Ferrari & Team Astana schwer belastet

SID
Sonntag, 07.12.2014 | 10:46 Uhr
Michele Ferrari ist im Visier italienischer Behörden
© getty
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Aus den Doping-Untersuchungen der italienischen Justiz in Padua gehen neue belastende Fakten um Lance Armstrongs skandalumwitterten Ex-Arzt Michele Ferrari hervor, der laut den Ermittlern enge Beziehungen zum Astana-Team von Tour-de-France-Sieger Vincenzo Nibali pflegt.

Ferrari und sein Sohn Sergio würden gemeinsam Mitglieder der kasachischen Radsport-Equipe betreuen, steht in einem 550-seitigen Dossier der Carabinieri. Das berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".

Wenige Tage vor der Entscheidung des Radsport-Weltverbandes UCI über die World-Tour-Lizenz von Astana nimmt der Druck auf das Team damit weiter zu. Das Schriftstück, das auch Vorwürfe zu Triathleten und Biathleten enthält, wurde an das Anti-Doping-Tribunal des Olympischen Komitees Italiens (CONI) weitergereicht, die Ermittlungen dauern aber weiterhin an. Staatsanwalt Benedetto Roberti hatte die angeblich 70 Personen umfassenden Untersuchungen vor vier Jahren begonnen.

Ferrari-Kundschaft nimmt wieder zu

Laut "Repubblica" nehme die Kundschaft des lebenslang gesperrten Ferrari wieder zu. Aus abgehörten Telefongesprächen von Ferraris Sohn gehe wohl hervor, dass Astanas Generaldirektor Alexander Winokurow ihn um die Betreuung von zwölf Radprofis gebeten habe. Keine Vorwürfe werden gegen Nibali erhoben. Belastet wird jedoch dessen Trainer Paolo Slongo, der laut den Carabinieri "häufige Kontakte" zu Ferrari unterhält.

Aus dem Dossier ließen sich auch enge Beziehungen zwischen Ferrari und Radprofis wie Michele Scarponi, Filippo Pozzato oder Winokurow in den Jahren zwischen 2008 und 2011 ableiten, berichtete das Blatt. Ferrari habe sie auf Teneriffa empfangen. "Vor Ferraris Wohnmobil standen Radprofis Schlange. Wer von Ferrari behandelt wurde, siegte", berichtete La Repubblica.

Der Arzt, auch "Dottore Epo" genannt, galt als eine der Schlüsselfiguren in Armstrongs Dopingsystem. Ferrari war 2004 wegen Sportbetrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zwei Jahre später belegte ihn der italienische Radsportverband mit einer lebenslangen Sperre und verbot allen italienischen Radprofis eine Zusammenarbeit.

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