Neureuther gewinnt Slalom

SID
Freitag, 24.01.2014 | 18:14 Uhr
Felix Neureuther gewann den Slalom-Weltcup in Kitzbühel
© getty
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Ski-Rennläufer Felix Neureuther ist zwei Wochen vor Olympia endgültig in die Rolle des Medaillenfavoriten für Sotschi geschlüpft. Der 29 Jahre alte Partenkirchner gewann zum zweiten Mal in seiner Karriere den legendären Weltcup-Slalom von Kitzbühel.

Tausenden Österreichern stockte der Atem, und Felix Neureuther blickte ungläubig durch das Schneetreiben den "Ganslernhang" hinauf. Es dauerte ein paar Sekundenbruchteile, bis er begriff: Marcel Hirscher, der Weltmeister und Top-Favorit, war gerade beim Weltcup-Slalom von Kitzbühel ausgeschieden - und er, Neureuther, damit zum zweiten Mal Sieger dieses legendären Rennens.

"Es war eines der schwierigsten Rennen meines Lebens", sagte Neureuther nach seinem dritten Saisonsieg, mit dem er zwei Wochen vor Olympia endgültig in die Reihe der heißesten Anwärter auf Edelmetall in Sotschi fuhr.

Es schneite, die Sicht war schlecht, die schmierige Piste gab nach - doch Neureuther, Zweiter vor dem Finale hinter Hirscher, trotzte allen Widrigkeiten und fuhr zu seinem achten Weltcup-Erfolg. In der ewigen deutschen Bestenliste im Weltcup hat er nur noch Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier (neun Siege) vor sich.

Sicherheit geht vor

"Ich wollte einfach nur sicher runterfahren - das ist mir gelungen", sagte er. Seit seinem Sieg 2010 in "Kitz" ziert eine Gondel dort seinen Namen. "Dort", meinte Neureuther stolz, "kann man jetzt die zweite Kerbe anbringen."

Der Ausfall seines Kumpels Hirscher, der mit Bestzeit einfädelte, sei "schade für Marcel", meinte Neureuther, und fügte verschmitzt lächelnd an: "Aber das war perfekt für mich."

Henrik Kristoffersen aus Norwegen wurde mit einem Rückstand von 0,57 Sekunden Zweiter hinter Neureuther, der im Vorjahr Zweiter im österreichischen Ski-Mekka war. Platz drei ging an den Italiener Patrick Thaler. Fritz Dopfer aus Garmisch fiel im Finale nach einer Harakiri-Fahrt voller Fehler noch von Platz vier auf Rang zehn zurück.

Medaillenfavorit in Sotschi

"Das Techniker-Team macht uns totale Freude, die Jungs setzen in jedem Rennen ein Highlight", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier: "Es ist sehr erfrischend, wie sie sich präsentieren. Da sieht man, dass auch deutsche Skifahrer Weltspitze sein können."

Das galt besonders für Neureuther, der seit einiger Zeit in der Form seines Lebens fährt: Drei Siege in einem Winter waren ihm auch in der vergangenen Saison geglückt - am Ende wurde er Vize-Weltmeister im Slalom. Übrigens hinter Hirscher.

Dreht er bei Olympia den Spieß um? "Olympia hat seine eigenen Gesetzte", sagte Neureuther: "Ich muss es einfach so angehen, wie jedes andere Rennen auch und darf nicht meinen, dass ich etwas Besonderes machen muss." Denn sonst, das hat er in der Vergangenheit schon so oft erlebt, "geht's schief".

Schwere Bedingungen

In Kitzbühel aber zeigte sich Neureuther wie schon den ganzen Winter über als gereifter Athlet. Im ersten Lauf machten ihm und den anderen neben der schlechten Sicht und des weichen Untergrunds die unorthodoxe Kurssetzung des kroatischen Trainers Ante Kostelic zu schaffen.

Einzig Hirscher mit Startnummer 1 und Neureuther, der direkt im Anschluss startete, kamen ohne größere Probleme durch.

"Die Sicht war brutal, die Kurssetzung extrem und die Piste schlecht. Nach ein paar Toren war es ein kompletter Blindflug", sagte Neureuther. Die ganze Sache glich für ihn "eher einem Gestolpere" als Ski-Rennlauf. Hirscher aber fühlte sich schon da in seiner Rolle als Führender "sehr gefährdet", wie er mit Blick auf Neureuther meinte. Er wusste wohl, warum.

Premiere unter Flutlicht

Der Slalom bildete erstmals den Auftakt zu den "Hahnenkamm-Rennen". Die Kombination aus anfänglichem Schneemangel und heftigem Schneefall am Freitag hatte für eine Veränderung des Programms gesorgt.

Zum ersten Mal im Weltcup wurde der Slalom deshalb unter Flutlicht gefahren, rund 200.000 Euro hatten sich die Veranstalter die Anlage, die für die Super-Kombination errichtet worden war, kosten lassen. Die Kombi findet am Sonntag statt, die Abfahrt auf der berühmt-berüchtigten "Streif" am Samstag.

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