Van Avermaet siegt - Degenkolb Vierter

SID
Freitag, 17.07.2015 | 17:58 Uhr
Greg van Avermaet holte sich den Tagessieg
© getty
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150 Meter vor dem Ziel war John Degenkolb mit seinen Kräften völlig am Ende, mit hängendem Kopf quälte er sich über die Linie: Für den Klassiker-Star aus Gera hat es in der Gluthitze Südfrankreichs wieder nicht mit dem ersehnten Etappensieg bei der Tour de France geklappt. Auf dem 13. Teilstück reichte es für den 26-jährigen Giant-Alpecin-Profi beim Erfolg des Belgiers Greg van Avermaet nur zu Platz vier.

"Ich bin einfach nur traurig, hatte heute nicht die Beine", sagte Degenkolb. Völlig konsterniert und tief enttäuscht schlich er zum Teambus, nachdem er die vielleicht größte Chance auf einen Coup bei der Frankreich-Rundfahrt nicht genutzt hatte.

Bei rund 40 Grad hatte der Sieger von Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix auf der bis zu 9,6 Prozent steilen Zielrampe nichts mehr zuzusetzen und erreichte sieben Sekunden nach BMC-Fahrer Greg Van Avermaet das Ziel. Der Rostocker Paul Martens (LottoNL) wurde starker Fünfter.

Das Ergebnis der 13. Etappe

Der bislang glücklose Degenkolb, in der ersten Tour-Woche einmal Zweiter und zweimal Vierter, hatte sich die anspruchsvolle Etappe mit ihren vielen kleinen, an die Frühjahrsklassiker erinnernden Steigungen "rot im Kalender angestrichen, denn das Profil liegt mir." Allerdings fehlt dem Thüringer die Form des Frühjahrs.

Für die deutschen Radprofis bleibt es damit bei drei Etappensiegen während der laufenden Tour durch André Greipel (2) und Tony Martin. Lotto-Soudal-Kapitän Greipel hatte am Freitag nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun, die Sprintankunft war für das Kraftpaket aus Rostock zu schwierig.

Degenkolb konnte derweil erneut nicht seine Siegessammlung bei den drei großen Rundfahrten komplettieren: Nach neun Tageserfolgen bei der Vuelta und einem beim Giro wartet der Geraer weiter auf einen Triumph beim wichtigsten Radrennen der Welt.

Große Pleite droht

Für Giant-Alpecin droht die 102. Tour damit zu einer großen Pleite zu werden, nur noch am Sonntag auf der Überführungsetappe in Richtung Alpen nach Valence darf sich Degenkolb Chancen ausrechnen.

2013 und 2014 hatte das Team jeweils vier Siege durch Marcel Kittel (Arnstadt) eingefahren - diesmal hatte Giant den Topsprinter wegen Formschwäche aus dem Tour-Aufgebot gestrichen.

Im Kampf um das Grüne Trikot des Punktbesten zog Greipel zwar beim ersten Zwischensprint an Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) vorbei, im Etappenfinale holte sich der Slowake mit Platz zwei hinter Van Avermaet aber die Führung zurück.

Degenkolb lässt kräftig schuften

Degenkolb hat sein Team schon auf den ersten flachen 100 Kilometern kräftig arbeiten lassen. Seine Giant-Kollegen spannten sich vor das Peloton und ließen eine sechsköpfige Fluchtgruppe, die sich bereits kurz nach dem Start in Muret gebildet hatte, nie gefährlich davonziehen. "Unsere große Aufgabe ist es heute, dass es zu einem Sprint kommt", hatte Degenkolbs niederländischer Helfer Koen de Kort gesagt.

Das Peloton leistete Maßarbeit: 300 Meter vor dem Ziel und damit nach fast 198,5 km waren die letzten Ausreißer gestellt, das große Hauen und Stechen zwischen den bergfesten Sprintern begann.

Tour de France 2015: Die Gesamtwertung

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