Dienstag, 10.07.2012

Zwischenzeugnisse für die Tour

Der Koteletten-Killer und Bullshit-Klödi

Die ersten zehn Tage verschwinden im Rückspiegel, der Tour-Tross nimmt sich die erste Auszeit. Eine Möglichkeit für SPOX, kurz innezuhalten, Zwischenzeugnisse zu verteilen und einen Ausblick zu wagen.

Zwölf Etappen liegen noch vor dem Fahrerfeld. Welche Erkenntnisse gab es bisher?
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Zwölf Etappen liegen noch vor dem Fahrerfeld. Welche Erkenntnisse gab es bisher?

Tops

Der Koteletten-Killer: Bradley Wiggins

Liegt es an seinem buschigen roten Backenbart? Windschnittig sind die Dinger eigentlich nicht, aber vielleicht verbirgt sich darin auch ein raffiniertes Kühlsystem... Spaß beiseite: Bradley Wiggins ist der Dominator der diesjährigen Tour de France. In den bisherigen Bergen blieb der Favorit auf den Gesamtsieg ohne Fehl und Tadel und spielte dann im Zeitfahren seine Trümpfe aus: Fast zwei Minuten liegt er schon vor Evans - und ein Kampf gegen die Uhr kommt ja noch.

Kann Evans ihm in den Bergen wirklich vier Minuten abnehmen? Es fällt schwer, daran zu glauben - schließlich hat Wiggins ein bockstarkes Team im Rücken, sollte ihn doch einmal eine Schwächephase ereilen. Vielleicht kommt der Hauptkonkurrent auf den Titel sogar aus dem eigenen Team (siehe unten), und der wird ihn wohl kaum angreifen. Die harte Vorbereitung, die für die Berge weggehungerten Kilos, die Konzentration auf die Tour: Bisher hat es sich für den früheren Bahnrad-Olympiasieger voll bezahlt gemacht. Nur sein Umgang mit der Presse lässt noch zu wünschen übrig. Kritiker, die bei seiner Leistung an verbotene Mittel denken würden, seien alle "fucking wankers", schimpfte Wiggins am Sonntag - die feine englische Art ist das nicht.

Erster Dopingverdacht bei der Tour

Alles im Grünen Bereich: Peter Sagan

Fast 30 Jahre waren die letzten zehn Gewinner des Grünen Trikots im Schnitt alt. Peter Sagan ist mit seinen 22 Jahren noch recht grün hinter den Ohren - aber das hat den Slowaken bisher nicht gestoppt. "Ich versuche, das Grüne Trikot zu erobern", sagte der frühere Juniorenweltmeister auf dem Mountain-Bike vor der Tour. Nach den ersten neun Etappen kann man das finale Jersey für den Punktbesten in Paris eigentlich schon mit "Sagan" beflocken. Wer soll Sagan noch aufhalten?

Drei Etappensiege, sowohl bei leichten Anstiegen als auch auf flachen Zielgeraden, bei denen er die Konkurrenz teilweise schon zu Statisten degradierte. Da blieb auch Zeit für extravagante Posen für die Zielfotos: Forrest Gump haben wir schon gesehen, auch für den "Balotelli" blieb schon Zeit. Das schmeckt nicht allen Fahrern - muss es aber auch nicht. Sagan ist der Shootingstar der diesjährigen Tour.

Tour de France 2012: Die erste Woche in Bildern
Die Tour begann dieses Jahr in Lüttich. Tony Martin war einer der Favoriten auf den Sieg im Prolog. Aber er stürzte...
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Die Tour begann dieses Jahr in Lüttich. Tony Martin war einer der Favoriten auf den Sieg im Prolog. Aber er stürzte...
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...und machte so den Weg frei für Prolog-Maschine Fabian Cancellara. Der übernahm Gelb und gab es so schnell nicht mehr her
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...und machte so den Weg frei für Prolog-Maschine Fabian Cancellara. Der übernahm Gelb und gab es so schnell nicht mehr her
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Die erste Woche stand im Zeichen der Sprinter. Peter Sagan dominierte das Feld - da bleibt auch Zeit für den Forrest-Gump-Jubel
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Die erste Woche stand im Zeichen der Sprinter. Peter Sagan dominierte das Feld - da bleibt auch Zeit für den Forrest-Gump-Jubel
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Aber auch André Greipel schlug zu und fuhr zwei Tagessiege heraus - einen mehr als Mark Cavendish (l.)
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Aber auch André Greipel schlug zu und fuhr zwei Tagessiege heraus - einen mehr als Mark Cavendish (l.)
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Aber Peter Sagan war einfach überragend. Drei Etappensiege - da blieb den arrivierten Sprintern nur das Nachsehen. Hulk angry!
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Aber Peter Sagan war einfach überragend. Drei Etappensiege - da blieb den arrivierten Sprintern nur das Nachsehen. Hulk angry!
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Die stärkste Mannschaft war ganz klar Sky. Mit Tourfavorit Bradley Wiggins (r.) und seinen Koteletten dominierten sie das Feld
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Die stärkste Mannschaft war ganz klar Sky. Mit Tourfavorit Bradley Wiggins (r.) und seinen Koteletten dominierten sie das Feld
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Titelverteidiger Cadel Evans (r.) ließ sich von Wiggins aber nicht abschütteln. Zehn Sekunden trennten die beiden nach sieben Etappen
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Titelverteidiger Cadel Evans (r.) ließ sich von Wiggins aber nicht abschütteln. Zehn Sekunden trennten die beiden nach sieben Etappen
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Leider gab es wieder einige brutale Stürze. 17 Fahrer mussten bereits in Woche eins aufgeben, manche verletzten sich schwer
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Leider gab es wieder einige brutale Stürze. 17 Fahrer mussten bereits in Woche eins aufgeben, manche verletzten sich schwer
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Auf der siebten Etappe gab es die erste Bergankunft. Bradley Wiggins fuhr ganz vorne mit und luchste Cancellara das Maillot Jaune ab
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Auf der siebten Etappe gab es die erste Bergankunft. Bradley Wiggins fuhr ganz vorne mit und luchste Cancellara das Maillot Jaune ab
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"UK Postal": Team Sky

Bradley Wiggins hat wohl das stärkste Team, mutmaßte man vor der Tour. Gleichzeitig versuchte Teamchef David Brailsford aber auch die Quadratur des Kreises: Wiggins sollte die Tour, Mark Cavendish - mit lediglich Bernhard Eisel als Anfahrer - die Etappen und das Grüne Trikot gewinnen. Während der Sprinter damit trotz Etappensieg seine liebe Müh und Not hat, erinnert der Zug vor Wiggins schon an die dominanten Zeiten eines US Postal, das für Lance Armstrong die Konkurrenz teilweise in Grund und Boden fuhr.

Gut, die waren damals vollgepackt mit tollen Sachen, die die Beine schneller machen. Aber wie Rogers, Porte und Froome das Feld am La Planche des Belles Filles explodieren ließen, und Letzterer auch noch die Etappe gewann, zeigt: Wenn Wiggins die Tour nicht gewinnt, lag es nicht an seinen Helfern.

Gorilla ganz vorn: André Greipel

Spätestens in diesem Jahr hat Greipel offiziell die Nachfolge von Sprint-Legende Erik Zabel angetreten. Nachdem er bereits 2011 eine Etappe gewinnen konnte, machen die zwei Erfolge bisher - zwei zweite Plätze nicht zu vergessen - deutlich, dass es keine Eintagsfliege war: Deutschland hat wieder einen Mann für die letzten Meter.

Dabei ließ er sich auch von diversen Stürzen und einer ausgekugelten Schulter am Freitag nicht stoppen. Damit muss er sich nun über die Berge quälen, aber bereits jetzt ist die Tour für Greipel und sein Team ein voller Erfolg. Wer weiß: Vielleicht geht auch noch was in Richtung Grün.

Tour de France 2012: Alle Etappen im Profil
Die 99. Tour de France bietet auf einer Strecke von 3497 km neun Flachetappen, vier hügelige Abschnitte, zwei Zeitfahren und fünf Tage am Berg. SPOX stellt die Etappen vor
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Die 99. Tour de France bietet auf einer Strecke von 3497 km neun Flachetappen, vier hügelige Abschnitte, zwei Zeitfahren und fünf Tage am Berg. SPOX stellt die Etappen vor
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Samstag, 30. Juni: Prolog in Lüttich (6,4 km)
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Samstag, 30. Juni: Prolog in Lüttich (6,4 km)
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Sonntag, 1. Juli: 1. Etappe von Lüttich nach Seraing (198 km)
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Sonntag, 1. Juli: 1. Etappe von Lüttich nach Seraing (198 km)
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Montag, 2. Juli: 2. Etappe von Visé nach Tournai (207,5 km)
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Montag, 2. Juli: 2. Etappe von Visé nach Tournai (207,5 km)
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Dienstag, 3. Juli: 3. Etappe von Orchies nach Boulogne-sur-Mer (197 km)
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Dienstag, 3. Juli: 3. Etappe von Orchies nach Boulogne-sur-Mer (197 km)
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Mittwoch, 4. Juli: 4. Etappe von Abbeville nach Rouen (214,5 km)
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Mittwoch, 4. Juli: 4. Etappe von Abbeville nach Rouen (214,5 km)
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Donnerstag, 5. Juli: 5. Etappe von Rouen nach Saint-Quentin (196,5 km)
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Donnerstag, 5. Juli: 5. Etappe von Rouen nach Saint-Quentin (196,5 km)
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Freitag, 6. Juli: 6. Etappe von Épernay nach Metz (207,5 km)
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Freitag, 6. Juli: 6. Etappe von Épernay nach Metz (207,5 km)
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Samstag, 7. Juli: 7. Etappe von Tomblaine nach La Planche des Belles Filles (199 km)
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Samstag, 7. Juli: 7. Etappe von Tomblaine nach La Planche des Belles Filles (199 km)
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Sonntag, 8. Juli: 8. Etappe von Belfort nach Porrentruy (157,5 km)
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Sonntag, 8. Juli: 8. Etappe von Belfort nach Porrentruy (157,5 km)
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Montag, 9. Juli: 9. Etappe von Arc-et-Senans nach Besancon (41,5 km Einzelzeitfahren)
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Montag, 9. Juli: 9. Etappe von Arc-et-Senans nach Besancon (41,5 km Einzelzeitfahren)
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Mittwoch, 11. Juli: 10. Etappe von Mâcon nach Bellegarde-sur-Valserine (194,5 km)
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Donnerstag, 12. Juli: 11. Etappe von Albertville nach La Toussuire (148 km)
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Donnerstag, 12. Juli: 11. Etappe von Albertville nach La Toussuire (148 km)
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Freitag, 13. Juli: 12. Etappe von Saint-Jean-de-Maurienne nach Annonay Davézieux (226 km)
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Samstag, 14. Juli: 13. Etappe von Saint-Paul-Trois-Châteaux nach La Cap d'Agde (217 km)
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Sonntag, 15. Juli: 14. Etappe von Limoux nach Foix (191 km)
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Sonntag, 15. Juli: 14. Etappe von Limoux nach Foix (191 km)
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Montag, 16. Juli: 15. Etappe von Samatan nach Pau (158,5 km)
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Montag, 16. Juli: 15. Etappe von Samatan nach Pau (158,5 km)
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Mittwoch, 18. Juli: 16. Etappe von Pau nach Bagnères-de-Luchon (197 km)
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Mittwoch, 18. Juli: 16. Etappe von Pau nach Bagnères-de-Luchon (197 km)
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Donnerstag, 19. Juli: 17. Etappe von Bagnères-de-Luchon nach Peyragudes (143,5 km)
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Donnerstag, 19. Juli: 17. Etappe von Bagnères-de-Luchon nach Peyragudes (143,5 km)
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Freitag, 20. Juli: 18. Etappe von Blagnac nach Brive-la-Gaillarde (222,5 km)
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Freitag, 20. Juli: 18. Etappe von Blagnac nach Brive-la-Gaillarde (222,5 km)
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Samstag, 21. Juli: 19. Etappe von Bonneval nach Chartres (53,5 km Einzelzeitfahren)
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Samstag, 21. Juli: 19. Etappe von Bonneval nach Chartres (53,5 km Einzelzeitfahren)
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Sonntag, 22. Juli: 20. Etappe von Rambouillet nach Paris (120 km)
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Sonntag, 22. Juli: 20. Etappe von Rambouillet nach Paris (120 km)
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Die Edelhelfer / Angreifer: Christopher Froome, Tejay Van Garderen

Es ist schon mehr als überraschend, dass Sky und BMC je zwei Männer unter den Top Ten der Gesamtwertung haben. Noch überraschender ist, dass beide gute Chancen darauf haben, auch in Paris zu den besten Fahrern zu gehören. Van Garderen, der erst 23-jährige Amerikaner, hat zwei hervorragende vierte Plätze in den beiden Fahrten gegen die Uhr abgeliefert und war dabei jeweils schneller als sein Kapitän Cadel Evans. In den Bergen hapert es zwar noch ein bisschen, aber wenn er sich bei den Anstiegen noch etwas steigern kann, könnte er den Sprung vom Domestiken zum Teamleader bald schaffen - Evans ist schließlich nicht mehr der Jüngste.

Chris Froome, der gebürtige Kenianer, ist spätestens seit dem gestrigen Einzelzeitfahren ein ganz heißer Kandidat auf das Podium. Am Berg ist er bisher so ziemlich der beste Fahrer, und nach dem zweiten Platz in Besancon trennen ihn nur 14 Sekunden von Evans, den er im Zeitfahren offensichtlich in die Tasche steckt. Also warum nicht Zweiter der Tour werden? So ähnlich wie Jan Ullrich 1996 hinter seinem Kapitän Bjarne Riis. Van Garderens Vorteil: Wenn Evans gegen Wiggins alt aussieht, darf er vielleicht attackieren, Froome dagegen wird bei dieser Tour erst einmal im Windschatten seines Kapitäns bleiben müssen.

Der Prolog-Profi: Fabian Cancellara

Die Schweizer Zeitfahrmaschine hat den Tour-Auftakt bisher unglaubliche fünf Mal gewonnen. Ob es erst fünf oder schon fünf Siege sind, liegt im Auge des Betrachters. Fest steht: Auf kurzen Strecken zeigt er allen anderen Fahrern, was eine Harke ist. Auf längeren Kursen gegen die Uhr ist er auch nicht ganz so schlecht, siehe Olympiagold und vier Weltmeistertitel. Aber es sind die Prologe, die ihm in seiner Karriere bisher insgesamt 28 Tage im Gelben Trikot eingebracht haben - mehr als Jan Ullrich und die Gebrüder Schleck zusammen.

Auch dieses Jahr fuhr er bis zur siebten Etappe in Gelb, und das nur, weil er auf 6,4 km sieben Sekunden schneller war als Bradley Wiggins. Kurze Strecke, lange Wirkung!Wenn man dann noch berücksichtigt, dass er im Frühling wochenlang mit gebrochenem Schlüsselbein außer Gefecht war, ist die Leistung umso bemerkenswerter. Am Montag reichte es im Zeitfahren zwar nur zu Platz drei, bei Olympia soll es aber noch weiter nach oben gehen. Cancellara wird aus der Tour aussteigen, um sich voll auf die Spiele zu konzentrieren - ein Vorteil gegenüber Wiggins.

Die Toursieger der letzten 15 Jahre
Am Mont Ventoux ließ er Pantani (r.) noch gewinnen. Aber am zweiten Sieg von Armstrong konnte im Jahr 2000 weder der noch Jan Ullrich etwas ändern (Titel annulliert)
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Am Mont Ventoux ließ er Pantani (r.) noch gewinnen. Aber am zweiten Sieg von Armstrong konnte im Jahr 2000 weder der noch Jan Ullrich etwas ändern (Titel annulliert)
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Die Tour 2001 ging in die Geschichte ein: Armstrong mimte am Berg den Leidenden, warf dann Ullrich den berühmten Blick über die Schulter zu - und weg war er! (Titel annulliert)
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Die Tour 2001 ging in die Geschichte ein: Armstrong mimte am Berg den Leidenden, warf dann Ullrich den berühmten Blick über die Schulter zu - und weg war er! (Titel annulliert)
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Beim vierten Streich von Armstrong im Jahr 2002 war Ullrich nicht am Start, dementsprechend ungefährdet radelte der Dominator zum Sieg (Titel annulliert)
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Beim vierten Streich von Armstrong im Jahr 2002 war Ullrich nicht am Start, dementsprechend ungefährdet radelte der Dominator zum Sieg (Titel annulliert)
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Ein Jahr später bot sich ein anderes Bild: Ullrich verlangte Armstrong alles ab. 61 Sekun- den betrug am Ende sein Vorsprung, aber es reichte zum fünften Sieg (Titel annulliert)
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Ein Jahr später bot sich ein anderes Bild: Ullrich verlangte Armstrong alles ab. 61 Sekun- den betrug am Ende sein Vorsprung, aber es reichte zum fünften Sieg (Titel annulliert)
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Keine Geschenke gab es 2004: Armstrong holte sich fünf Etappensiege und das Mannschaftszeitfahren - der sechste Sieg in Serie! (Titel annulliert)
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Keine Geschenke gab es 2004: Armstrong holte sich fünf Etappensiege und das Mannschaftszeitfahren - der sechste Sieg in Serie! (Titel annulliert)
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Sieben auf einen Streich: Der letzte Sieg des Texaners gelang ihm 2005. Wegen Doping wurden Armstrong aber alle Titel wieder aberkannt (Titel annulliert)
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Sieben auf einen Streich: Der letzte Sieg des Texaners gelang ihm 2005. Wegen Doping wurden Armstrong aber alle Titel wieder aberkannt (Titel annulliert)
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Eigentlich gewann Floyd Landis die Tour 2006. Drei Tage später flog er wegen Dopingmissbrauchs auf und aus dem Klassement. Der Titel ging an Oscar Pereiro
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Eigentlich gewann Floyd Landis die Tour 2006. Drei Tage später flog er wegen Dopingmissbrauchs auf und aus dem Klassement. Der Titel ging an Oscar Pereiro
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2007 holte Alberto Contador (r.) seinen ersten Sieg. Am Berg war der Spanier eine Klasse für sich. Winokurow und der Däne Rasmussen (l.) wurden des Dopings überführt
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2007 holte Alberto Contador (r.) seinen ersten Sieg. Am Berg war der Spanier eine Klasse für sich. Winokurow und der Däne Rasmussen (l.) wurden des Dopings überführt
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Überraschung! 2008 gewann der Spanier Carlos Sastre in Alpe d'Huez und siegte in Paris mit 58 Sekunden Vorsprung vor Cadel Evans
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Überraschung! 2008 gewann der Spanier Carlos Sastre in Alpe d'Huez und siegte in Paris mit 58 Sekunden Vorsprung vor Cadel Evans
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Ihn konnte auch das Comeback von Lance Armstrong nicht stoppen: Souverän holte sich Alberto Contador 2009 seinen zweiten Toursieg
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Ihn konnte auch das Comeback von Lance Armstrong nicht stoppen: Souverän holte sich Alberto Contador 2009 seinen zweiten Toursieg
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Der Luxemburger Andy Schleck (M.) bekam den Toursieg 2010 am grünen Tisch zugesprochen: Contador (l.) hatte gedopt. Verunreinigtes Steak - na klar!
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Der Luxemburger Andy Schleck (M.) bekam den Toursieg 2010 am grünen Tisch zugesprochen: Contador (l.) hatte gedopt. Verunreinigtes Steak - na klar!
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2011 durfte sich der Australier Cadel Evans in die Siegerliste eintragen. Im Zeitfahren und am Berg zermürbte er unter anderem die Gebrüder Schleck
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2011 durfte sich der Australier Cadel Evans in die Siegerliste eintragen. Im Zeitfahren und am Berg zermürbte er unter anderem die Gebrüder Schleck
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2012 fuhr Bradley Wiggins im Gelben Trikot am Triumphbogen vorbei. Er ist der erste Brite überhaupt, der die Frankreich-Rundfahrt gewinnen konnte
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2012 fuhr Bradley Wiggins im Gelben Trikot am Triumphbogen vorbei. Er ist der erste Brite überhaupt, der die Frankreich-Rundfahrt gewinnen konnte
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Wieder Sky! Auch 2013 triumphierte das britische Team bei der Tour de France. Christopher Froome wurde der Nachfolger von Bradley Wiggins
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Wieder Sky! Auch 2013 triumphierte das britische Team bei der Tour de France. Christopher Froome wurde der Nachfolger von Bradley Wiggins
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Vincenzo Nibali (M.) ließ bei der 2014er Tour de France nie Zweifel an seinem Sieg aufkommen und dominierte nach Belieben
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Vincenzo Nibali (M.) ließ bei der 2014er Tour de France nie Zweifel an seinem Sieg aufkommen und dominierte nach Belieben
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Anfangs wie eine Maschine, am Ende mit Schwächen: Trotzdem reichte es für Froome in Paris
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Anfangs wie eine Maschine, am Ende mit Schwächen: Trotzdem reichte es für Froome in Paris
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Allons enfants de la patrie - die Franzosen

Der letzte französische Sieger der Tour liegt bereits 27 Jahre zurück. Seit Bernard Hinault muss die stolze Nation Amerikaner, Spanier, und andere Gäste auf dem Tour-Thron akzeptieren und ergattert höchstens noch ein paar Auszeichnungen für die besten Nebendarsteller. Siegfahrer hat man nicht, Sprinter auch nicht. Dass das französische Trauma nicht die Ausmaße der Briten beim Thema Wimbledon erreicht, dafür ist dieses Jahr aber gesorgt.

Mit Jungspund Thibaut Pinot wurde bereits ein Etappensieg gefeiert, und in der Gesamtwertung hat man immerhin Masse statt Klasse zu bieten: Fünf Franzosen unter den besten 25, mehr als jedes andere Land. Tony Gallopin und Pinot haben realistische Chancen auf das Weiße Trikot, Sylvain Chavanel überzeugt im Zeitfahren, und Ausreiß-Recken wie Thomas Voeckler und Pierre Roland werden sich in den kommenden 10 Tagen wohl noch das eine oder andere Mal zeigen. Der ersehnte Tour-Sieg ist auch dieses Jahr außer Reichweite, aber mit dem bisher Erreichten kann man zufrieden sein.

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Stefan Petri

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