Deutsche Meisterschaften in Balve

Dressur: Rath und Totilas erneut nur Zweite

SID
Sonntag, 03.06.2012 | 13:55 Uhr
Matthias Rath auf Totilas absolvierte die Kür zur Musik von Michael Jackson
© spox
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Millionen-Pferd Totilas ist gut 50 Tage vor den Olympischen Spielen nur noch die Nummer zwei im deutschen Dressursport. Bei den nationalen Meisterschaften in Balve musste sich der zwölfjährige Hengst mit Reiter Matthias Rath (Kronberg) am Sonntag auch in der Kür zur Musik von Michael Jackson mit dem Silberrang begnügen.

Wie schon im Grand Prix Special am Vortag waren Helen Langehanenberg (Havixbeck) und Damon Hill das überragende Paar und sicherten sich mit persönlicher Rekordpunktzahl von 88,40 Zählern ihren zweiten DM-Titel. Rath und Totilas, die im Vorjahr noch beide DM-Prüfungen für sich entschieden hatten, lagen mit 86,75 Punkten knapp vor der drittplatzierten Kristina Sprehe (Dinklage/86,50) mit Desperados.

Den Meistertitel bei den Springreitern sicherte sich im völlig verregneten Sauerland überraschend Marc Bettinger. Auf Oh D'Eole war der in Belgien lebende Bettinger in 34,89 Sekunden der schnellste Reiter im Stechen vor Janne Friederike-Meyer (Schenefeld/37,61) mit Lambrasco. Platz drei ging an Rolf Moormann (Großenkneten) mit Acorte. Meyer hatte am Samstag bereits den DM-Titel bei den Amazonen gewonnen und verpasste nur knapp das Double sowie als zweite Frau nach Meredith Michaels-Beerbaum 2008 und 2010 den Titel bei den Männern.

"Das ist kein Weltuntergang"

Matthias Rath war nach seinem Kür-Auftritt zur Musik von Michael Jackson auch mit dem erneuten zweiten Platz zufrieden. "Das ist kein Weltuntergang. Heute habe ich die Fehler in den Zweierwechseln gemacht. Wenn ich die abstelle, sind noch zwei bis drei Prozent mehr drin", sagte Rath. Gemeinsam mit der Kür-Fünften Anabel Balkenhol (Rosendahl) auf Dablino wurden die drei Medaillengewinner von Balve für die deutsche Equipe im Nationenpreis beim CHIO in Aachen nominiert.

Dort wird Bundestrainer Jonny Hilberath am 8. Juli auch seine drei Reiter für den olympischen Teamwettbewerb sowie einen Reiter nur für die Einzelentscheidung benennen. Langehanenberg, Rath und Sprehe sind die heißesten Kandidaten auf ein London-Ticket. Für das Trio wäre es die erste Teilnahme an Sommerspielen überhaupt. "Wir haben schon eine hochkarätige DM gesehen. Die Resultate sprechen für sich", sagte Hilberath im Hinblick auf die internationale Konkurrenz und die zahlreichen Ritte weit über 80 Prozent in Balve.

Dämpfer für Beerbaum und Werth

Auch bei den Springreitern fällt nach dem CHIO die Entscheidung über die Olympia-Starter, hier war die DM allerdings nur eine Sichtung unter vielen. Einen Dämpfer musste der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) hinnehmen.

Nach null Fehlern am Freitag schied er mit Gotha nach einem Sturz im dritten Umlauf aus. Besser erging es auch der fünfmaligen Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) nicht.

Nachdem ihr Toppferd Don Johnson am Freitag im Grand Prix schon nach wenigen Sekunden plötzlich lahmte und aufgeben musste, blieb sie mit El Santo als Neunte weit hinter der Spitze zurück. Am Sonntag reichte es mit 74,95 Punkten nur zum achten Platz. Für Werth ist das Olympia-Ticket damit in weite Ferne gerückt.

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