Kluge rast fulminant zu Silber

SID
Samstag, 05.03.2016 | 22:42 Uhr
Als erster deutscher Bahnradfahrer gewann Roger Kluge im Omnium Edelmetall
© getty
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Roger Kluge (Eisenhüttenstadt) hat als erster deutscher Bahnradfahrer eine WM-Medaille im olympischen Mehrkampfwettbewerb Omnium gewonnen. Auf dem Olympia-Oval in London von 2012 belegte der 30-Jährige nach sechs Disziplinen mit 191 Punkten den zweiten Platz und sicherte sich Silber.

Roger Kluge rollte nach dem Gewinn der Silbermedaille mit einem breiten Grinsen über das Olympia-Oval von London, da klopfte ihm sogar Sprint-Superstar Mark Cavendish anerkennend auf die Schulter. Der Eisenhüttenstädter gewann am Samstag als erster deutscher Bahnradfahrer WM-Edelmetall im olympischen Mehrkampfwettbewerb Omnium und bescherte dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) die insgesamt sechste Podestplatzierung in der britischen Hauptstadt.

Kluge, bei der Omnium-Olympiapremiere vor vier Jahren an gleicher Stelle Vierter, musste am Samstagabend nur dem punktgleichen kolumbianischen Titelverteidiger Fernando Gaviria (191) den Vortritt lassen. Bronze ging an den Australier Glenn O'Shea (191).

Starke Leistung im abschließenden Punktefahren

Kluge war nach fünf Disziplinen mit einem Rückstand von 44 Zählern auf den bis dato führenden Italiener Elia Viviani in das abschließende Punktefahren gegangen. Doch über 160 Runden und 40 km zeigte der 30-Jährige ein taktisch cleveres Rennen, erzielte zwei Rundengewinne und konnte wenig später seine Trophäe bei der Siegerehrung in Empfang nehmen. Cavendish, Sprint-Legende im Straßenradsport, musste sich mit 161 Punkten mit den sechsten Rang zufrieden geben.

Kluge bewahrte die BDR-Athleten auch vor dem ersten medaillenlosen Wettkampftag in London. Zuvor hatte Titelverteidigerin Stephanie Pohl im nicht-olympsichen Punktefahren das Podest verpasst. Die Goldmedaille ging an die Polin Katarzyna Pawlowska (15 Punkte), Zweite wurde Jasmin Glaesser aus Kanada vor der Kubanerin Arlenis Sierra (beide 14).

Pohl kann bei den Damen ihren Titel nicht verteidigen

"Weltmeister zu werden, ist einfach, es nochmal zu machen, umso schwerer", sagte Pohl, die mit dem Vierer in der Qualifikation gescheitert war: "Ich habe alles gegeben, ich bin mit dem sechsten Platz zufrieden." Pohl (7) hatte in den Zwischensprints zu wenige Punkte gesammelt und verpasste dann den erhofften Rundengewinn.

Gute Chancen auf einen weiteren Auftritt auf dem Podium hat Sprinterin Kristina Vogel. Die Keirin-Weltmeisterin und Drittplatzierte im Teamsprint steht im Viertelfinale des Sprintturniers und trifft dort am Sonntag auf Natasha Hansen aus Neuseeland. Im Achtelfinale hatte sie die Australierin Anna Meares ausgeschaltet.

"Gegen Anna Meares war es kein Bilderbuchlauf, eher ein bisschen Krawall. Aber das muss manchmal sein. So zu gewinnen, stimmt mich trotzdem positiv", sagte Vogel.

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