Freitag, 22.01.2010

Ski alpin

Lindsey Vonn siegt souverän in Cortina

Lindsey Vonn hat den Super-G von Cortina d'Ampezzo gewonnen und den siebten Saisonsieg geholt. Viktoria Rebensburg wurde als beste Deutsche Zwölfte, Maria Riesch kam auf Platz 15.

Lindsey Vonn dominiert in dieser Saison den Weltcup
© Getty
Lindsey Vonn dominiert in dieser Saison den Weltcup

Maria Riesch zeigte eine ganze Palette negativer Reaktionen: Kopfschütteln, Schulterzucken, Augenverdrehen. Rang 15 im Weltcup-Super-G von Cortina d"Ampezzo genügte nicht den hohen Ansprüchen der besten deutschen Ski-Rennläuferin - zumal ihre größte Rivalin Lindsey Vonn (USA) zum siebten Mal in diesem Winter gewann und nun im Gesamtweltcup wieder vor ihr liegt.

"Das ist wahnsinnig ärgerlich, ich bin sehr traurig, weil ich schon wieder eine Chance verpasst habe", sagte Riesch, die aufgrund eines "Monsterbocks" die erhoffte Top-5-Platzierung verpasste. Dass dann auch noch Vonn gewann, machte ihre Enttäuschung komplett. "Für mich ist das zermürbend, dass sie immer oben steht. Ich hoffe, dass endlich mal eine andere gewinnt, obwohl ich mit ihr befreundet bin. Es wird ja auch langsam langweilig."

Riesch mit wachsendem Rückstand auf Vonn

Im Gesamtweltcup hat Riesch jetzt 56 Punkte Rückstand, und sie selbst befürchtet, dass sie Vonn schon am Samstag bei der Abfahrt im Olympia-Ort von 1956 aus den Augen verlieren könnte. "Da gewinnt ja sowieso die Lindsey", sagte Riesch. Angesichts der Tatsache, dass Vonn bisher alle vier Saisonrennen in der alpinen Königsdiszplin für sich entschieden hat, keine allzu gewagte Prognose.

Die Doppel-Weltmeisterin demonstrierte auch auf der "Tofana" ihre Ausnahmestellung im Speed-Bereich, die Riesch "beängstigend" nannte. In 1:21,74 Minuten war sie 0,67 Sekunden schneller als die Zweite, Fabienne Suter aus der Schweiz, und holte sich beim vierten Super-G des Olympia-Winters schon den zweiten Sieg bei zwei weiteren Podestplätzen. Die Schwedin Anja Pärson lag als Dritte 0, 74 Sekunden zurück, und klagte: "Lindsey macht einfach keine Fehler."

Stechert muss weiter ums Vancouver-Ticket bangen

Die Fahrten der deutschen Athletinnen waren dagegen mit einigen Patzern behaftet. Viktoria Rebensburg aus Kreuth machte es jedoch trotz eines eben erst überstandenen grippalen Infekts etwas besser als Riesch und wurde Zwölfte.

Gina Stechert (Obestdorf) verpasste als 21. erneut die Olympia-Norm, und Cheftrainer Mathias Berthold bilanzierte etwas zerknirscht: "Das war nicht gut von uns heute, alle sind hinter dem zurückgeblieben, was sie eigentlich können."

Berthold bescheinigte seinen Athletinnen "immer die gleichen Fehler", speziell Riesch erlebe eine "durchwachsene Super-G-Saison". Noch 2008 war die 25-Jährige in der zweitschnellsten Disziplin die Beste, jetzt schafft sie es selten mal ohne Schnitzer ins Ziel. Die Ränge 5, 21, 24 und 15 stehen bisher in ihrer Saisonbilanz. "Ihr fehlt im Super-G einfach die Sicherheit", diagnostizierte Berthold.

Riesch selbst meinte, sie wolle "daran arbeiten, dass ich auch mal ohne Fehler runterfahre". Am kommenden Wochenende hat sie dafür im Schweizer Nobel-Ski-Ort St. Moritz noch einmal Gelegenheit, doch Riesch hat einen anderen, ganz besonderen Plan: "Den einen perfekten Lauf hebe ich mir für Olympia auf." Am 20. Februar in Whistler.

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