Schwimmen

Hausding verpasst EM-Medaille

SID
Patrick Hausding hat das anvisierte Gold klar verpasst
© getty

Blech statt Gold: Wassersprung-Weltmeister Patrick Hausding hat bei der Heim-EM in Rostock den anvisierten Sieg und den ersten Olympia-Quotenplatz vom 3-m-Brett klar verpasst. Der Titelverteidiger musste sich im Finale am Donnerstag nach zwei verpatzten Schlusssprüngen mit dem für ihn enttäuschenden fünften Platz zufriedengeben. Eine ungewohnte Situation für den erfolgsverwöhnten, aber auch müden Vorspringer.

Anschließend machte das Turm-Synchronduo Maria Kurjo/My Phan mit dem vierten Platz bei nur fünf teilnehmenden Paaren die zweite "Nullrunde" des EM-Gastgebers bei den Titelkämpfen in der Neptun-Schwimmhalle perfekt. Die Halbzeitbilanz von nur einer Medaille nach drei Wettkampftagen stellt Bundestrainer Lutz Buschkow überhaupt nicht zufrieden: "Ich muss mir Mühe geben, gute Miene zum bösen Spiel zu machen."

Das viel auch Hausding schwer. "Ich lag gut im Rennen, aber am Ende habe ich zu viele Fehler eingebaut. Das wird bei der Weltelite, die hier am Start ist, sofort bestraft", sagte der Berliner nach seinem fünften Platz . Er blieb in seiner Paradedisziplin erstmals seit sechs Jahren ohne EM-Medaille. Der elfmalige Europameister haderte mit seinen Anläufen, aber auch mit der fehlenden geistigen Frische nach den kräfteraubenden Auftritten in der Weltserie der vergangenen Wochen: "Die psychische Belastung spielt eine Rolle."

Buschkow mit Formtief

Auch Buschkow begründete den missglückten Auftritt seines Top-Athleten mit Ermüdungserscheinungen: "Die Formkurve über einen so langen Zeitraum zu halten, ist sehr schwierig. Das werden wir in der nächsten Saison mit Olympia als Höhepunkt sicher beachten."

Hausding, der einen Viereinhalb-Vorwärtssalto und einen schwierigen Schraubensprung nicht sauber ins Wasser setzen konnte, hatte am Ende 44,25 Punkte auf den fehlerfreien Sieger Matthieu Rosset, der damit für Frankreich den ersten festen Startplatz in dieser Disziplin für Olympia 2016 in Rio sicherte. Rosset hatte bereits tags zuvor vom 1-m-Brett triumphiert. Silber gewann der Russe Jewgeni Kusnezow vor seinem Landsmann Ilja Sacharow. Der Leipziger Stephan Feck wurde Siebter.

Hausding benötigt Top-12-Platzierung für Rio

Hausding hat bei der WM in sechs Wochen im russischen Kasan die nächste Chance, sein Olympia-Ticket für den Einzelwettkampf vom 3-m-Brett zu sichern. Dafür muss der Synchron-Weltmeister vom Turm lediglich unter die Top-12 kommen. Das ist für Hausding ein mehr als realistisches Ziel.

Bei der EM bieten sich dem deutschen Vorspringer noch zwei Goldchancen: Im Synchronspringen vom 3-m-Brett am Freitag will Hausding mit Partner Feck nach fünf zweiten Plätzen in Folge endlich nach ganz oben aufs Podest springen. "Wir raffen uns jetzt gegenseitig auf und ziehen unser Ding durch", sagte Hausding.

Zum Abschluss am Sonntag können die Weltmeister Hausding/Sascha Klein vom Turm ihre Rekordserie auf acht EM-Titel hintereinander ausbauen. Allerdings konnte das Weltmeister-Duo aufgrund von Verletzungen im Vorfeld so gut wie gar nicht gemeinsam trainieren.

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