Mittwoch, 27.06.2012

Vor dem Start der Tour de France

Martin bereit für die Tage in Gelb

Zwischen Tony Martin und dem Ziel seiner Träume liegen 6,4 Kilometer. Die erste lange Kurve auf dem Boulevard de la Sauveniere kurz vor der königlichen Oper, die beiden Spitzkehren am Ufer der Maas, das technisch anspruchsvolle Stück am Place St. Lambert, die Zielgerade zum Parc d'Avroy.

Tony Martin rechnet sich bei den Zeitfahren der Tour de France gute Siegchancen aus
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Tony Martin rechnet sich bei den Zeitfahren der Tour de France gute Siegchancen aus

Jeden einzelnen Meter wird er sich einprägen, wenn er vor der am Samstag startenden Tour de France die Prologstrecke in Lüttich besichtigt. Martin wird nichts dem Zufall überlassen, um am Ende das erste Gelbe Trikot der 99. Frankreich-Rundfahrt von zwei hübschen Hostessen übergestreift zu bekommen.

Eigentlich sind diese kurzen Zeitfahren so gar nicht Martins Fall, der Motor des Weltmeisters braucht meist etwas länger, bevor er auf Touren kommt. Doch der Kurs in Lüttich kommt mit den langen Geraden seiner kraftvollen Art so entgegen, dass Martin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd sagt: "Die Chance ist definitiv da, ins Gelbe Trikot zu fahren."

Cancellara als Vorbild

Das beste Beispiel dafür ist ausgerechnet sein großer Rivale Fabian Cancellara. Der viermalige Weltmeister aus der Schweiz besiegte vor acht Jahren den übermächtigen Lance Armstrong in Lüttich auf einem nur wenig kürzeren Kurs und übernahm das Gelbe Trikot. Es war das erste seiner Karriere.

Dass Martin für seine Premiere in Gelb bereit ist, demonstrierte er eindrucksvoll bei den deutschen Meisterschaften, als er die Konkurrenz um Ex-Weltmeister Bert Grabsch in Grund und Boden fuhr. Doch so ganz geheuer ist dem 27-Jährigen der Prolog noch nicht. Martin lässt sich deshalb ein Hintertürchen in Sachen Gelbes Trikot offen. "Ich denke größer wird die Chance allerdings beim ersten langen Zeitfahren sein", sagt der gebürtige Cottbuser.

In den ersten neun Tagen der Tour will er deshalb vorne mitmischen und neben Levi Leipheimer als Co-Kapitän agieren. "Dann wird eine neue Taktik ausgegeben. Je nachdem wie die Lage ist", erklärt Martin.

Schmerzfrei in die Tour

Für manche ist es ohnehin verwunderlich, dass Martin in solch einer guten Verfassung zur Tour fährt. Es ist nur gut zweieinhalb Monate her, dass er sich mit mehreren Knochenbrüchen im Gesicht auf dem Asphalt seiner Schweizer Wahlheimat wiederfand. Eine Rentnerin hatte Martin schlicht übersehen und ihn mit ihrem Auto schmerzhaft vom Rad geholt.

Mittlerweile ist er völlig beschwerdefrei und rechtzeitig zur Tour in Form.

Denn bis zu seinem Sturz lief die Saison nicht allzu rund. Bei Paris-Nizza ging beim Vorjahressieger wenig, in beiden Zeitfahren war Martin chancenlos. Zuvor hatte er bei der Algarve-Rundfahrt eine knappe Niederlage im Zeitfahren gegen Bradley Wiggins erlitten. Der Brite, einer der großen Favoriten für den Tour-Sieg, war auch beim Criterium du Dauphine schneller als Martin. Am Samstag in Lüttich soll sich das Blatt wenden.

Radsport: Die Termine 2012

Tony Martin - die deutsche Radsporthoffnung in Bildern
"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
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Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
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Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
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Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
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Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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