Samstag, 30.06.2012

Tony Martin vom Pech verfolgt

Fabian Cancellara gewinnt Tour-Auftakt

Fabian Cancellara hat den Prolog der 99. Tour de France vor Bradley Wiggins gewonnen. Der Schweizer Olympiasieger von 2008 absolvierte den Rundkurs in Lüttich sieben Sekunden schneller als Tour-Favorit Bradley Wiggins. Titelverteidiger Cadel Evans wurde 13., Tony Martin musste nach guter erster Zwischenzeit aufgrund eines platten Reifens sein Rad wechseln und verlor dadurch viel Zeit.

Cancellara war von der Konkurrenz nicht zu schlagen und holte sich seinen vierten Tour-Prolog
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Cancellara war von der Konkurrenz nicht zu schlagen und holte sich seinen vierten Tour-Prolog

Auf dem 6,4 km langen Rundkurs in der belgischen Metropole ging Cancellara um 17.16 Uhr als Vorletzter ins Rennen und entriss dem Briten Bradley Wiggins noch den Tagessieg. Sieben Minuten und 13 Sekunden brauchte Cancellara für den Stadt-Parcours und startet morgen im Maillot Jaune.

Für den deutschen Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin war es dagegen ein Tag zum Vergessen. Nach der ersten Zwischenzeit lag der Cottbusser noch aussichtsreich im Rennen und hätte um den Etappensieg mitfahren können, aber ein Plattfuß am Hinterrad beendete seine Ambitionen auf das Gelbe Trikot.

"Am ersten Kreisverkehr wurde es rutschig, dann habe ich gemerkt, dass ich hinten einen Platten habe und musste das Rad wechseln. Ich bin sehr enttäuscht. Ich lag gut in der Zeit und weiß nicht, wievel Zeit mich das gekostet hat. Es wäre eine sehr gute Zeit geworden", so Martin, der im Gesamtklassement nun mit 23 Sekunden Rückstand nur auf Rang 45 liegt. "Ich werde weiter kämpfen. Die beiden großen Zeitfahren kommen noch."

Kurz nach dem Rennen wurde bekannt, dass eine Glasscherbe der Grund für den platten Reifen gewesen sein soll.

Die Toursieger der letzten 15 Jahre
Am Mont Ventoux ließ er Pantani (r.) noch gewinnen. Aber am zweiten Sieg von Armstrong konnte im Jahr 2000 weder der noch Jan Ullrich etwas ändern (Titel annulliert)
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Am Mont Ventoux ließ er Pantani (r.) noch gewinnen. Aber am zweiten Sieg von Armstrong konnte im Jahr 2000 weder der noch Jan Ullrich etwas ändern (Titel annulliert)
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Die Tour 2001 ging in die Geschichte ein: Armstrong mimte am Berg den Leidenden, warf dann Ullrich den berühmten Blick über die Schulter zu - und weg war er! (Titel annulliert)
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Die Tour 2001 ging in die Geschichte ein: Armstrong mimte am Berg den Leidenden, warf dann Ullrich den berühmten Blick über die Schulter zu - und weg war er! (Titel annulliert)
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Beim vierten Streich von Armstrong im Jahr 2002 war Ullrich nicht am Start, dementsprechend ungefährdet radelte der Dominator zum Sieg (Titel annulliert)
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Beim vierten Streich von Armstrong im Jahr 2002 war Ullrich nicht am Start, dementsprechend ungefährdet radelte der Dominator zum Sieg (Titel annulliert)
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Ein Jahr später bot sich ein anderes Bild: Ullrich verlangte Armstrong alles ab. 61 Sekun- den betrug am Ende sein Vorsprung, aber es reichte zum fünften Sieg (Titel annulliert)
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Ein Jahr später bot sich ein anderes Bild: Ullrich verlangte Armstrong alles ab. 61 Sekun- den betrug am Ende sein Vorsprung, aber es reichte zum fünften Sieg (Titel annulliert)
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Keine Geschenke gab es 2004: Armstrong holte sich fünf Etappensiege und das Mannschaftszeitfahren - der sechste Sieg in Serie! (Titel annulliert)
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Keine Geschenke gab es 2004: Armstrong holte sich fünf Etappensiege und das Mannschaftszeitfahren - der sechste Sieg in Serie! (Titel annulliert)
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Sieben auf einen Streich: Der letzte Sieg des Texaners gelang ihm 2005. Wegen Doping wurden Armstrong aber alle Titel wieder aberkannt (Titel annulliert)
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Sieben auf einen Streich: Der letzte Sieg des Texaners gelang ihm 2005. Wegen Doping wurden Armstrong aber alle Titel wieder aberkannt (Titel annulliert)
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Eigentlich gewann Floyd Landis die Tour 2006. Drei Tage später flog er wegen Dopingmissbrauchs auf und aus dem Klassement. Der Titel ging an Oscar Pereiro
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Eigentlich gewann Floyd Landis die Tour 2006. Drei Tage später flog er wegen Dopingmissbrauchs auf und aus dem Klassement. Der Titel ging an Oscar Pereiro
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2007 holte Alberto Contador (r.) seinen ersten Sieg. Am Berg war der Spanier eine Klasse für sich. Winokurow und der Däne Rasmussen (l.) wurden des Dopings überführt
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2007 holte Alberto Contador (r.) seinen ersten Sieg. Am Berg war der Spanier eine Klasse für sich. Winokurow und der Däne Rasmussen (l.) wurden des Dopings überführt
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Überraschung! 2008 gewann der Spanier Carlos Sastre in Alpe d'Huez und siegte in Paris mit 58 Sekunden Vorsprung vor Cadel Evans
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Überraschung! 2008 gewann der Spanier Carlos Sastre in Alpe d'Huez und siegte in Paris mit 58 Sekunden Vorsprung vor Cadel Evans
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Ihn konnte auch das Comeback von Lance Armstrong nicht stoppen: Souverän holte sich Alberto Contador 2009 seinen zweiten Toursieg
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Ihn konnte auch das Comeback von Lance Armstrong nicht stoppen: Souverän holte sich Alberto Contador 2009 seinen zweiten Toursieg
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Der Luxemburger Andy Schleck (M.) bekam den Toursieg 2010 am grünen Tisch zugesprochen: Contador (l.) hatte gedopt. Verunreinigtes Steak - na klar!
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Der Luxemburger Andy Schleck (M.) bekam den Toursieg 2010 am grünen Tisch zugesprochen: Contador (l.) hatte gedopt. Verunreinigtes Steak - na klar!
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2011 durfte sich der Australier Cadel Evans in die Siegerliste eintragen. Im Zeitfahren und am Berg zermürbte er unter anderem die Gebrüder Schleck
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2011 durfte sich der Australier Cadel Evans in die Siegerliste eintragen. Im Zeitfahren und am Berg zermürbte er unter anderem die Gebrüder Schleck
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2012 fuhr Bradley Wiggins im Gelben Trikot am Triumphbogen vorbei. Er ist der erste Brite überhaupt, der die Frankreich-Rundfahrt gewinnen konnte
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2012 fuhr Bradley Wiggins im Gelben Trikot am Triumphbogen vorbei. Er ist der erste Brite überhaupt, der die Frankreich-Rundfahrt gewinnen konnte
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Wieder Sky! Auch 2013 triumphierte das britische Team bei der Tour de France. Christopher Froome wurde der Nachfolger von Bradley Wiggins
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Wieder Sky! Auch 2013 triumphierte das britische Team bei der Tour de France. Christopher Froome wurde der Nachfolger von Bradley Wiggins
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Vincenzo Nibali (M.) ließ bei der 2014er Tour de France nie Zweifel an seinem Sieg aufkommen und dominierte nach Belieben
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Vincenzo Nibali (M.) ließ bei der 2014er Tour de France nie Zweifel an seinem Sieg aufkommen und dominierte nach Belieben
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Anfangs wie eine Maschine, am Ende mit Schwächen: Trotzdem reichte es für Froome in Paris
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Anfangs wie eine Maschine, am Ende mit Schwächen: Trotzdem reichte es für Froome in Paris
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Wiggins setzt Ausrufezeichen

Der Brite vom Team Sky ist als einer der großen Favoriten auf den Gesamtsieg ins Rennen gegangen und bestätigte die gute Form des Frühahres. "Es ist die Tour de France: Man muss mitnehmen, was man kriegen kann", erklärte Wiggins vor dem Start und bekräftigte damit seine Ambitionen auf den Sieg im Prolog. Der frühere Bahnfahrer konnte dem Franzosen Sylvain Chavanel zunächst die Führung entreißen, Cancellara pulverisierte seine Zeit aber wenige Minuten später.

Trotzdem ist der Tag für Wiggins äußerst zufriedenstellend verlaufen. Der Sieger von 2011, der Australier Cadel Evans, verlor auf der kurzen Strecke zehn Sekunden auf Wiggins, andere Fahrer mit Hoffnung auf das Podium handelten sich schon große Rückstände ein: Der Luxemburger Fränck Schleck vom Team RadioShack-Nissan) liegt 38 Sekunden hinter Cancellara auf Rang 136, sieben Plätze dahinter liegt der Spanier Samuel Sanchez (Euskaltel-Euskadi).

Jens Voigt mit Rekord

Bester Deutscher wurde der Erfurter Patrick Gretsch vom Team HTC-Highroad auf Platz sieben, zwölf Sekunden hinter Cancellara. Sechs Sekunden dahinter fuhr Jens Voigt auf Platz 18 und stellte mit seiner insgesamt 16. Tour-Teilnahme einen neuen Deutschen Rekord auf. Bislang hatter er sich diesen mit Erik Zabel geteilt. Andreas Klöden wurde 19., Marcel Kittel 25., Christian Knees landete auf Platz 27.

Zum 17. startete der Amerikaner George Hincapie auf die "Grande Boucle" - das hat vor ihm noch niemand geschafft. Bisheriger Rekordhalter war der Niederländer Joop Zoetemelk. Hincapie, der bei allen sieben Toursiegen von Lance Armstrong an dessen Seite fuhr, bestreitet seine letzte Tour de France.

Am morgigen Montag startet die Tour dann mit der ersten Etappe von Lüttich nach Seraing über 198 Kilometer. Ein abwechslungsreiches Profil mit insgesamt fünf Bergwertungen der vierten Kategorie sorgt dafür, dass es für die Sprinter kein Selbstläufer wird. Fabian Cancellara wird im Gelben Trikot auf die Strecke gehen, aber besonders der 2,4 km lange Schlussanstieg in Seraing wird für ihn und seine Mannschaft eine Herausforderung.

Die Top Ten im Überblick

 

PlatzFahrerTeamZeit
1.Fabian CancellaraRadioShack-Nissan7:13
2.Bradley WigginsSky+ 0:07
3.Sylvain ChavanelOmega Pharma Quick Step+ 0:07
4.Tejay van GarderenBMC+ 0:10
5.Edvald Boasson HagenSky+ 0:11
6.Brett Daniel LancasterOrico-GreenEdge+ 0:11
7.Patrick GretschArgos-Shimano+ 0:12
8.Denis MenchovKatusha+ 0:13
9.Philippe GilbertBMC+ 0:13
10.Andriy GrivkoAstana+ 0:15

 

 

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