Neuner freut sich über "perfekten Abschluss"

Gold-Champagner zum Abschied

SID
Sonntag, 11.03.2012 | 12:37 Uhr
Für Magdalena Neuner ist es das Abschiedswochenende in Deutschland
© Getty
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Natürlich "Champagner in der Farbe Gold" gab es am Abschiedswochenende von Magdalena Neuner in Deutschland. Der glanzvolle WM-Triumph der deutschen Staffel musste schließlich in Ruhpolding mit den Kolleginnen gebührend gefeiert werden. In die Siegesfete mischten sich bei der Rekord-Weltmeisterin aber auch schon Gedanken an den bevorstehenden Rücktritt: "Das ist der perfekte Abschluss, mit der deutschen Staffel daheim WM-Gold zu gewinnen."

Es waren noch einmal Neuner-Festtage, wie man sie in den letzten fünf Jahren gewohnt war. "Gold-Lena" hatte mit ihren Sturmläufen aufs Siegerpodest entscheidenden Anteil, dass mit über 240.000 Zuschauern ein neuer WM-Rekord aufgestellt wurde. In jedem dritten deutschen Fernseher flimmerte bei den letzten sportlichen Auftritten der Sportlerin des Jahres in der Heimat Biathlon über den Bildschirm. Die übertragenden Sender verzeichneten teilweise einen Marktanteil von weit über 30 Prozent.

Nach dem Weltcup-Finale am kommenden Wochenende in Sibirien wird die Heldin der Massen zurücktreten, trotzdem spürt man keine große Angst vor einem Ende des Biathlon-Booms in Deutschland. "Der Rücktritt ist ihre persönliche Entscheidung, die man respektieren muss. Man muss jetzt nach vorn schauen, und da ist mir um den deutschen Biathlon nicht bange", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach im Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur dapd.

"Bin guter Dinge, dass es gut weitergeht"

Auch Sportdirektor Thomas Pfüller fürchtet keinen Einbruch in Sachen TV-Quoten und Fans an der Strecke: "Die Männer-Wettkämpfe bei dieser WM waren doch auch alle ausverkauft."

In der Frauen-Mannschaft kann man in manchem Unterton sogar so etwas wie Erleichterung spüren, dass es mit dem Riesenwirbel um "Gold-Lena" bald vorbei ist. "Alle sagen, oh was wird jetzt, wenn die Lena aufhört. Ich bin guter Dinge, dass es gut weitergeht. Es geht zwar eine ganz starke Athletin, aber es bleiben auch ein paar starke", sagte Andrea Henkel.

Die 34-Jährige hatte die deutsche Staffel als Schlussläuferin nervenstark zum Triumph geführt. Der Wettbewerb hatte ohnehin etwas Symbolisches, etwas von einer Stabübergabe, denn sie sonst überragende Neuner musste eine Strafrunde laufen und ihre Nachfolgerinnen gewannen diesmal sozusagen das Gold für sie. Darunter auch Neuners Zimmerkollegin Miriam Gössner, die "Gold-Lena" selbst für ihre perfekte Nachfolgerin hält.

Sachenbacher kommt

"Ich glaube nicht, dass sich unsere Chefs Sorgen machen müssen. Es ist zwar keiner mehr da, der immer aufs Podest springt und uns den Druck nimmt", sagte Gössner: "Aber das ist doch auch eine Motivation. Wir können zeigen, dass wir es auch können."

Als zusätzliche Unterstützung kommt vom Skilanglauf zudem Evi Sachenbacher-Stehle, die genau wie Neuner zweimal Olympiasiegerin ist. Und dann gibt es ja noch eine ganz andere Möglichkeit - vielleicht überfällt Magdalena Neuner selbst irgendwann die Sehnsucht nach Gold-Champagner. Weltverbandschef Anders Besseberg: "Sie ist ja noch jung. Wer weiß: Vielleicht kommt Magdalena ja in zwei oder drei Jahren zurück."

Bach lobt "hervorragende" Biathlon-WM

DOSB-Präsident Thomas Bach hat der Biathlon-WM in Ruhpolding ein glänzendes Zeugnis ausgestellt. "Einfach hervorragend. Die Erwartungen sind mehr als erfüllt worden", sagte der höchste deutsche Sportfunktionär im Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur dapd.

Das galt für die sportliche Bilanz des deutschen Teams wie für die gesamten Titelkämpfe mit der Rekordzahl von 240.000 Fans. "Die Zuschauer standen ja in Viererreihen an der Strecke, die Stimmung im Stadion war einfach grandios. Das sind tolle Bilder, die aus Deutschland da in die Welt gegangen sind", sagte Bach.

Als eine "spektakuläre Zeit in fantastischer Atmosphäre" hat der Präsident der Internationalen Biathlon-Union (IBU), Anders Besseberg, die Biathlon-Weltmeisterschaft in Ruhpolding bezeichnet. Den bayerischen Gastgebern bescheinigte der Norweger, "einen exzellenten Job" abgeliefert zu haben.

Biathlon-WM: Der Zeitplan

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