Schwimmen

Keine Medaille, viele Schmerzen

SID
Mario Kurjo enttäuschte am zweiten Tag der EM in Rostock
© getty

Zwei zerplatzte Medaillenträume, ein verletzter Athlet, eine missglückte Premiere für das EM-Küken: Für die deutschen Wasserspringer verlief der zweite Wettkampftag der Europameisterschaften in der Rostocker Neptun-Schwimmhalle enttäuschend.

Nach Silber zum Auftakt im Teamwettbewerb verpasste Turmspringerin Maria Kurjo am Mittwoch ebenso deutlich Edelmetall wie Oliver Homuth vom Ein-Meter-Brett.

Vor allem für Kurjo war der indiskutable zwölfte Platz im Finale von zehn Metern ein kompletter Reinfall, sie vergoss hinterher auch ein paar Tränen. Die WM-Fünfte hatte erst ihren Auftaktsprung verpatzt und war dann im dritten Durchgang beim Zweieinhalb-Delfinsalto mit den Füßen am Turm aufgeschlagen. Julia Prokoptschuk sicherte sich den Titel und damit der Ukraine den ersten Quotenplatz für Olympia in Rio de Janeiro in dieser Disziplin.

"Da kann man nicht mehr viel machen", sagte Kurjo über ihren technischen Fehler beim dritten Sprung. Das bestätigte auch Bundestrainer Lutz Buschkow: "Wenn man den Turm touchiert, dann ist das, als ob man aus einem fahrenden Auto einen Anker wirft."

Teenagerin zahlt Leergeld

Kurjo zog sich keine ernsthafte Verletzung zu. Die Berlinerin hatte im Jahr 2010 an selber Stelle einen schrecklichen Unfall erlebt. Damals war sie mit dem Kopf an den Turm geknallt und bewusstlos ins Wasser gestürzt. Bundestrainer Lutz Buschkow war in voller Montur ins Becken gesprungen und hatte die Athletin aus dem Wasser gezogen.

Lehrgeld musste Elena Wassen zahlen. Die mit 14 Jahren jüngste Teilnehmerin der Titelkämpfe zeigte bei ihrem ersten großen internationalen Wettkampf einige Wackler und verpasste als Vorletzte das Finale deutlich.

Auch Homuth blieb als Neunter im Finale vom Ein-Meter-Brett unter seinen Möglichkeiten. Nach einigen Unsicherheiten trennten den Berliner 37,7 Punkte von Bronze. Vor zwei Jahren war er an selber Stelle noch EM-Dritter geworden. Gold sicherte sich der Franzose Matthieu Rosset. Titelverteidiger Patrick Hausding hatte auf einen Start in der nichtolympischen Disziplin verzichtet.

"Ich war mental nicht zu hundert Prozent da", sagte Homuth. Bundestrainer Lutz Buschkow kritisierte: "Es waren viele Schusseligkeitsfehler dabei."

Barthel mit Kapselverletzung

Für einen Schreckmoment hatte im Vorkampf Timo Barthel gesorgt. Der 19 Jahre alte Dresdner verletzte sich beim Absprung im dritten Durchgang, die Diagnose im Krankenhaus fiel aber weniger schlimm aus als befürchtet: Statt eines Zehenbruchs zog sich Barthel nur eine Kapselverletzung zu. "Als ich erfahren habe, dass nichts gebrochen ist, war ich erleichtert", sagte Barthel nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus: "Das hätte nämlich das WM-Aus bedeutet."

Der Schüler hatte mit der Verletzung sogar noch einen vierten Sprung gewagt. "Das ist ein junger Bursche, kein Weichei. Er wollte zeigen, was er drauf hat", sagte Buschkow.

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