Ähnlich wie Freund verpatzte auch Vierschanzentournee-Gewiner Prevc den ersten Durchgang. Der Dominator aus Slowenien lag zur Halbzeit nur auf dem 22. Rang, holte am Ende aber noch stark auf. Der Wettkampf war wegen starker Böen kurzfristig von der Groß- auf die Normalschanze verlegt worden.

Bundestrainer Werner Schuster war nach zuletzt mäßigen Ergebnissen rundum zufrieden. "Es waren heute viele Sachen dabei, die mich gefreut haben", sagte Schuster in der ARD: "Severin hat einen ordentlichen Wettkampf gemacht, war aber nicht fehlerfrei. Er ist schon im Training zu schlecht gestartet."

Finnen enttäuschen vor heimischen Publikum

Auch die übrigen DSV-Adler schafften es in den zweiten Durchgang. Stephan Leyhe, Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler belegten die Plätze 12, 13 und 18. Der fünfmalige Weltcup-Sieger Richard Freitag enttäuscht dagegen auf dem 29. Rang.

Völlig außer Form präsentierte sich Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch (Polen), der schon in der Qualifikation scheiterte. Auch der kommende WM-Gastgeber Finnland gab erneut ein trauriges Bild ab. Bester Lokalmatador war Lauri Asikainen auf Rang 37, der fünfmalige Vierschanzentournee-Gewinner Janne Ahonen (38) folgte auf dem 43. Platz.

Weiter geht es schon am Dienstag mit dem Weltcup im finnischen Kuopio. Dort war im vergangenen Jahr der Wettbewerb ebenfalls auf die kleine Schanze verlegt worden - am Ende gewann Severin Freund.

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