Hentke schmettert zu Bronze

SID
Mittwoch, 03.12.2014 | 13:08 Uhr
Marco Koch erhält im Halbfinale eine Gelegenheit zur Steigerung
© getty
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Franziska Hentke schmetterte zu Bronze und stahl Marco Koch und Co. die Show: Gleich am ersten Tag der Kurzbahn-WM in Doha gab es für die deutschen Schwimmer das erste Edelmetall - und selbst die Medaillengewinnerin war überrascht. "Ich wollte Platz fünf aus dem Vorlauf halten. Dass es Bronze geworden ist, ist der Hammer", sagte die 25-Jährige nach Rang drei in 2:03,89 Minuten in einem denkwürdigen Rennen über 200 m Schmetterling.

Schneller als Hentke waren nur die Spanierin Mireia Belmonte Garcia, die in 1:59,61 als erste Frau unter zwei Minuten blieb, und die ungarische Titelverteidigerin Katinka Hosszu (2:01,12). Nur 42 Minuten später ließ Belmonte ihren zweiten Weltrekord folgen: Über 400 m Lagen triumphierte die 24-Jährige in 4:19,98 erneut vor Hosszu.

Vor einem Jahr hatte Hentke bei der Kurzbahn-EM in Dänemark bereits in deutscher Rekordzeit Silber gewonnen, bei der Heim-EM im Sommer in Berlin im 50-m-Becken aber als Sechste enttäuscht.

In ihrem Schatten schwammen im Hamad Aquatic Centre die deutschen Männer: Europameister Koch schied über 100 m Brust als Zehnter im Halbfinale aus, der Olympiavierte Steffen Deibler scheiterte über 100 m Schmetterling gar als Elfter. Dagegen weckte Vize-Europameister Christian Diener als Halbfinalfünfter über 100 m Rücken Hoffnungen.

104 Tage nach seinem Gold-Coup von Berlin fehlten Vorschwimmer Koch zwei Zehntel zum Finaleinzug. Der 24-Jährige aus Darmstadt ist über seine Paradestrecke 200 m Brust als Weltranglistenzweiter Titelaspirant. Koch hatte vor der WM erstmals in der Höhe trainiert.

"Schlapp gefühlt"

"Danach habe ich mich ganz schön schlapp gefühlt", sagte der Vize-Weltmeister im 50-m-Becken. Die Kurzbahn-WM ist deshalb für ihn "ein Testlauf" für die Weltmeisterschaft 2015 und Olympia 2016. Deibler blieb auf seiner Paradestrecke aus gesundheitlichen Gründen in 50,41 mehr als eine Sekunde über seiner Saisonbestmarke (49,33): "Ich bin erkältet und fühle mich nicht nach Schwimmen." Der Hamburger war als Dritter der Jahresweltbestenliste gestartet.

Hoffnungen machte Diener. Der 21-Jährige aus Potsdam, der in der abgelaufenen Weltcup-Saison sieben Siege und 16 Medaillen sammelte, lag nach 50,32 Sekunden nur 16 Hundertstel hinter dem Dritten. "Vielleicht reicht es ja zum deutschen Rekord", sagte Diener.

Trotz deutscher Rekorde hatten am Morgen die Brüder Steffen und Markus Deibler mit der 4x100-m-Freistilstaffel als Neunte und das 4x200-m-Freistil-Quartett der Frauen als Zehnte ihre Endläufe verpasst. Im Finale siegten die Niederländerinnen um Doppel-Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo mit dem dritten Weltrekord der WM und die Franzosen um 50-m-Olympiasieger Florent Manaudou mit Europarekord.

Lochte nur Bronze

In Abwesenheit des Weltrekordlers Paul Biedermann, der wegen Trainingsrückstands auf die WM-Teilnahme verzichtet hatte, krönte sich Schmetterling-Olympiasieger Chad Le Clos (Südafrika) zum Weltmeister über 200 m Freistil.

Titelverteidiger Ryan Lochte (USA) blieb nur Bronze. Biedermann, vor zwei Jahren in Istanbul noch Silbermedaillengewinner, hätte mit seiner Zeit von der DM in Wuppertal als Zehnter gar nicht das Finale erreicht. Clemens Rapp (Heidelberg) scheiterte ebenso im Vorlauf wie WM-Neuling Markus Gierke (Hannover) über 100 m Schmetterling und Ex-Europameisterin Jenny Mensing (Wiesbaden) über 100 m Rücken.

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