Team gibt Verletzungen Portes bekannt

SID
Sonntag, 09.07.2017 | 18:26 Uhr
Richie Porte wurde mehrere Minuten lang am Straßenrand behandelt
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Der Horror-Sturz von Richie Porte ließ Christopher Froome den Schrecken in die Glieder fahren. "Dieser Crash, das ist schlimm, wirklich schlimm", sagte der Brite kopfschüttelnd und verzog beim Studium der TV-Bilder entsetzt das Gesicht. Der furchterregende Unfall seines australischen Rivalen hatte Froome und das restliche Fahrerfeld der 104. Tour de France sichtbar schockiert. Dass der Brite auch nach der hochdramatischen und tragischen Königsetappe das Gelbe Trikot erfolgreich verteidigte, geriet zur Nebensache.

In der heiklen Abfahrt vom Mont du Chat war Porte bei hoher Geschwindigkeit in einer Linkskurve vom Asphalt gerutscht, ehe er sich überschlug und ungebremst gegen eine Felswand prallte. Schwer verletzt wurde der 32 Jahre alte Kapitän des Teams BMC Racing mit einer Halskrause erstversorgt und schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht. Er erlitt laut Angaben seines Teams Brüche an Schlüsselbein und Hüftpfanne sowie großflächige Schürfverletzungen. Er sei stets stabil und bei Bewusstsein gewesen.

Porte hatte auf der 181,5 km langen, äußerst fordernden Etappe mit sieben Bergwertungen zuvor einen guten Eindruck hinterlassen. Im Gesamtklassement belegte er den fünften Platz mit 39 Sekunden Rückstand auf Froome (Sky), er wollte die Siegesserie des Briten stoppen und selbst erstmals in Paris auf dem Podium ganz oben stehen. Sein Traum endete auf dramatische Weise.

Kurz zuvor hatte sich Porte noch als wahrer Sportsmann gezeigt - und eine unfaire Attacke des Italieners Fabio Aru ins Leere laufen lassen. Als Froome im letzten Anstieg von einem Defekt heimgesucht wurde und das Rad wechseln musste, nutzte Aru an dessen Hinterrad die Gelegenheit und attackierte.

Porte vor Sturz mit Fairplay

Zunächst gingen die weiteren Rivalen um Porte den Angriff mit, verweigerten dann aber kollektiv ihre Unterstützung. Arus wenig ruhmreiche Aktion verpuffte, Froome schaffte mithilfe seiner Teamkollegen den Anschluss. "Ich kann mich nur bedanken, dass sie gewartet haben", sagte Froome: "Richie scheint den anderen gesagt zu haben: 'Leute, das ist nicht der Moment, um den Gesamtführenden zu attackieren.' Ich kann ihm und den anderen nur danken."

Noch auf dem Rad antwortete Froome mit Taten. Knapp 27 km vor dem Ziel übernahm der dreimalige Tour-Champion selbst die Initiative und dünnte den Kreis seiner Rivalen aus. Der Kolumbianer Nairo Quintana fiel ebenso heraus wie Alberto Contador, der einen heftigen Einbruch erlebte.

Die Anstrengung war den Top-Fahrern ins Gesicht geschrieben, jeder Einzelne, auch Froome, bewegte sich am Limit. Aru hielt sich mit Mühe bei Froome, der Astana-Kapitän ist mit 18 Sekunden Rückstand im Gesamtklassement damit auf dem Papier weiter Froomes schärfster Rivale. Doch auch der junge Franzose Romain Bardet (AG2R) überzeugte im Berg und mit einer späten Attacke in der Abfahrt zum Ziel in Chambéry. Tagessieger Rigoberto Uran (Kolumbien/Cannondale-Drapac) war im Sprint aber nicht zu schlagen.

Weitere Stürze auf rutschiger Abfahrt

Portes Sturz schockierte, doch der Australier war bei weitem nicht der einzige Radprofi, der auf den rutschigen Abfahrten zu Fall kam. Erste Sturzopfer gab es früh. Der Italiener Manuele Mori und der Niederländer Robert Gesink, am Samstag noch Etappenzweiter, mussten aufgeben. In der Schussfahrt vom Col de la Biche ging dann Froome-Helfer Geraint Thomas zu Boden und schied aus.

Auch das deutsche Team Bora-hansgrohe war betroffen. Nach einem Crash des Polen Rafal Majka trägt das deutsche Rundfahrt-Talent Emanuel Buchmann nun die Hoffnungen auf eine gute Platzierung im Gesamtklassement. Das Missgeschick des Polen war für die deutsche Equipe der nächste herbe Dämpfer nach dem Tour-Ausschluss von Peter Sagan vor wenigen Tagen. "Der Sturz von Rafa war richtig scheiße", sagte Buchmann in der ARD.

Am Samstag, als der Franzose Lilian Calmejane einen Ausreißercoup landete, hatten sich die Favoriten um Froome noch belauert. Am Montag dürfen sich die Profis in der Dordogne etwas von den bisherigen Strapazen erholen, bevor auf den darauffolgenden Abschnitten wahrscheinlich die Sprinter wieder in den Vordergrund treten. Allen voran Marcel Kittel, der am Sonntag sein Grünes Trikot erfolgreich verteidigte.

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