Gewinn des Gesamtweltcup "habe ich mir echt verdient"

Magdalena Neuner jagt die große Kristallkugel

SID
Donnerstag, 15.03.2012 | 13:12 Uhr
Magdalena neuner will auch zum Abschluss der Saison die eins auf dem Leibchen behalten
© Getty
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Es wird ein grimmiger letzter Akt in der Traumkarriere von Magdalena Neuner: Während im heimatlichen Bayern die Krokusse sprießen, jagt die 25-Jährige in ihren letzten drei Rennen im minus 10 Grad kalten Sibirien die "Große Kristallkugel". Dieser zudem mit 25.000 Euro dotierte Preis des Gesamtweltcup-Siegers wäre ein perfekter Schlusspunkt.

"Es wäre ein richtig toller, runder Abschluss. Auch für diese Wahnsinns-Saison, die meine beste überhaupt war", sagt Magdalena Neuner vor dem Finale ihrer Laufbahn in Chanty-Mansijsk. "Es ist einfach schön, wenn so eine Saison mit einer großen Kugel gekrönt wird, weil ich denke, dass ich mir das diesen Winter echt verdient habe."

An das westsibirische Erdgas-Zentrum im Sumpfgebiet des Zusammenflusses der beiden Riesen-Ströme Ob und Irtysch hat Magdalena Neuner besonders gute Erinnerungen. Sie gewann dort vor Jahresfrist bei der erfolgreichsten WM ihrer Karriere gleich dreimal Gold und zweimal Silber.

"Nach Ruhpolding war ich komplett leer"

Eine Medaille mehr, als bei der am Sonntag beendeten Heim-WM in Ruhpolding (zwei Gold sowie jeweils einmal Silber und Bronze). "Nach Ruhpolding war ich komplett leer. Weniger körperlich, mehr im Kopf", erzählt sie. "Jetzt geht es wieder. Jetzt machen wir es uns hier gemütlich."

Die Ausgangsposition im Duell mit ihrer hartnäckigen Rivalin Darja Domratschewa ist ausgezeichnet, aber die 32 Punkte Vorsprung (Neuner 1093/Domratschewa 1061) sind kein Ruhepolster. Für einen Sieg werden 60 Punkte vergeben, der Elfte bekommt schon nur noch die Hälfte. Neuner war in den zum Weltcup zählenden letzten beiden Rennen der Heim-WM in Ruhpolding nur auf den Rängen 23 (Einzel) sowie 10 (Massenstart) gelandet.

Ähnliche Ergebnisse wären in Sibirien eine Steilvorlage für die Weißrussin Domratschewa, sind aber zumindest beim Auftakt-Sprint am Freitag (13.30 Uhr/MEZ) nicht zu erwarten. Neuner gewann sieben von neun Saisonrennen auf der 7,5-Kilometer-Kurzstrecke, holte zuletzt in Ruhpolding WM-Gold auf ihrer Lieblings-Distanz.

Hundert Treffer im Training

"Ich möchte schon ganz vorn stehen. Gerade im Sprint, da habe ich dieses Jahr schon so viele gewonnen. Da würde ich den letzten auch noch gern gewinnen", sagt die Wallgauerin. "Das Zeug dazu hab ich. Ich hab gestern im Training von 100 Schuss 100 getroffen. Und läuferisch bin ich echt noch gut drauf."

Gelingt der Sprintsieg, dann könnte Neuner bereits am Samstag (13.45) beim Jagdrennen den dritten Gesamtsieg nach 2008 und 2010 perfekt machen, denn im Weltcup werden am Ende die zwei schlechtesten der insgesamt 26 Rennen gestrichen. Da Neuner einmal fehlte (krank in Oslo Anfang Februar), fällt diese "Nullnummer" aus der Wertung.

Der abschließende Massenstart am Sonntag (13.45) könnte dann zum großen Schaulaufen der Magdalena Neuner werden. "Ich nehme alle Rennen sehr ernst. Die Karriere ist erst vorbei, wenn ich am Sonntagabend in Chanty in der Disko stehe", sagt sie.

Der Biathlon-Kalender 2012

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