Keine Motivation und Energie mehr

Britta Steffen beendet Schwimmkarriere

SID
Freitag, 27.09.2013 | 12:33 Uhr
Britta Steffen holte unter anderem in Peking Gold im 100 Meter Freistil
© getty
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Britta Steffen hat ihren Rücktritt erklärt. Die erfolgreichste deutsche Schwimmerin seit der Wiedervereinigung will sich nun ins Privatleben und in ihre berufliche Karriere stürzen.

Nach 18 Jahren mit glanzvollen Triumphen, tragischen Niederlagen und unzähligen Dramen steigt "Goldfisch" Britta Steffen für immer aus dem Becken.

Die erfolgreichste deutsche Schwimmerin seit der Wiedervereinigung hat am Freitag ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt, selbst die EM im kommenden Jahr in ihrer alten Heimatstadt Berlin konnte die Ausnahme-Athletin nicht umstimmen. Sie geht mit zwei Olympiasiegen, zwei WM-Titeln, zwei Weltrekorden, vielen Erinnerungen - und scheinbar ohne Wehmut.

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"Ich beende meine Karriere in dem Bewusstsein, zu den Besten der Welt zu gehören", wird die WM-Sechste von Barcelona in einer Pressemitteilung ihres Managements zitiert: "Dennoch habe ich in den letzten Wochen gezweifelt, ob ich die nötige Motivation und Energie für ein oder sogar drei weitere Jahre im Kampf um Goldmedaillen und Meistertitel aufbringen kann."

"Leben, Leidenschaft und Liebe"

Steffen hat einmal gesagt, ohne das Schwimmen fühle sie sich "nur wie ein halber Mensch". Der Leistungssport sei für sie "Leben, Leidenschaft und Liebe".

Jetzt hat sich die 29-Jährige auch deswegen von ihrer einen großen Liebe verabschiedet, um das Glück mit ihrer zweiten großen Liebe Paul Biedermann nicht aufs Spiel zu setzen.

Im gemeinsamen Urlaub mit ihrem Lebensgefährten reifte der Wunsch nach einem neuen Lebensabschnitt, in dem das Privatleben eine größere Rolle spielen soll. "Es gibt nicht nur den Sport, ich möchte irgendwann mal 'ne Mama werden", hatte Steffen einmal gesagt. Weltrekordler Biedermann wollte sich auf Anfrage nicht zum Karriereende seiner Freundin äußern.

"Außergewöhnliche Schwimmerin"

Bundestrainer Henning Lambertz hätte sich gewünscht, dass sich Steffen bei der Heim-EM "mit großem Trara" und vielleicht einer letzten Medaille verabschiedet hätte, "aber wenn das Feuer nicht mehr lodert, ist es besser, sofort einen Schlussstrich zu ziehen", meinte Lambertz.

Steffens langjähriger Heimtrainer Norbert Warnatzsch, von dem sie sich nach ihrem Umzug nach Halle getrennt hatte, bedankte sich für "zehn Jahre erfolgreiche und vertrauensvolle Jahre der Zusammenarbeit".

Im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) bedauerten die Verantwortlichen den Schritt der alles andere als pflegeleichten Ausnahmeathletin.

DSV-Präsidentin Christa Thiel, die in der Vergangenheit öfter mit der streitbaren Steffen aneinandergeraten war, nannte Steffen eine "außergewöhnliche Schwimmerin", für DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow war sie "ein Vorbild für unsere heranwachsenden Talente". Über den Streit nach Steffens WM-Flucht 2011 aus Shanghai verloren beide kein Wort.

"Sensibelchen" Steffen

Von verletzlich bis selbstbewusst, von freundlich bis abweisend - Britta Steffen hat in ihren 18 Jahren als Leistungssportlerin viele Facetten gezeigt. Selbst für langjährige Beobachter der Szene blieb das "Sensibelchen" (Steffen über Steffen) ein Rätsel. Auch ihr famoser Triumph in Peking mit Olympia-Goldmedaillen über 50 und 100 m Freistil hatten Steffen im Umgang mit der Öffentlichkeit nicht souveräner gemacht.

Ex-Weltmeister Franziska van Almsick gilt als große Kritikerin ihrer ehemaligen Trainingskollegin. Nach der WM-Flucht von Shanghai hatte sie Steffen aufgefordert, "die Arschbacken zusammenzukneifen". Steffens überraschenden Startverzicht bei der WM in Barcelona auf ihrer Paradestrecke 50 m Freistil nannte van Almsick ein "Kasperletheater."

Diese Dinge hatte Britta Steffen mit ihrem Rücktritt hinter sich gelassen. Sie will zwar dem deutschen Schwimmsport verbunden bleiben, doch Vorrang hat jetzt die Familie und ihre Berufskarriere. In Kürze wird sie an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale ihr Studium Human Resource Management (Personalwesen) beginnen, ein erstes Studium im Wirtschaftsingenieurwesen für Umwelt hatte sie bereits erfolgreich abgeschlossen.

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