Radsport

Martin erwägt Tour-Verzicht

SID
Verzichtet Tony Martin auf die Tour de France?
© getty

Zeitfahr-Spezialist Tony Martin schließt für seinen Traum vom Olympia-Gold in Rio de Janeiro sogar einen Verzicht auf die Tour de France 2016 nicht aus.

"Es gibt mehrere Möglichkeiten, Rio vorzubereiten. Den Giro d'Italia zu fahren, wäre auch eine", sagte der 30-Jährige, und fügte an: "Zunächst aber wollen wir den Streckenverlauf der Tour abwarten und sehen, was ich dort für Ziele hätte."

Der komplette Kurs für die Tour 2016 wird am 20. Oktober präsentiert. Bislang ist offiziell nur bekannt, dass der Grand Départ am Fuße der weltbekannten Abtei Mont-Saint-Michel stattfindet und dabei mit einer Flachetappe durch die Normandie aufwartet. Bei der diesjährigen Tour hatte Martin erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot erobert.

Trotz seines enttäuschenden WM-Auftritts plagen Martin mit Blick auf Olympia 2016 keine Selbstzweifel. "Ich lasse mich von keiner Kurzschlussreaktion leiten und werde Saison- oder Lebensziele über den Haufen werfen. Ich gehe bis jetzt davon aus, dass es ein schlechter Tag war und es nicht sein sollte", sagte er am Rande der Titelkämpfe in Richmond/Virginia.

"Ich habe es erst einmal verdrängt"

Martin versicherte, er werde "bei den nächsten Zeitfahren wieder mit voller Moral am Start stehen". Allerdings gestand der gebürtige Cottbuser ein, eine der größten Niederlagen seiner Laufbahn noch "nicht wirklich" verarbeitet zu haben. "Ich habe es erst einmal verdrängt, es mental komplett zurückgestellt. Es wäre nicht förderlich, jetzt Trübsal zu blasen", sagte Martin, der am Mittwoch im WM-Einzelzeitfahren als Top-Favorit angetreten, dann aber nur Siebter geworden war.

Im Straßenrennen zum WM-Abschluss am Sonntag wird sich der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister in den Dienst von John Degenkolb und André Greipel stellen. "Mit John und André haben wir zwei Top-Favoriten, die in verschiedensten Rennsituationen um die Medaillen mitfahren können", sagte Martin.

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