Sonntag, 12.04.2015

Schwimm-DM im Berlin

Biedermann mit Weltjahresbestzeit

Mit einem phänomenalen Schlussakt hat Weltrekordler Paul Biedermann bei der Schwimm-DM in Berlin alle Zweifel an seiner Form beseitigt. Einen Tag nach seinem wenig überzeugenden Erfolg über 100 m Freistil schwamm sich der 28-Jährige über die doppelte Distanz mit seinem Start-Ziel-Sieg in Weltjahresbestzeit von 1:45,60 Minuten frei. Die Hoffnung auf eine WM-Medaille in vier Monaten in Kasan sind gestiegen.

Paul Biedermann pulverisierte die Konkurrenz zum Abschluss der Schwimm-DM in Berlin
© getty
Paul Biedermann pulverisierte die Konkurrenz zum Abschluss der Schwimm-DM in Berlin

"Das Rennen war voll gut, das hat viel Spaß gemacht", sagte Biedermann und gab zu: "Ich war ein bisschen geknickt nach dem Rennen über die 100." Mit der 200-m-Siegerzeit hätte er bei der Heim-EM im vergangenen Sommer statt Silber die Goldmedaille gewonnen. Bundestrainer Henning Lambertz schwärmte über die "fantastische Leistung" und meinte: "Paul hat gezeigt, was wirklich in ihm steckt."

Sein ungewöhnlicher Ausflug mit der Lagenstaffel des SV Halle lohnte sich dagegen nicht: Biedermann und Co. verpassten auf Platz fünf die von Heimtrainer Frank Embacher versprochene Siegprämie "Döner und Bier".

Auch der lange Zeit ebenfalls schwächelnde Vizeweltmeister Marco Koch sorgte am Sonntag mit seinem Triumph über 200 m Brust (2:09,72 Minuten) und Rang drei in der Weltrangliste für Erleichterung. "Zeit okay, Titel verteidigt - alles gut", sagte der Europameister.

"Ingesamt bin ich zufrieden"

Das deutsche Schwimmteam bestätigte seinen leichten Aufwärtstrend mit insgesamt 26 WM-Normerfüllern. Um sich endgültig ein Ticket für Kasan zu sichern, müssen die Athleten bis auf das Eliteteam um Biedermann und Koch einen zweiten Leistungsnachweis bringen. "Insgesamt bin ich sehr zufrieden", sagte Bundestrainer Lambertz: "Es gibt einige Strecken, auf denen wir den Kopf ganz gut aus dem Wasser stecken. Es gab aber auch ein paar Wermutstropfen."

Dazu zählten die Vizeeuropameister Philip Heintz und Christian Diener, die die WM-Norm verpassten. Lagenschwimmer Heintz zog zudem den Zorn des Bundestrainers auf sich, weil er unrasiert geschwommen war. Für gute Laune sorgte vor allem eine Welle neuer Hoffnungsträger, allen voran Florian Vogel.

Der 20-Jährige trat zuerst das Biedermann-Erbe über 400 m Freistil an, dann siegte er auch über die doppelte Distanz und überzeugte am Schlusstag als Fünfter auch über 200 m. Biedermann, der mit Vogel gelegentlich trainiert, schwärmte: "Vor ihm ziehe ich meinen Hut, er hat eine fantastische DM geschwommen." Heimtrainer Frank Embacher verglich den kräftigen Biedermann und den eleganten Vogel mit "Bud Spencer und Terence Hill".

"Affengeil, ich frei mich 'nen Keks"

Neben Vogel sorgte auch Isabelle Härle über 1500 m Freistil mit der weltweit zweitbesten Zeit in diesem Jahr für Aufsehen. "Affengeil, ich freu mich 'nen Keks", jubelte die Freiwasser-Europameisterin. Jacob Heidtmann (Elmshorn) glänzte über 400 m Lagen ebenfalls mit Platz zwei der Weltrangliste. Auf dieser Strecke unterbot auch der erst 15-Jährige Johannes Hintze die WM-Norm. Er war dabei nur knapp langsamer als Rekord-Olympiasieger Michael Phelps in diesem Alter.

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