Mittwoch, 20.04.2016

Dopingarzt Michele Ferrari

Motordoping im Radsport seit 2005

Der lebenslang gesperrte italienische Dopingarzt Michele Ferrari glaubt fest an die Anwendung von sogenanntem "Motordoping" im internationalen Radsport.

Radfahrer bei der Tour of Qatar
© getty
Radfahrer bei der Tour of Qatar

"Ich habe selber elektrisch angetriebene Räder getestet. Die Vorteile sind offenkundig. Sie werden bei Rennen seit 2005 verwendet. Niemand hat Interesse, das ans Licht zu bringen. Doch früher oder später wird jemand darüber berichten", sagte der mit Lance Armstrong eng verbundene Ferrari nach Angaben der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera am Mittwoch.

Die Bewegung für glaubwürdigen Radsport (MPCC) forderte derweil vom Radsport-Weltverband, die Räder der Topfahrer systematisch auf unerlaubte elektronische und mechanische Hilfsmittel zu testen.

"Es muss eine sofortige interne Untersuchung eingeleitet werden. Alle Möglichkeiten müssen ausgeschöpft werden, um die Integrität des Sports vor Betrügern zu schützen", hieß es in einem Statement der MPCC.

Belgierin wurde überführt

Die Debatte über illegale technische Hilfsmittel wurde nach Recherchen der italienischen Zeitung Corriere della Sera und des französischen TV-Senders Stade 2 zuletzt neu entfacht.

Demnach waren beim Eintagesrennen Strade Bianche sowie beim Etappenrennen Coppi e Bartali im März mit Hilfe von Wärmebildkameras auffällige Temperaturwerte an sieben Rädern festgestellt worden.

Der Radsport-Weltverband UCI setzt bei der Aufklärung von Motordoping auf Magnetresonanz-Untersuchungen per Tablet und bezeichnete diese Methode in einer Stellungnahme unlängst als "äußerst effizient".

Ende Januar war durch diese Methode die Belgierin Femke van den Driessche im U23-Rennen der Radcross-Weltmeisterschaften des Motordopings überführt worden.


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