Samstag, 06.12.2014

Bei Schlierenzauer-Sieg in Lillehammer

Freund nach Aufholjagd Sechster

Severin Freund hat dank einer furiosen Aufholjagd im norwegischen Lillehammer den sechsten Platz belegt. Beim 53. Weltcup-Sieg des Österreichers Gregor Schlierenzauer stürmte der 26-Jährige im zweiten Durchgang noch vom 18. Rang nach vorne.

Severin Freund wurde nach einer Aufholjagd in Lillehammer Sechster
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Severin Freund wurde nach einer Aufholjagd in Lillehammer Sechster

Severin Freund lächelte nach seiner Aufholjagd gequält, Gregor Schlierenzauer entschuldigte sich fast schon für seinen Triumph: In einem über weite Strecken chaotischen Skispringen hat der Niederbayer Freund im norwegischen Lillehammer immerhin den sechsten Platz gerettet, das große Los in der Wind-Lotterie zog aber der Österreicher Schlierenzauer mit seinem 53. Weltcup-Sieg.

"Nach einem Jahr wieder zu gewinnen, ist großartig. Ich hatte heute aber sicher auch ein wenig Glück mit den Bedingungen", sagte Rekord-Weltcupsieger Schlierenzauer angesichts der turbulenten Verhältnisse. Freund stürmte auf der Olympia-Schanze von 1994 im zweiten Durchgang vom 18. Rang noch weit nach vorne, Marinus Kraus beendete den teilweise zweifelhaften Wettbewerb auf Rang 14. Die übrigen deutschen Weitenjäger gingen komplett leer aus.

"Gute Nerven und Geduld"

Großer Triumphator war der sechsmalige Weltmeister Schlierenzauer. Der 24-Jährige gewann nach Sprüngen auf 127,5 und 138,5 Meter mit 302,7 Punkten vor dem Norweger Anders Fannemel (299,8) und Michael Hayböck aus Österreich (294,0). "Man brauchte gute Nerven und Geduld. Aber Skispringen ist noch immer eine Freiluftsportart. Das gehört dazu, da muss man sich drauf einstellen", sagte Schlierenzauer, der schon nach dem ersten Durchgang geführt hatte.

Vierschanzentournee: Die Sieger der letzten 20 Jahre
Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr auf Neue ein Highlight. SPOX blickt auf die letzten 20 Sieger zurück
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2014/15: Stefan Kraft (Österreich). Der 22-Jährige setzte sich vor seinem Landsmann Michael Hayböck und Peter Prevc durch
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2013/14: Thomas Diethart (Österreich). Der Sensationssieger kam aus dem Nichts und gewann sowohl in Garmisch als auch in Bischofshofen
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2012/13: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der Dominator wiederholte seinen Triumph bei der Vierschanzentournee dank Siegen in Innsbruck und Bischofshofen
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2011/2012: Gregor Schlierenzauer (Österreich). Der 23-Jährige gewann in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und bescherte den Österreichern den vierten Titel in Folge
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2010/2011: Thomas Morgenstern (Österreich). Morgi ließ Simon Ammann (SUI) und Tom Hilde (NOR) hinter sich
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2009/2010: Andreas Kofler (Österreich). Ihm reichte für den Gesamtsieg ein erster Platz in Oberstdorf, in den anderen drei Wettbewerben landete er nicht auf dem Podest
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2008/2009: Wolfgang Loitzl (Österreich). Loitzl gewann gleich drei der vier Springen
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2007/2008: Janne Ahonen (Finnland). Er holte sich als erster Skispringer den fünften Gesamtsieg. Erstmals wurden zwei Springen in Bischofshofen ausgetragen, Innsbruck (zu viel Wind) fiel aus
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2006/2007: Anders Jacobsen (Norwegen). Setzte sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gregor Schlierenzauer durch
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2005/2006: Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien). Das Duo hatte nach vier Springen jeweils 1081,5 Punkte. Erstmals in der Geschichte der Tournee gab es zwei Sieger
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2004/2005: Janne Ahonen (Finnland). Er knackte fast den Rekord von Sven Hannawald mit den vier Tagessiegen. Doch im letzten Springen landete Ahonen nur auf Platz zwei
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2003/2004: Sigurd Pettersen (Norwegen). Kam ebenfalls auf drei Siege. Peter Zonta war nur in Innsbruck besser
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2002/2003: Janne Ahonen (Finnland). Ihm reichte ein Sieg in Innsbruck, um die Tournee zum zweiten Mal zu gewinnen
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2001/2002: Sven Hannawald (Deutschland). Historisch! Hanni gewann als bislang einziger Athlet alle vier Springen. Da verbeugte sich selbst der 2007 verstorbene Bundestrainer Reinhard Heß
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2000/2001: Adam Malysz (Polen). Musste sich auf den ersten beiden Schanzen noch geschlagen geben, ehe er in Innsbruck und Bischofshofen triumphierte
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1999/2000: Andreas Widhölzl (Österreich). Er gewann auf den letzten drei Schanzen und sicherte sich so den Tourneesieg
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1998/1999: Janne Ahonen (Finnland). Schnappte sich 1999 den ersten seiner insgesamt fünf Tourneesiege
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1997/1998: Kazuyoshi Funaki (Japan). Er siegte auf den ersten drei Schanzen und holte sich vor Sven Hannewald den Titel
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1996/1997: Primoz Peterka (Slowenien). Gewann im knalligen Orange in Garmisch - dieser Erfolg reichte am Ende zum Tourneesieg
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1995/1996: Jens Weißflog (Deutschland). Der Floh vom Fichtelberg holte sich 1996 zum vierten und letzten Mal den Gesamtsieg
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Eben jener erwies sich als ausgesprochen zäh, dauerte wegen zahlreicher Unterbrechungen und Anlauf-Verschiebungen mehr als 80 Minuten, zahlreiche Springer mussten den Bedingungen Tribut zollen. So landete der in der Vorwoche zweimal siegreiche Simon Ammann (Schweiz) ebenso nicht in den Punkten wie die ehemaligen Vierschanzentournee-Gewinner Anders Jacobsen (Norwegen) und Andreas Kofler (Österreich).

Deutsche schwach

Ammann durfte sich immerhin trösten, seine Führung im Gesamtweltcup verteidigt zu haben. Mit 236 Punkten liegt der 33-Jährige allerdings nur noch knapp vor dem 42 Jahre alten Japaner Noriaki Kasai (222) und dem Norweger Fannemel (210). Bester Deutscher ist Freund (151) als Siebter.

Auch das deutsche Team ließ im norwegischen Wind kräftig Federn. Markus Eisenbichler (Siegsdorf/40.), Michael Neumayer (Oberstdorf/43.), Andreas Wank (Hinterzarten/45.) und Richard Freitag (Aue/46.) verpassten klar den zweiten Durchgang. "Mein Sprung war nicht toll, aber ich war definitiv chancenlos. Heute brauchte man Glück", sagte Routinier Neumayer (35). Karl Geiger (Oberstdorf), der als Ersatz für den verletzten Andreas Wellinger (Ruhpolding) erstmals im Weltcup-Team stand, war bereits in der Qualifikation gescheitert.

"Eine wilde Rechnerei"

"Das war heute eine wilde Rechnerei. Der Wind wechselte permanent, das war alles schwer nachvollziehbar", sagte auch Horst Hüttel. Der Sportliche Leiter im Deutschen Skiverband (DSV) betonte aber auch: "Die Jury hat nichts falsch gemacht." In der Tat versuchten die Offiziellen immer wieder, durch einen veränderten Anlauf auf die jeweilige Windstärke zu reagieren. Das finale Ergebnis hatte dennoch nur eingeschränkten Aussage wert.

Für das zweite Springen am Sonntag sehen die Vorhersagen immerhin etwas besser aus. Nicht nur Freund hofft dann auf mehr Glück im unberechenbaren Windspiel.

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