Erster Sieger seit acht Jahren

"Berserker" Reichelt erlöst Österreich

SID
Samstag, 25.01.2014 | 14:56 Uhr
Hannes Reichelt beendete in Kitzbühel die Durststrecke Österreichs
© getty
Advertisement
National Rugby League
SoLive
Tigers -
Eels
Ladies Championship Gstaad Women Single
So11:30
WTA Gstaad: Finale
World Matchplay
So14:00
World Matchplay: Tag 2 -
Nachmittags-Session
Bucharest Open Women Single
So16:00
WTA Bukarest: Finale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
So20:00
ATP Umag: Finale
World Matchplay
So20:30
World Matchplay: Tag 2 -
Abend-Session
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
So21:00
ATP Newport: Finale
World Matchplay
Mo20:00
World Matchplay: Tag 3
Jiangxi Open Women Single
Di11:00
Jiangxi Open: Tag 2
World Matchplay
Di20:00
World Matchplay: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
Mi11:00
Jiangxi Open: Tag 3
Jiangxi Open Women Single
Do11:00
Jiangxi Open: Tag 4
Swedish Open Women Single
Do11:00
WTA Bastad: Tag 4
National Rugby League
Do11:50
Panthers -
Bulldogs
Jiangxi Open Women Single
Fr10:00
Jiangxi Open -
Viertelfinals
Swedish Open Women Single
Fr10:00
WTA Bastad: Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Eels -
Broncos
World Matchplay
Fr20:00
World Matchplay: Viertelfinals
National Rugby League
Sa07:00
Knights -
Dragons
Jiangxi Open Women Single
Sa11:00
Jiangxi Open: Halbfinals
Swedish Open Women Single
Sa16:00
WTA Bastad: Halbfinals
World Matchplay
Sa20:00
World Matchplay: Halbfinals
National Rugby League
So06:00
Storm -
Sea Eagles
Jiangxi Open Women Single
So10:00
Jiangxi Open: Finale
Swedish Open Women Single
So14:00
WTA Bastad: Finale
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Mo13:30
ATP Kitzbühel: Tag 1
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Di13:30
ATP Kitzbühel -
Tag 2
Bank of the West Classic Women Single
Di19:00
Stanford Bank of West Classic: Tag 2
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Mi12:30
ATP Kitzbühel : Tag 3
Bank of the West Classic Women Single
Mi20:00
Stanford Bank of West Classic: Tag 3
Bank of the West Classic Women Single
Do20:00
Stanford Bank of the West Classic -
Tag 4
National Rugby League
Fr10:00
Dragons -
Rabbitohs
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Fr13:00
Generali Open -
Halbfinals
Citi Open Women Single
Fr19:00
Washington Citi Open: Viertelfinale
Bank of the West Classic Women Single
Fr21:00
Stanford Bank of the West Classic: Viertelfinals
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Sa14:00
Generali Open -
Finale
Citi Open Women Single
Sa22:30
Washington Citi Open: Halbfinale
Bank of the West Classic Women Single
Sa23:00
Stanford Bank of the West Classic: Halbfinals

Es lag ein nervöses Schweigen über dem "heiligen Berg" der Österreicher, als die ganze Ski-Nation hinauf zum Starthaus blickte. Dort oben stand Hannes Reichelt, ein talentierter, aber in die Jahre gekommener Ski-Rennläufer, der erst einmal in seinem Leben eine Abfahrt gewonnen hatte - und dieser Hannes Reichelt musste es jetzt richten.

Aksel Lund Svindal, der Weltmeister aus Norwegen, führte bei der Weltcup-Abfahrt von Kitzbühel, Reichelt war der letzte aussichtsreiche Österreicher - und er war schnell. Aus dem Schweigen wurde bald ein Grummeln, das sich schnell zu Euphorie auswuchs. Und dann, als Reichelt die Ziellinie überquerte, die Explosion: Erster! Sieger!

"Unglaublich, einfach nur geil. Es gibt für einen Österreicher nichts Schöneres", sagte der 33-Jährige wenige Minuten nach seinem Husarenritt über die berühmt-berüchtigte "Streif", mit dem er zwei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi eine ganze Ski-Nation erlöste. Lund Svindal blieb Rang zwei, Bode Miller wurde Dritter. Stephan Keppler aus Ebingen überraschte bei der letzten Weltcup-Abfahrt seiner Karriere als 15., Josef Ferstl belegte Platz 40.

Acht Jahre nach Walchhofer

Acht quälend lange Jahre hatte Österreich nach dem Triumph von Michael Walchhofer im Januar 2006 auf einen Sieg beim wichtigsten Weltcup-Rennen des Jahres warten müssen. Reichelt, in diesem Winter schon drei Mal Zweiter bei einer Weltcup-Abfahrt, fuhr nach eigener Aussage "wie ein Berserker" - und schenkte seinen Landsleuten endlich diesen, seinen Triumph sowie die Hoffnung auf ein goldenes Olympia im wichtigsten Wettbewerb.

Die "Streif", dieses Pisten-Monster, hatte auch ihn durchgerüttelt wie ein wildes Pferd den Rodeoreiter. Von einer "Tussie-Route", wie die Einheimischen die wegen Schneemangels im unteren Teil leicht veränderte und wie 1972 und 1998 um das Kriterium Hausbergkante amputierte Streckenführung nennen, konnte keine Rede sein. "Ein bisschen einfacher", sei die "Streif" dadurch geworden, meinte Reichelt, "aber auch schwieriger zu gewinnen". Die Kurve hinein in den Ganslernhang, über den die Hausbergkante umfahren wurde, erwies sich als eine der Schlüsselstellen.

Die Top-Favoriten aber verloren das Rennen anderswo. Svindal wurde eine zu brave Lininienwahl im Steilhang zum Verhängnis. Seinen ersten Abfahrtssieg auf der "Streif" verpasste er um 0,21 Sekunden. "Platz zwei hier", meinte er, "ist nicht so schlecht. Ich bin nicht so enttäuscht wie Bode."

Prominente Gratulanten bei Reichelt

Miller hatte beim einzigen Training eine Zeit vorgelegt, die im Rennen niemand unterbot. Als es darauf ankam, griff der Amerikaner aber ein paar Mal zu oft in den Schnee, dazu unterlief ihm auf der Seidlalm ein "dummer Fehler", wie er schimpfte. "Das ist so frustrierend, ich ärgere mich so", sagte Miller, der die Abfahrt in "Kitz" noch nie gewonnen hat. "Das ist eines der härtesten Ergebnisse meiner Karriere." Ehefrau Morgan versuchte vergeblich, ihn zu trösten.

Ganz anders war die Gefühlslage bei Reichelt, zu dessen Gratulanten Österreichs Bundespräsident Hans Fischer, Kanzler Werner Faymann und "Terminator" Arnold Schwarzenegger gehörten. Reichelt wurde in den vergangenen Monaten immer wieder von Rückenproblemen gebremst, auch auf der "Sreif" zwickte es. Dass er dennoch gewann, empfand er als "Geschenk. Es ist traumhaft, als Österreicher hier runterzukommen und vorne zu sein."

Dankbarkeit empfand auch Keppler. Auf seinen schwarzen Rennhelm hatte er das Wort "Danke" geklebt. Auch die Trainer durften sich angesprochen fühlen, sagte er, "obwohl es zuletzt ein bisschen Ärger gegeben hat". Der 30-Jährige war aus der Förderung geflogen, nun beendet er seine Laufbahn. Warum er ausgerechnet in seiner letzten Abfahrt sein bestes Weltcup-Ergebnis seit über einem Jahr ablieferte? "Vielleicht, weil der Druck komplett weg war", meinte Keppler.

Alle Rennen im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung