Freitag, 12.03.2010

Ski alpin

Vonn holt zum dritten Mal die große Kugel

Lindsey Vonn hat das Duell mit Maria Riesch gewonnen und den Hattrick im alpinen Gesamtweltcup perfekt gemacht. Riesch bliebt wiederholt nur der zweite Platz.

Lindsey Vonn gewann in Vancouver je eine Gold- und Bronzemedaille
© Getty
Lindsey Vonn gewann in Vancouver je eine Gold- und Bronzemedaille

Als sich Lindsey Vonn mit ihrem elften Saisonsieg endgültig und zum dritten Mal in Folge die große Kristallkugel geschnappt hatte, überkam Maria Riesch doch noch ein wenig Wehmut.

"Ich denke, ich war alles in allem die Bessere, weil ich in allen Disziplinen vorne dabei war. Mir haben halt die Siege gefehlt", sagte die Doppel-Olympiasiegerin mit leichtem Trotz nach dem vorletzten Rennen der Saison. Maria Riesch wird den zähen Kampf um den begehrten Gesamt-Weltcup zum zweiten Mal als Zweite beenden, sie betonte aber auch: "Lindsey ist die verdiente Siegerin."

Am Samstagmittag greift Maria Riesch beim Weltcup-Finale in Garmisch-Partenkirchen noch nach der kleinen Kristallkugel für den Gewinn der Slalom-Wertung. Es wäre der krönende Abschluss für eine Saison, die nach den Goldmedaillen in der Super-Kombination und im Slalom ohnehin schon eine großartige ist.

"Lindsey fährt in den Speed-Disziplinen überragend"

"Es wäre wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl gewesen, wenn ich noch die Chance auf den Gesamtweltcup gehabt hätte", sagte Maria Riesch, die im 31. von 32 Saison-Rennen Rang vier belegte. Ihre 215 Punkte Rückstand auf die befreundete Rivalin Vonn sind nicht mehr aufzuholen.

Nach dem letzten Super-G des Winters, in dem Maria Riesch hinter Vonn (USA), Elisabeth Görgl (Österreich) und Nadia Styger (Schweiz) immerhin zum bestes Super-G-Ergebnis dieser Saison fuhr, kam aber auch Kritik von Cheftrainer Mathias Berthold.

"Lindsey fährt in den Speed-Disziplinen überragend, aber im Riesenslalom und im Slalom kann sie gar nichts mehr. Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, den Gesamtweltcup zu gewinnen", sagte er. So aber durfte sich Vonn nach dem Hattrick, der zuletzt der Österreicherin Petra Kronberger (1990 bis 1992) gelungen war, auf "eine große Party" freuen.

Riesch mit Top-Bilanz

Maria Riesch gewann im zu Ende gehenden Winter fünf Rennen, insgesamt 13-mal stand sie in vier Disziplinen auf dem "Stockerl" - nur nicht im Super-G. Vonn kam auf elf Siege, fuhr insgesamt 19-mal in vier Disziplinen auf das Siegertreppchen, gewann als erste Frau drei kleine Kugeln (Abfahrt, Super-G, Kombination).

Doch im Slalom und Riesenslalom, "da hat sie voll abgeloost", also versagt, sagte Maria Riesch. In der Tat war die Partenkirchnerin in dieser Saison die komplettere Rennläuferin - mit einer Ausnahme. "Im Super-G hat mir die hundertprozentige Sicherheit gefehlt", sagte sie.

Der letzte Super-G dieses Winters war "ein Siegelbild der gesamten Saison", wie Cheftrainer Berthold anmerkte. Maria Riesch war auf der WM-Strecke von 2011 bestens unterwegs - leistete sich dann aber wieder "einen Bock" und vergab damit sogar den möglichen Sieg.

Dabei war der Super-G schon mal eine Domäne von Maria Riesch: 2008 gewann sie in dieser Disziplin den Weltcup. "Ich werde daran arbeiten, dass ich im Super-G wieder näher hinkomme", versicherte sie. Am Samstag aber zählt erst mal noch der Slalom. Riesch hat 23 Punkte Vorsprung auf Kathrin Zettel (Österreich).

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